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"Alles hat seine Zeit": Miggou zieht sich vom Leistungssport zurück

Die Vize-Europameisterin legt ihren Fokus nun auf ihren Beruf. "Werde dem Sport aber erhalten bleiben und noch die Bundesliga bestreiten."

"Alles hat seine Zeit": Miggou zieht sich vom Leistungssport zurück

Anna Miggou und Alexander Heimann nach dem Erfolg in Gaziantep. Es war der letzte Titel in ihrer fast 15-jährigen Laufbahn in den diversen Bundes-Kadern

Der Post, den Anna Miggou nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Europameisterschaften in Gaziantep via Instagram abgesetzt hatte, klang vordergründig unverdächtig: Die Silbermedaille fühle sich gut an. Es sei die finale Belohnung für die harte Arbeit und den Schmerz in all den Jahren gewesen. Sie könne nicht glücklicher sein. Dass die 24-Jährige mit diesen Sätzen einen Schluss-Strich unter ihre aktive Laufbahn setzen würde, war für Außenstehende und Nicht-Eingeweihte zumindest interpretationsbedürftig.

Miggous Entschluss, sich vom Leistungssport zurückzuziehen, war indes schon länger gereift. "Ja, ich hatte mich schon dafür entschieden, dass die EM mein letztes Turnier sein würde. Ich wollte noch einmal für das Nationalteam an meinem Lieblingsturnier teilnehmen."

Mit einer der Ersten, der von diesem Schritt erfahren hatte, war Alexander Heimann. "Sie hat mir ihre Entscheidung nach dem Finale mitgeteilt", erklärte der Assistenz-Trainer für den Kumite-Bereich. Überrascht sei er nicht gewesen, denn er wisse aus eigener Erfahrung, wie anstrengend und fordernd der Leistungssport sei.

Im folgenden Interview erklärt Miggou ihre Beweggründe, wie ihr Umfeld reagiert hat und welche Pläne sie nun verfolgt.

die miggou-erfolge

2022: Vize-Europameisterin
2021: Europameisterin (Team-Wettbewerb)
2021: EM-Fünfte
2017: Weltmeisterschafts-Dritte U21
2016: Europameisterschafts-Dritte U21
2015: Weltmeisterschafts-Dritte U21
2015: Juniorinnen-Europameisterin
2013: Europameisterschafts-Dritte (Jugend)
2012: Jugend-Europameisterin

Darüber hinaus landete sie sieben Mal unter den "Top Ten" bei Premier-League- und Serie-A-Turnieren. Darüber hinaus gehen elf nationale Titel auf ihr Konto.

 

Anna Miggou, was waren Ihre Beweggründe für den Rückzug vom Leistungssport?
Anna Miggou: "Ich bin nun seit fast 15 Jahren im Bundeskader, und alles hat seine Zeit. Karate hat mir unglaublich viele Türen geöffnet, vor allem die der Sportfördergruppe der Polizei. Da mir mein Beruf äußerst wichtig ist, habe ich mich dazu entschlossen, mich nun zu 100 Prozent darauf zu konzentrieren. An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich bei der Spitzensport-Förderung der Polizei Baden-Württemberg für die jahrelange Unterstützung zu bedanken. Sie hat mir geholfen, mich sportlich weiterzuentwickeln und gleichzeitig meine berufliche Zukunft zu sichern. Auch in meiner Verletzungszeit war sie für mich da."

"Ich bin einfach dankbar, dass ich so einen Weg gehen durfte"

Wie hat Ihr näheres Umfeld Ihre Entscheidung aufgenommen?
Anna Miggou: "Das hat sehr verständnisvoll reagiert und meine Entscheidung respektiert."

Welche Momente sind Ihnen im Laufe Ihrer Karriere besonders in Erinnerung geblieben?
Anna Miggou: "Das Schöne daran ist, dass es für mich so viele tolle Momente gab, dass ich gar keinen Favoriten wählen kann. Ich denke an jedes Ereignis gerne zurück. Meine erste Goldmedaille bei einer Europameisterschaft, die Chance auf die Teilnahme am Olympia- Qualifikations-Turnier in Paris, unser EM-Titel im Team vergangenes Jahr. Für mich sind alle Momente in diesen Jahren wertvoll - auch die traurigen oder die, die zu einer Enttäuschung geführt haben. Sie gehören einfach zu solch einer Reise dazu. Ich bin einfach dankbar, dass ich so einen Weg gehen durfte. Zusammen mit Menschen, die mir sehr wichtig sind und die ich im Laufe der Zeit sehr schätzen gelernt habe."

"Hole viel Zeit mit Familie und Freunden nach"

Werden Sie sich jetzt komplett vom Karatesport zurückziehen...?
Anna Miggou: "Nicht ganz, denn die Bundesliga werde ich noch bestreiten. Darüber hinaus bleibe ich dem Sport natürlich erhalten - weil Karate zu meinem Leben gehört. Deswegen werde ich auch weiterhin trainieren und versuchen, auch jüngere Athletinnen und Athleten zu unterstützen. Die Wettkämpfe des National-Teams werde ich natürlich alle verfolgen beziehungsweise auch mal hinfahren."

Wie geht es jetzt für Sie weiter, welche Pläne haben Sie?
Anna Miggou: "Jetzt konzentriere ich mich auf den Beruf und hole viel Zeit mit Familie und Freunden nach, denn die haben mir in meiner schweren Zeit immer den Rücken gestärkt."

Aufgezeichnet von Dirk Kaiser

Madeleine schröter über eine "besondere verbindung"

2021 haben Madeleine Schröter und Anna Miggou den EM-Titel im Team-Wettbewerb gefeiert. Ein weiterer in dieser Konstellation wird nicht hinzukommen. Zitate einer jetzt ehemaligen Team-Kollegin über eine "ganz, ganz tolle Person":

"Ich finde es sehr schade, dass sie aufhört."

"Für mich ist das mit Anna eine besondere Verbindung."

"Bei meiner ersten Deutschen Meisterschaft bin ich in ihrer Klasse gestartet - und sie wurde Deutsche Meisterin."

"Bevor sie das erste Mal an einer Europameisterschaft teilgenommen hat und direkt Europameisterin geworden ist, durfte ich ihre Trainingspartnerin sein."

"Anna war für mich schon immer jemand, zu dem ich aufgeschaut habe."

"Ich glaube, sie hat so viele Leute positiv beeinflusst, dass es wirklich schön war, sie kennengelernt zu haben."

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