Unsere Stars für Baku
Gold, Silber und zwei Mal Bronze bei der Jugend- und Junioren-EM sowie beim U21-Europacup in Baku/Aserbaidschan
Wettkämpfe 4000 Kilometer von zu Hause entfernt
Baku. Die aserbaidschanische Hauptstadt, wird von den Einheimischen auch „Stadt der Winde“ genannt. Ein stürmischer Empfang erwartete dann auch die 39-köpfige Deutsche Karate-Delegation, als sie nach einem fünfstündigen Flug das erste Mal den Parkplatz vor dem Flughafen „Heydar Aliyev“ in Baku betrat.
Neben 29 Sportlern reisten die Bundestrainer Efthimios Karamitsos, Klaus Bitsch, Schahrzad Mansouri, Thomas Nitschmann und Sigi Hartl sowie der EKF- Offizielle Peter Betz, der DKV Jugendreferent Harald Griebel, der DKV Sportdirektor Ralph Masella, der wissenschaftliche Koordinator des DKV, Dr. Jürgen Fritzsche sowie der DKV- Arzt Dr. Björn Lembcke nach Vorderasien. Als Kampfrichter repräsentierten Wolfgang Weigert, Roland Lowinger, Uwe Portugall und Lothar Becker den Deutschen Karate-Verband auf internationalem Parkett.
„Aserbaidschan? Ist das überhaupt in Europa?“ Diese Frage stellten sich sicher viele der über 600 Sportler aus insgesamt 39 teilnehmenden Nationen die den langen Weg zur 39. Jugend- und Junioreneuropameisterschaft und zum 4. U-21 Europacup angetreten waren.
Auch wenn nicht unbedingt durch die geographische Lage offensichtlich, stellt der die ehemalige Sowjetrepublik und dessen Karateverband seit längerer Zeit einen festen Bestandteil der European Karate Federation (EKF) dar und bringt mit Rafael Agahev einen der erfolgreichsten Karatesportler der letzten Jahre hervor.
Aus Deutscher Sicht verliefen die drei Wettkampftage vom 10. Bis zum 12. Februar 2012 in der beeindruckenden Wettkampfarena der Zweimillionenstadt an der Küste des Kaspischen Meeres überaus erfolgreich. Während draußen Schneestürme tobten, ging es auf den insgesamt sechs Kampfflächen des „Heydar Aliev- Sport- Komplexes“ heiß her.
Zwei Medaillen in der Jugend
„Die Athleten, die heute an den Start gehen, durfte ich seit dem Anfang ihrer Karate-Karriere begleiten. Ich bin mir sicher, dass sich das bei dieser Meisterschaft auszahlen wird!“ strahlte der Kumite- Jugend- Bundestrainer Klaus Bitsch mit seinen Worten spürbaren Optimismus aus. Und besonders seine weiblichen Starterinnen gaben das langjährige Vertrauen durch zählbare Erfolge wieder zurück.
Katja Schweier, startete in der Kategorie Kumite Jugend -54kg und setzte sich in der ersten Begegnung gleich mit 3:0 durch. Im zweiten Kampf gegen Frankreich musste sie ihrer Kontrahentin dann aber knapp den Vortritt lassen.
Auch vor vier Monaten in Malaysia scheiterte Katja unglücklich auf ihrem Weg zum Finale, doch dieses Mal wollte die Sportlerin vom KSC Freudenstadt nicht ohne Edelmetall nach Hause zurückkehren. Das bekam dann auch ihre Konkurrenz in der Trostrunde zu spüren. 8:0 gegen Kroatien, 4:0 gegen Dänemark war die logische Konsequenz des tollen Einsatzes von Katja, die sich zusammen mit ihren Teamkameradinnen und Kameraden riesig über Bronze freuen konnte.
Anna Miggou ließ in der Klasse Kumite weiblich +54kg keine Zweifel an ihren Titelambitionen. Bei ihren Vorrunden- Kämpfen gegen Irland (8:0), Italien (2:0) und die Türkei (8:0) gab das Karate-Talent, welches beim KV Maulbronn trainiert, keinen einzigen Punkt ab. Sensationell sicherte sie sich das Ticket für das Finale! Nach zwei Minuten regulärer Kampfzeit gegen eine russische Kämpferin stand es dann 3:1 für Deutschland. Anna Miggou Europameisterin 2012!!!
Duygu Bugur auf dem Siegertreppchen
Nach ihrem Gewinn der Silbermedaille beim Weltcup in Melaka, ging Duygu Bugur (SC Banzai Berlin) auch bei dem U 21-Europacup in Baku in der Klasse Kumite U21 -53kg als Favoritin an den Start. Die ersten drei Runden meisterte die Berlinerin gegen eine Slowakin (4:0), Norwegen (3:0) und Weißrussland (2:1). Auch im Halbfinale, wo ihr eine russische Athletin gegenüberstand, ging Duygu schnell mit 3:0 in Führung.
Doch leider konnte die Schülerin von Thomas Nitschmann und Veysel Bugur diese Führung nicht bis zum Kampfende halten und verpasste so die Chance auf den EM-Titel. Gegen Frankreich um Bronze galt es aber dann für die 20-jährige Ausnahmesportlerin diese Niederlage schnell abzuschütteln, was ihr auch mit 2:0 perfekt gelang. Platz Drei für Duygu Bugur und damit die dritte Medaille für Deutschland.
Silber für das Kata-Team weiblich
Für einen krönenden Abschluss der Europameisterschaft in Baku sorgte dann das Kata- Team der Juniorinnen, bestehend aus Sophia Graf (KSV Trier), Tidarat Pattanasakoo (Judokan Frankfurt) und Carolin Bodensteiner (Dokan Berlin). Das intensive Training im Vorfeld der EM zahlte sich für das DKV-Damen-Trio wirklich aus. Nach einem Freilos gewann die Deutsche Auswahl mit Jion knapp mit 3:2 gegen Weißrussland.
Als allen Beteiligten klar wurde, dass drei rote Fahnen vom Kampfgericht gezogen wurden, war die Freude im gesamten Team unglaublich. Das zweite Finale für Deutschland! Obwohl, dieses dann gegen Italien nicht gewonnen wurde, waren Sophia, Carolin und Tidarat zusammen mit ihrem Trainer- Team stolz auf ihre gezeigte Leistung. Das DKV- Kata- Team verlor nicht EM- Gold, sondern gewann Silber.
Positive EM-Bilanz
Neben den vier Medaillen sammelten mit Konstantinos Thomos (Kata Einzel Junioren), Jasmin Bleul (Kata Einzel U21), dem Kata Junioren-Team männlich sowie Ricardo Giegler (Kumite U21 -67kg) weitere DKV-Athleten 5. Plätze und waren damit nur hauchdünn vom Siegertreppchen entfernt.
Am Ende von drei spannenden und erfolgreichen Wettkampftagen kann man ein fast durchweg positives Fazit ziehen. Alle Deutschen Sportler haben während der gesamten Meisterschaft eine sehr engagierte Vorstellung gezeigt.
Von 39 teilnehmenden Nationen konnten sich in Baku insgesamt 31 Länder in den Medaillenspiegel eintragen. Diese Statistik belegt, dass das Niveau im internationalen Karate immer höher und das Erreichen der vorderen Platzierungen immer schwieriger wird.
alle nominierten Deutschen Sportler: hier klicken!
die offizielle Website der EKF, hier kann man auch das Bulletin und weitere Informationen abrufen: hier klicken!
alle Ergebnisse der EM: hier klicken!
Christian Grüner
DKV-Medienreferent















