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04. Mai 2026

Eine Sensation als Sahnehäubchen

Die Weltmeisterschaften 2014 in Bremen lieferten viel Gesprächsstoff - und das nicht nur wegen des ersten WM-Titels im Kata-Damen-Wettbewerb. Ein kursorischer Rückblick auf die letzte Groß-Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

Das Cover des DKV-WM-Rückblicks

Christine Heinrich, Jasmin Bleul und Sophie Wachter (von links) auf dem Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn

Es war zweifelsohne das Sahnehäubchen einer Weltmeisterschaft gewesen, die Karate-Deutschland 2014 in ihren Bann gezogen hatte: das Finale im Kata-Team-Wettbewerb der Damen - mit den favorisierten Japanerinnen und dem DKV-Trio. 

Und die rund 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, die in die Bremer ÖVB-Arena gekommen waren, hatten die wohl größte Sensation dieser Heim-WM erlebt - weil es Sophie Wachter, Jasmin Bleul und Christine Heinrich tatsächlich gelungen war, die Japanerinnen zu bezwingen und die erste WM-Goldmedaille überhaupt in diesem Wettbewerb für Deutschland zu gewinnen. 

"Das war die Krönung"

Dementsprechend euphorisch waren die Reaktionen ausgefallen: "Es gibt keine Worte um zu beschreiben was bei dieser WM passiert ist! Nach Siegen über Italien (3:2) und Peru (4:1) standen wir im Halbfinale Spanien gegenüber. Für uns gab es keinen Plan B. Mit unserer Kanku Sho und mit ganz viel Herz haben wir es dann tatsächlich geschafft und sind mit einer 3:2-Entscheidung ins WM Finale eingezogen! Jetzt sind wir Weltmeister, unglaublich!" Diese Sätze der Weltmeisterinnen sind im DKV-Magazin "Karate 6/2014" verewigt.

Bundestrainer Efthimios Karamitsos war darin wie folgt zitiert worden: "So etwas hat es sicher noch nie gegeben, das war die Krönung. Wir haben zwei Jahre intensiv zusammen gearbeitet, mit Geduld, mit Verstand, Mental- und Athletiktraining. Wir haben die gute Zeit ausgenutzt und Geschichte geschrieben."

"Wir sind Weltmeister"

"Was war das für eine Dramaturgie! Für den vorletzten Kampf der WM in Bremen standen sich die Kata-Damen-Auswahl des Karate-Mutterlandes Japan und die Heim-Mannschaft des Deutschen Gastgebers gegenüber. Auf dem Weg zu ihrem WM-Traum ließen Jasmin Bleul, Sophie Wachter und Christine Heinrich unter anderem die Teams aus Italien und Spanien hinter sich und mit einer ausdrucksstarken Kata 'Gangaku' gelang ihnen ein hervorragender Einstieg in das Finale. 

Mit Szenenapplaus und großem Jubel kommentierte das Publikum auch das Kata Bunkai der Deutschen Damen, das sich durch präzise Techniken, spektakuläre Würfen und großen Kampfgeist auszeichnete. Vielleicht setzte diese überzeugende Vorstellung die nachfolgenden Japanerinnen bereits vor ihrem Start etwas unter Druck.

Das Cover des DKV-WM-Rückblicks
Das Cover des DKV-WM-Rückblicks

Denn nach einer nahezu perfekten Kata Darbietung missglückten dem Trio Kashioka, Kimura und Morioka zwei Passagen der Technik-anwendung.

Dann ertönte der Pfiff des Hauptkampfrichters. Alle blickten auf die fünf Flaggen der Referees und wenige Augenblicke später realisierten Jasmin, Sophie und Christine sowie alle deutschen Fans in der ÖVB-Arena die sichere Gewissheit. 'Wir sind Weltmeister!'"

Auszug aus der Berichterstattung im DKV-Magazin "Karate 6/2014"

Sechs Mal weiteres Edelmetall

Allerdings war es nicht bei der einen Medaille geblieben: So hatten sich Ilja Smorguner (Kata), Doygu Bugur (-55 Kilogramm) und das Kumite-Herren-Team in der Besetzung Jonathan Horne, Noah Bitsch, Nika Tsurtsumia, Heinrich Leistenschneider, Mehmet Bolat, Oliver Henning und Andreas Bachmann die Silbermedaille gesichert. Zudem waren Jasmin Bleul (Kata), Jana Bitsch (-55 Kilogramm) und Noah Bitsch (-75 Kilogramm) mit Bronze bedacht worden. 

Doygu Bugur (links) - Copyright: Christian Grüner
Doygu Bugur (links) - Copyright: Christian Grüner

Gratulation vom damaligen IOC-Präsidenten

Es war eine Ausbeute gewesen, wie sie es bei den Welt-Titelkämpfen noch nie gegeben hatte. Nicht nur aus diesem Grund hatte der damalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, in einem persönlichen Brief an Wolfgang Weigert dem DKV-Präsidenten zur "erfolgreichsten WM aller Zeiten" gratuliert. Vielmehr hatte Bach die Integration der Menschen mit Behinderungen in eine WM gewürdigt.

Schließlich waren zum ersten Mal in der WM-Historie auch die Weltmeisterinnen und Weltmeister in den Para-Karate-Kategorien ermittelt worden. 44 Starterinnen und Starter aus 21 Nationen hatten an der Premiere teilgenommen - und die deutsche Medaillen-Bilanz war mit zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze derart opulent ausgefallen, dass Deutschland im Nationen-Ranking den ersten Platz belegt hatte.

Impressionen von der WM 2014

Millenniums-Lehrgang und Champions-Night

Abseits des Sportlichten hatten die Tage von Bremen weitere Highlights zu bieten gehabt. So war an vier Tagen ein Millenniums-Lehrgang für die Breiten- und Freizeitsport-Karateka in der Bremer Messehalle 4 veranstaltet worden. 

Den Abschluss hatte die Champions-Night im Congress Center Bremen gebildet. An diesem Abend hatte sich dort unter anderem das "Team Deutschland" versammelt, um das Ende eine einzigartigen Veranstaltung gemeinsam mit weiteren geladenen Gästen und den Volunteers gebührend zu feiern.

Dirk Kaiser

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