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Imola Szebényi: "Perfektionismus inspiriert mich"

Die jüngste Diplom-Trainerin innerhalb des DKV verfolgt ihre Ziele mit Neugier und Ehrgeiz. Ein Buch über "Trainingslehren- und Prinzipien" steht nach der Bachelorarbeit auf der Agenda. Der mittlerweile verstorbene Peter Rau ist ihr Impulsgeber.

Imola Szebényi: "Perfektionismus inspiriert mich"

Große Freude über den gelungenen Abschluss herrschte bei Elmar Griesbauer (vorne links) und Imola Szebényi. Im Hintergrund die beiden Prüfer Markus Finck und Lothar Linz (von links)

Wissbegierig, ehrgeizig, zielorientiert. So lässt sich wohl am besten das Wesen von Imola Szebényi beschreiben. Die in Miskolc (Ungarn) geborene und aufgewachsene Biologisch-Technische Assistentin (BTA), die in Mannheim für den weltweit größten Pharmahersteller Hoffmann-La Roche in der Forschung arbeitet, ist seit Oktober dieses Jahres die jüngste Diplom-Trainerin innerhalb des Deutschen Karate Verbandes (DKV). Mit ihrem Diplom (Note 1,7) hat Szebényi nicht nur ein weiteres Etappenziel in ihrer Karate-Karriere erreicht. Zugleich gehört sie nun zu einem Pool von Spitzen-Trainern und -Trainerinnen, in der die Männer die Mehrheit stellen.

Die 32-Jährige arbeitet als Biologisch-Technische Assistentin in der Forschung 
Die 32-Jährige arbeitet als Biologisch-Technische Assistentin in der Forschung

"Dass ich die Prüfung bestanden habe, ist eine geile Sache", sprudelt es aus der 32-Jährigen nur so heraus. Drei Jahre lang absolviert Szebényi an der Trainerakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Köln Seminare, Lehrgänge und Zwischenprüfungen – all das neben ihrem Vollzeit-Job. Mit DKV-Bundeslehrwart Elmar Griesbauer, der als Koordinator bei der Ausbildung zum Diplom-Trainer fungiert und dabei unter anderem den Tätigkeitsbereich "Sportartspezifische Ausbildung in Theorie und Praxis" verantwortet, hat die gebürtige Ungarin, die mittlerweile in Frankenthal lebt, eine vertraute und bekannte Person aus dem Karate-Metier an ihrer Seite. 

Neben Szebényi gehören auch Benjamin Kleibrink (Bronzemedaillen-Gewinner im Florett-Fechten bei den Olympischen Spielen 2012 in London), die Leichtathletik-Sprinterin Cathleen Tschirch (WM-Bronze 2009 mit der 4 x 100-Meter-Staffel), die Turn-Größen Sven Kwietschi"

Nach drei Knie-Operationen beendet die gebürtige Ungarin 2017 ihre Karriere 
Nach drei Knie-Operationen beendet die gebürtige Ungarin 2017 ihre Karriere

Kwiatkovski und Karsten Oelsch sowie der Bundestrainer im Ringen, Marcel Ewald, der Diplom-Trainer-Ausbildungs-Gruppe an."Das schönste an dieser Ausbildung war es, über so viele Tellerränder blicken zu können; sowohl in den Gesprächen als auch in den Praktika", schwärmt Szebényi.

 
Die Arbeit mit dem Nachwuchs ist für Imola Szebényi eine Herzensangelegenheit 
Die Arbeit mit dem Nachwuchs ist für Imola Szebényi eine Herzensangelegenheit

"Ich liebe es, mich fortzubilden und mir Wissen anzueignen"

Dass Szebényi nun den nächsten Schritt in ihrer Trainer-Laufbahn gemacht hat, ist angesichts ihres Werdegangs nur logisch und konsequent. Nachdem ihr mittlerweile verstorbener Mentor Peter Rau († 2018), einst selbst Diplom-Trainer, sie dazu ermuntert hatte, in den Trainerbereich zu gehen, ging es Schlag auf Schlag: Nach der C-Lizenz (2011) und dem Angebot, im Verein eine Leistungsgruppe zu übernehmen, machte Szebényi ihre B-Lizenz (2013) und im Anschluss daran die A-Lizenz (2015) für Leistungssport. Der nächste große Schritt erfolgte 2016: die Stelle als Landestrainerin Kata (Rheinland-Pfalz) im Schülerbereich, der gleichzeitig die Möglichkeit bietet sich an der TA in Köln zu bewerben. 

2017, im Alter von 29 Jahren, nach drei Knie-Operationen und der Krebsdiagnose ihres Mentors, beendet Szebényi ihre aktive Laufbahn und wird, ausgestattet mit dem A-Trainer-Schein, Leiterin des rheinland-pfälzischen Landesleistungszentrums in Frankenthal. Dort nimmt sie in der Leistungsgruppe unter anderem die Bundeskader-Athleten Zoe Bach und Marcel Schmitt unter ihre Fittiche. 

"Unendlich stolz auf die Mädels": nach sieben Wochen Training auf Platz zwei

Nebenher baute sie ihre Nachwuchsathleten und -Athletinnen auf. Einer der Erfolge zeigte sich 2019: In diesem Jahr erlangte das Mädchen-Team auf der Deutschen Meisterschaft der Schülerinnen und Schüler nach gerade mal sieben Wochen Training den zweiten Platz. "Ich war so unendlich stolz auf die Mädels. Sie waren mit Herzblut dabei und wollten einfach zeigen, was sie können", berichtet Szebényi strahlend. 

Hierbei waren zwei der Team-Mitglieder aus ihrem ehemaligen Karate-Verein, dem 1. SKV Speyer. Um das Team weiter voran zu bringen und das Trainingspensum erhöhen zu können, beschlossen das Duo aus Speyer zu ihr nach Frankenthal zum 1. Shotokan Karate Club Frankenthal zu wechseln und Mitglied im aktuell größten Verein in Rheinland-Pfalz zu werden.

Fokussiert 
Fokussiert
Konzentriert 
Konzentriert
 

"Ich liebe es, mich fortzubilden und mir Wissen anzueignen - Perfektionismus inspiriert mich", antwortet Szebényi auf die Frage, was ihr primärer Antrieb für das Erlangen von Lizenzen und Urkunden sei. Wille, Ehrgeiz und ihr, wie sie selbst sagt, "Ego" sind dabei ihre "Werkzeuge", um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. 

Vom Ballett zum Karate - "weil man dort laut sein und einen coolen Anzug tragen durfte"

Dabei deutet zunächst nichts darauf hin, dass Imola Szebényi im Karatesport ihre Berufung findet. Als Fünfjährige erhält sie in ihrer Heimatstadt Ballett-Unterricht. "Das war grauenvoll", erinnert sich Szebényi. Zumal ihr älterer Bruder, eine Etage unter dem Ballettraum, sich der Kampfkunst widmen durfte. "Ich wollte viel lieber Karate als Ballett machen. Die durften immer laut sein und so einen coolen Anzug tragen. Also habe ich mich draußen hingesetzt und so lange geweint, bis Mam ein Einsehen hatten." Nach nur zwei Wochen ist der Ballett-Unterricht Geschichte - zu Gunsten von Karate. "Karate hat bei mir schon immer gewonnen, wenn es um Entscheidungen ging."

Tränenreicher Start in Speyer - danach funktioniert die Kommunikation reibungslos

Mit siebeneinhalb Jahren siedelt Imola mit ihrer Familie nach Deutschland um – weil der Vater bereits Jahre zuvor einen lukrativen Job angenommen hat. In Speyer, dem neuen Zuhause, wird Imola direkt in die zweite Klasse eingegliedert – ohne ein Wort Deutsch zu können. "Nach einer tränenreichen ersten Woche, ohne mit den Mitschülerinnen und -Schülern kommunizieren zu können, hatte es anscheinend 'klick' in meinem Gehirn gemacht. Laut Aussagen meiner Mutter konnte ich ab da einfach reden. Ich hatte mich nie hingesetzt, um Vokabeln zu lernen", sinniert Imola. Fortan hatte sie keine Probleme, den Unterrichtsstoff zu verstehen, noch nicht einmal ein Akzent ist geblieben.

Erinnerungen: Imola Szebényi (links unten) holt Bronze beim 20. Landauer Karateturnier 
Erinnerungen: Imola Szebényi (links unten) holt Bronze beim 20. Landauer Karateturnier

Luisa Winstel bei imola Szebényi im Training

Mit Karate weiterzumachen, steht indes erst drei Jahre später auf ihrer To-Do-Liste. Hierfür wird sie Mitglied im 1. SKV Speyer und trainiert seit 1999 unter der Leitung von Gitte Zapilko. 2001 bestreitet Imola Szebényi ihren ersten Wettkampf. Bei einem Kinderturnier in Haßloch landet sie unter den besten Drei im Kumite. 2001 holt sie das erste Mal Gold im Kata – auf dem "9. ODW Cup". "Das war eine schöne Zeit, ich habe sogar unsere aktuell bekannte Nationalkader-Athletin Luisa Winstel trainiert. Da waren wir noch Kinder", schmunzelt Szebényi.

2009 folgt der nächste Umzug – diesmal nach Frankenthal. Dort begegnet sie Peter Rau, der letztlich die Weichen für ihren weiteren Werdegang sowohl im Wettkampf- als auch Trainerbereich stellen wird. Auf die Frage, was ihr nächstes Ziel sei, antwortet Szebényi, dass sie sich gut vorstellen könne, irgendwann einmal den Kata-Bundesnachwuchs zu betreuen – weil es dort "vielversprechendes Potenzial gibt und die Wettkampf-Zukunft im Nachwuchs verborgen schlummert".

Ihr Ausblick auf die nähere Zukunft ist weiterhin die Leitung des Landesleistungszentrums, die Betreuung sowohl der Nachwuchs- als auch Leistungsgruppen und der Aufbau weiterer Teams für den Kata-Wettkampf. "Mein Koordinator und mein Studienleiter sind der Meinung, ich solle ein Buch über meine Trainingslehren- und Prinzipien schreiben. Dem werde ich mich widmen, sobald ich meine Bachelorarbeit (B.A of Arts – Sportwissenschaft, Anm. d. Autors) eingereicht habe", lacht sie herzlich.

Dirk Kaiser

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