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Der 17. Juni 1976 stellt ein besonderes Datum dar: Schließlich wurde an jenem Donnerstag - es war der damalige "Tag der deutschen Einheit" - der DKV gegründet. Um diesen Schritt zu vollziehen, bedurfte es des Zusammenschlusses der Verbände Deutscher Karate-Bund (DKB), Goju-Kai Deutschland (GKD) und Deutsch-Japanischer Karateverband (DJKV).
Zum ersten Präsidenten wurde Dr. Wolfgang Hagedorn (DKB) gewählt, als Vize-Präsidenten fungierten Karl-Heinz Kiltz (DJKV) und Dieter Otto (Goju Ryu-Bund). Der Schatzmeister hieß Peter Betz (DKB).
Mit dem formellen Beitritt der Teilverbände Deutsche Karate-Union (DKU), Sektion Karate im Deutschen Judo-Bund (Seka DJB) und Wado-Kai Deutschland (WKD) am 1. Januar 1977 waren die seinerzeit bedeutenden Verbände Deutschlands als autonome Teilverbände im DKV organisiert.
Mehr als zehn Jahre später, am 2. November 1986, beschloss die Mitglieder-Versammlung des DKV einstimmig die Umwandlung des DKV von einem Dachverband zu einem Fachverband. Die bisherigen ordentlichen Mitglieder gaben ihre Mitgliedschaft zu Gunsten der entstehenden Landesfachverbände auf.

Die Reise nach Tokio bildete zweifelsohne den Höhepunkt des Jahres 1979. Diese sollte dazu dienen, die Spitzenkämpfer unter der bewährten Leitung von Bundestrainer Hideo Ochi zu fördern und konsolidieren.
In "Karate 04/1979" notierte Peter Betz dazu Folgendes: "Ursprünglich war vorgesehen, eine Spitzenmannschaft von 10 jungen und verheißungsvollen Karateka nach Japan zu entsenden, wo sie im Trainingskontakt mit jap. Karateka der Weltklasse weitere Erfahrungen sammeln und auch zusätzliche Motivation erhalten sollten."
Am Ende war die Japan-Delegation deutlich größer geworden als geplant - obwohl die finanziellen Zuschüsse für die Reise gen Asien gering ausgefallen waren und die offiziellen Kadermitglieder aus Gründen der Ersparnis auf dem harten Holzboden im Dojo von Sensei lida untergebracht wurden.
In "Karate 04/1979" heißt es dazu: "Zu den zehn jungen Spitzenkarateka gehörten: Kiiskilä, Repp, Baranek, Wolff, Rege, Steinrücken, Sauer, Schwebe, Ruh und Rühl. Weiter gehörten zu der Mannschaft: Glad, Weber, Hofmann (Cuxhaven), Steidel, Perchtold und Kröll.
Außerdem nahmen noch einige Karateka auf eigene Kosten an der Reise teil: Georg Piluris und Arno Siegert aus Salzgitter, Harald Bendig und Carmelito Bennemati aus Frankfurt, die weitere 6 Monate in Japan bei Sensei Murai bleiben werden, und Christian Wucherer aus Sonthofen, der schon heute zu den Hoffnungen des DKB's gehört.
Weiter war eine eingeladene Vereinsmannschaft aus Konstanz dabei, zu der Cyrus Zamani, Fritz Beck, Mohammed Lorzade, Mohammed Reza Behbahani und Karl-Ulrich Schaible gehörten."

In Tokio wurde jedoch nicht nur trainiert, sondern auch gekämpft: "Am 2. Juni, morgens um 8 Uhr, trafen sich die deutschen Karateka vor dem Budokan, um ge- und entschlossen in die Höhle des Löwen zu treten. Bald herrschte auf dem riesigen Parkett des Budokan ein unbeschreibliches Getümmel.
Etwa 200 Mannschaften bereiteten sich auf ihren Auftritt im Kata- und Kumite-Shiai vor. Der Parkettboden der Halle war in 8 Kampfflächen aufgeteilt: 1 Kampffläche für den Länderpokal mit 26 Mannschaften, 2 Kampfflächen für die Universitätsmeisterschaft mit 42 Mannschaften und 5 Kampfflächen für die Vereinsmeisterschaft mit 102 Mannschaften.
Dieses Programm wurde durch eine hervorragende Organisation innerhalb von 7 Stunden durchgezogen. Ohne Verzögerungen oder Verspätungen."
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Drei Ereignisse hatten im Jahr 1978 herausgestochen: Das erste Training unter der Leitung des neuen DKV-Bundestrainers Horst Handel, der erste bundesweite Frauenlehrgang in Darmstadt und die erste deutsche Einzelmeisterschaft in Königstein.
Zur Handel-Premiere hatte Fritz Wendland in der Ausgabe "Karate 01/1978" auf der zweiten Seite Folgendes zu Papier gebracht: "Vom 6. - 8. Januar 1978 fand die erste gemeinsame sportliche Aktivität des Deutschen Karate Verbandes statt. Unter der Leitung von DKV-Bundestrainer Horst Handel trainierten die Spitzenkämpfer der sechs DKV-Mitgliedsverbände in Bad Hersfeld beim ersten gemeinsamen A-Kader-Lehrgang. Neben anderen Trainern war auch unser DKB-Bundestrainer Ochi (selbstverständlich im Karategi) mit von der Partie."
Über den ersten bundesweiten Frauenlehrgang hatte Bettina Hermanowski in "Karate 05/78" unter anderem geschrieben, "dass das am Morgen Erarbeitete am Nachmittag weiter vertieft wurde und unsere Trainer sorgsam darauf bedacht waren, möglichst jeden zu kontrollieren und ggf. zur Verbesserung seiner Techniken anzuregen.
In den Pausen war Horst Handel rührend darum bemüht, uns an diesem schwül-warmen Wochenende mit einem Mineralstoffkonzentrat fit zu halten. Scheinbar hatte das Mittel doch nicht bei allen gewirkt, denn beim Sonntagtraining fehlten leider einige oder saßen aus unverständlichen Gründen auf der Zuschauerbank."
Und weiter: "Es bleibt zu hoffen, daß Veranstaltungen dieser Art keine Seltenheit bleiben und endlich eine kontinuierliche Aufbauarbeit begonnen wird, die an die bisherigen Leistungen anknüpft."

Hinsichtlich der Titelkämpfe hatte der Autor des Berichts, Peter Betz, in "Karate 03/1978" deutliche Worte gefunden: "Ein vordringliches Ziel der im DKV vereinten Karate-Verbände ist erreicht: Die erste offizielle Deutsche Karate-Meisterschaft hat stattgefunden! Damit ist ein weiterer Meilenstein im deutschen Karatesport gesetzt - für alle Beteiligten sicher ein sportlicher Neuanfang.
Leider fand diese Meisterschaft in einem Rahmen statt, der nicht annähernd der Größe und Bedeutung der DM gerecht wurde. Kurz gesagt: Sie war organisatorisch ein Fiasko. Dies kann man nicht einmal dem eher rührigen Ausrichter, dem Karate-Club Königstein, zur Last legen."
Es war ein doppelte Premiere, die die 3.700 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Essener Gruga-Halle erlebt hatten! Erstmals waren die kontinentalen Titelkämpfe auf deutschem Boden ausgetragen worden - und erstmals hatte das Fernsehen von den Final-Entscheidungen live berichtet.
Und das Kommen des Senders sollte sich gelohnt haben: Denn mit Dr. Jürgen Willbrodt aus Hamburg und Burghard Rebmann aus Bottrop hatten zwei Deutsche im Kumite-Einzel-Wettbewerb die Plätze eins und drei belegt.
Darüber hinaus waren Ursula Steiger (Kata / Einzel) aus Darmstadt sowie die beiden Kata-Teams (Damen und Herren) mit der Bronzemedaille bedacht worden. Fünf der insgesamt sechs zu vergebenden Titel waren an Italien gegangen.
"Es war nun nicht mehr ganz leicht, den Ansagen des Sprechers zu folgen, denn als Jürgen Willrodt zum Finalkampf gegen Dusan Dacic gerufen wurde, waren die Zuschauer wie aus dem Häuschen. Die Halle dröhnte unter dem 'Willrodt, Willrodt, Willrodt'.
Sich dennoch voll zu konzentrieren ist schon eine Meisterleistung - für beide Kämpfer. Jürgen geht mit Uraken in Führung, der Jugoslawe gleicht kurz darauf mit einem Tsuki aus. Spannender geht es nicht mehr.


Jürgen bringt seine Spezialtechnik, Ushiro-mawashi über den Kopf, dreht gleich wieder mit Mawashi geri ein und trifft Dacic am Kopf. Keine Wertung. Unfaßbar, vor allem nach der Zeitlupen-Aufnahme im Fernsehen.
Aber es gelingt ihm doch noch, seinen siegentscheidenden Treffer anzubringen. Ein Ushiro mawashi geri macht ihn zum neuen Europameister im Kumite-Einzel. Rebmann auf dem 3. Platz, das ist ein grandioser Doppelerfolg."
Für die besten Platzierungen vor 6.000 Zuschauerinnen und Zuschauern sorgten Bernd Milner als Vierter im Kata-Einzel und das Kata-Shiai-Team in der Besetzung Milner, Dr. Jürgen Willrodt und W.D. Wichmann, das ebenfalls auf Platz vier notiert worden war. Wäre Milner im Einzel-Wettbewerb mit 0,2 Punkten mehr bedacht worden, hätte er als Dritter an der Siegerehrung teilgenommen.
Das deutsche Kumite-Team mit Burghard Rebmann, Dr. Jürgen Willrodt, W.D. Wichmann, Norbert Dalkmann und Werner Büttgen unterlag hingegen in der Vorrunden-Gruppe Belgien und später in der Trostrunde Österreich. Auch im Einzel war es nicht sonderlich gut gelaufen: So hatte sich Burghard Rebmann im Viertelfinale als letzter Deutscher aus dem Wettbewerb verabschiedet.
Der damalige Bundessportwart Peter Betz notierte in "Karate 04/76": "Für die deutschen Kämpfer war diese Meisterschaft zur rechten Zeit die richtige Warnung, um für die WM 1977 die Vorbereitungen im rechten Geiste unverzüglich aufzunehmen.

Der Bundestrainer Ochi ließ auch keine Zweifel daran, daß nur eine verstärkte und intensivere Vorbereitung die noch vorhandenen Schwächen unseres Teams beseitigen kann."