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27. November 2023

Die Prüfer und ihre Prüflinge im Sitzungssaal der Kreis-Handwerkerschaft Bergisch Land
Sechs Prüflinge zum 7. DAN und drei zum 8. DAN: eine nicht alltägliche Prüfungs-Konstellation, die es in dieser Zahl in Nordrhein-Westfalen noch nicht gegeben haben dürfte. Dementsprechend viel Zeit hatten die drei Prüfer dieser DKV-SOK-Prüfung in Bergisch-Gladbach, Shuzo Imai (9. DAN, Wado-Ryu Düsseldorf), Ulrich Heckhuis (9. DAN, Goju-Ryu Sankt Arnold) und der amtierende Präsident des Karate-Dachverbandes Nordrhein-Westfalen, Rainer Katteluhn (8. DAN, Shotokan-Ryu, Gelsenkichen-Buer), eingeplant.
Auch der Ort der Prüfung, der Sitzungssaal der Kreis-Handwerkerschaft Bergisch Land, ein architektonisch anspruchsvoller Raum mit einem Holzparkett, der mit Tatamis ausgelegt worden war, war alles andere als gewöhnlich.
Jeder Prüfling hatte sich im Durchschnitt eine halbe Stunde den Fragen der Prüfer gestellt sowie seine Kata und die Übungen durchgeführt.

Folgende Prüflinge hatten sich der Herausforderung gestellt:
Ludwig Binder (67, Sakura Dojo Neuss, SOK-Koordinator) hatte sich in seiner Arbeit mit der neuronalen Vernetzung im Gehirn in Bezug auf Kinder-Karate, Karate mit Spät- und Wiedereinsteigern auseinandergesetzt.
Ulrich Weß-Wesner (68, KKD Detmold) hatte über Trainings-Methoden mit dem Titel "Techniken verbessern - vom Bekannten zum Neuen" geschrieben.
Detlef Hans Serowy (63, Mushin, Halle / Westfalen) hatte eine sozialwissenschaftliche Arbeit verfasst. Sein Thema: "Wie kann das organisierte Karate in Zeiten von Entsolidarisierung der Gesellschaft bestehen?"
Das Trio hatte die Prüfung zum 8. DAN abgelegt.
Werner Höner-Girnstein (59, Karate-Do Overath) hatte mittels einer Kraft-Mess-Platte, die in der Industrie-Produktion verwendet wird, Techniken und deren Kraftverläufe im Millisekunden-Bereich analysiert. Eine interessante Erkenntnis lautete, dass der Tsuki mit abgehobener Ferse stärker wird.
Peter Sienko (66, Yamabiko Leverkusen) hatte sich mit den geschichtlichen Einflüssen aufs Karate und Gedanken zu einer Wiedervereinigung von Selbstverteidigung und klassischem Kata-Training befasst. Und Thomas Behnke (57, USC Duisburg) hatte sich in seiner Arbeit mit den Faszien und dem Karate auseinandergesetzt.
Die drei Arbeiten von Heinz-Jürgen Steinkühler (68), Heribert Rojek (68, beide Yamabiko Leverkusen) und Thomas Prast (57, Uni-Dojo Wuppertal) hatten sich schließlich mit den den Themen "Jukuren" und "Karate im Alter" befasst - und zeigten damit wohl auch einen allgemeinen Trend. Prast hatte zudem als Prüfungs-Partner einen besonderen Schüler mitgebracht, mit dem er gemeinsam die Bewegungs-Abläufe demonstrierte: Der 87-jährige Helmut Fuß (2. DAN) hatte erst mit 73 Jahren als Weißgurt begonnen und den 1. DAN nach weniger als zehn Jahren Training erreicht.
Autor und Fotos: Ralf Krieger