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Die ungewöhnlichen Polizei-Einsätze des Jamal Measara

Der einstige "Weltenbummler" hat schon so manche positive Erfahrung mit den Ordnungshütern verschiedener Länder gemacht. Aktuell unterrichtet der 71-Jährige Kampfkünstler aus dem In- und Ausland digital. Es sei eine schwierige Zeit, sagt er.

Die ungewöhnlichen Polizei-Einsätze des Jamal Measara

Ein wahrer Meister seines Fachs: Jamal Measara (links)

Jamal Measara kann auf eine bemerkenswerte und eindrucksvolle Karate-Karriere zurückblicken - wobei sein erster Kontakt mit Deutschland auf das Jahr 1976 datiert ist. Damals, rund 45 Jahren, war er für einen einwöchigen Aufenthalt nach Deutschland gereist, um Lehrgänge und Vorführungen in Stuttgart, München und Regensburg abzuhalten. Vier Jahre später, 1980, ging es für Measara erneut in die Bundesrepublik - diesmal für drei Monate nach Straubing (wo er auf Einladung Karate unterrichtete). Nach einem einjährigen Aufenthalt in der Schweiz reiste Measara zum dritten Mal nach Deutschland - und wurde zunächst in Straubing sesshaft. 

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der in Seremban (Malaysia) geborene Measara bereits als Gast-Trainer auf den Philippinen, in Indien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Dänemark und in der Schweiz über die Kampfkunst doziert und diese gelehrt. Die Welt zu bereisen, um dabei unter anderem neue Karate-Eindrücke zu gewinnen und diese weiterzugeben, war das Leitmotiv des heute 71-Jährigen.

Zwei Koryphäen ihrer Zunft: Zenpo Shimabukuro (links) und Jamal Measra 
Zwei Koryphäen ihrer Zunft: Zenpo Shimabukuro (links) und Jamal Measra

Ein Beispiel gefällig? Vor 15 Jahren reist Measara nach Indien in den Bundesstaat Tamil Nadu - mit dem Ziel, dort in diversen Dojos Karate zu unterrichten. Dass er auch die indische Polizei unterweisen würde, hatte hingegen nicht auf seinem Plan gestanden. Doch nach einer Vorführung in kleiner Runde, an der auch der Polizei-Chef des Bundesstaates teilgenommen hatte, erhielt Measara das Angebot, einen einwöchigen Crashkurs für die Ordnungshüter abzuhalten. Quasi aus dem Effeff. Organisiert hatte das Treffen übrigens ein befreundeter Karate-Schüler.

Unterricht für die Polizei-Kräfte
der Dubai Police Academy

Thematische Schwerpunkte waren das Simulieren von verschiedenen Selbstverteidigungs-Varianten innerhalb einer großen Menschenmenge und die Anwendung diverser Hebeltechniken sowie der Verwendung der "Tonfa" bei Verhaftungen. "Nicht nur der Polizei-Chef war begeistert", erzählt Measara. Auch die Polizisten hätten mit großer Neugier und Enthusiasmus mitgemacht.

Ein weiteres Beispiel gefällig? Zwei Jahre später fliegt Measara in die Vereinigten Arabischen Emirate. In Dubai, wo die meisten der damals circa 30 Dojos seiner Stilrichtung (Shurun Ryu Seibukan) des Landes beheimatet sind, hält er ebenfalls Karate-Lehrgänge ab. Und wieder sind hochrangige Vertreter der Polizei bei den Veranstaltungen zugegen. Der Polizei-Chef der Dubai Police Academy ist dermaßen fasziniert von dem Measara’schen Können, dass er am liebsten eine langfristige Vereinbarung mit ihm geschlossen hätte. Am Ende vereinbaren beide Parteien, dass Measara zweimal pro Jahr nach Dubai kommt, um den Polizisten zu zeigen, wie man Verdächtige unter Anwendung bestimmter Techniken richtig abführt.

Entschlossen - konzentriert - vorbereitet 
Entschlossen - konzentriert - vorbereitet

Lehrgänge im Auftrag des
Landeskriminalamts Sachsen

Doch nicht nur das Ausland sichert sich das Wissen von Measara. Bis vor drei Jahren war der Karate-Meister noch für das Landeskriminalamt Sachsen tätig. Im Rahmen seines Engagements, das sich auf mehrere Lehrgänge pro Jahr erstreckte, unterrichtete Measara Mitglieder des Sondereinsatz-Kommandos (SEK) Sachsen. Später schlossen sich auch SEK-Trainer aus Thüringen dieser Ausbildung an. Es sei eine sehr angenehme Zeit gewesen, berichtet Measara. Doch seine anderen Verpflichtungen und das Alter ("Irgendwann war es zu anstrengend") zwingen ihn dazu, kürzer zu treten.

Aktuell sind seine Aktivitäten wegen der Corona-Beschränkungen viel stärker eingeschränkt als ihm lieb ist. Zwar geht der hochdekorierte DAN-Träger (9. DAN des Deutschen Karate Verbandes, 9. DAN Kubodo und 7. DAN Aikido) jeden morgen um 7.00 Uhr in sein Dojo im niederbayrischen Kelheim, um selbst zu trainieren. Doch anders als sonst folgen keine weiteren Einheiten mit Karate-Schülern und -Schülerinnen. Vielmehr erledigt er nun, gemeinsam mit seiner Frau, administrative Dinge, meist bis 20.00 Uhr. Erst dann ist Feierabend.

Gefragter Gesprächspartner beim DKV-Tag 2019 in Ludwigsburg: Jamal Measara 
Gefragter Gesprächspartner beim DKV-Tag 2019 in Ludwigsburg: Jamal Measara

"Es ist eine schwierige Zeit", sagt Measara. "Denn ich lebe von der Ausübung der Kampfkunst." Da auch das Fitness-Studio geschlossen ist, das er zusammen mit seiner Frau Heidi führt, findet zurzeit auch kein Aerobic- und Yoga-Training statt. Im Moment bleibt nur das Online-Training für die Mitglieder des Studios und für Kampfkünstler aus dem In- und Ausland. Um dies zu gewährleisten, hat sich der einstige "Weltenbummler" eine professionelle Ausrüstung zugelegt.

Corona hat dazu geführt, dass sich der 71-Jährige den Gegebenheiten angepasst hat. Obwohl er längst seinen wohl verdienten Ruhestand genießen könnte, lässt ihn die Kampfkunst nicht los. Die Leidenschaft und das Feuer für die Sportart können auch ein Virus nicht zum erkalten bringen.

Dirk Kaiser

Prüfer, Chef-Trainer und Kobudo-Beauftragter

Jamal Measara ist der vom Deutschen Karate Verband (DKV), vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und von der World Karate Federation (WKF) Beauftragte für alle Kobudo-Stilrichtungen in Deutschland.
Er gehört zudem der DKV-Prüfungs-Kommission an und wirkt darüber hinaus als Chef-Trainer und oberster Prüfer des Shorin-Ryu-Verbandes Deutschland. 

Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit war und ist das traditionelle Okinawa-Karate und das Jinbukan Kobudo, das sich in verschiedene Stilrichtungen unterteilt.

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