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24. Mai 2026
Zweiter EM-Finaltag in Frankfurt: Nach dramatischem Finale gewinnen die Kumite-Damen den vierten Titel in Folge. Kata-Damen und -Herren belegen den fünften Platz und feiern damit ihr bestes Ergebnis. Unverständnis nach Wertung für Patricia Hebbel, Shirley Jay und Rita Siebert.
15.15 Uhr: Selten dürfte eine Niederlage vom Publikum, aber auch von den Verantwortlichen so bejubelt worden sein, wie die von Madeleine Schröter gegen ihre französische Kontrahentin Thalya Sombe.
Mit 5:6 hatte Schröter den dritten und letzten Kampf des Mannschafts-Wettbewerbs verloren und damit Deutschland den vierten EM-Triumph in Folge beschert: Angefangen hatte die Siegesserie in Guadalajara 2023. Danach hatte es in Zadar (2024) und Jerewan (2025) Gold gegeben - und nun, 2026, in Frankfurt.
Dabei hatte das Frankfurter Publikum die deutsche Auswahl lautstark angefeuert und ein Stück weit mit gezittert, als Thalya Sombe nach der Hälfte der Zeit gegen Schröter mit 6:2 in Führung gegangen war. Doch die Thüringerin war in Hitze der Eissporthalle kühl geblieben und den Rückstand sukzessive verkürzt.
Weil Johanna Kneer den ersten Kampf mit 7:1 gegen Zara Jade Ozserttas zu ihren Gunsten entschieden hatte und sich danach Hannah Riedel und Chloe Payrot 2:2 Unentschieden getrennt hatte, hatte Schröters knappe Niederlage keine Auswirkungen auf das Gesamt-Ergebnis gehabt: mit einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage und einem Match-Punkt-Verhältnis von 14:9 hatten die Feierlichkeiten noch auf der Matte begonnen.
Während die "Fab Five", zu der noch Mia Bitsch und Shara Hubrich gehört hatten, in der Mixed-Zone zunächst Interviews gegeben hatten und danach weiter gefeiert worden waren, hatte Bundestrainer Noah Bitsch auf einer Bank Platz genommen und den Nacken mit einem Eisbeutel gekühlt - und zufrieden konstatiert, "dass unser Match-Plan voll aufgegangen ist".
10.15 Uhr: Aus dem rhythmischen Klatschen und den lauten Anfeuerungs-Rufen "Deutschland, Deutschland" waren kurze Zeit später lautstarke "Buh-Rufe" geworden. Der Grund: Die Kampfrichterinnen und Kampfrichter hatten im "kleinen Finale" die Kata-Damen aus Frankreich besser bewertet - obwohl eine Französin im Bunkai gestolpert war und deren Leistung auch sonst nicht überragend gewesen war.
Nachdem auf der großen LED-Wand der erste von insgesamt sieben zu vergebenden Punkten an Deutschland gegangen war, hatte viermal der blaue Kreis für die Französinnen aufgeleuchtet. Damit hatte festgestanden, an wen die Bronzemedaille gehen würde - unabhängig davon, dass noch zwei Judges Deutschland bessere Wertungen gegeben hatten.
Angesichts dieser nicht nachvollziehbaren Entscheidung hatte sich DKV-Präsident Wolfgang Weigert dazu veranlasst gesehen, Patricia Hebbel, Shirley Jay und Rita Siebert nicht nur zu einer "großartigen Leistung" zu gratulieren, sondern auch sein Unverständnis über die Wertungen auszudrücken ("Ich verstehe die Welt nicht mehr").
Auch Kata-Bundestrainer Efthimios Karamitsos war sichtlich um Contenance bemüht gewesen und hatte diese auch bewahrt. Vielmehr hatte er anschließend das Potential dieses neu formierten und jungen Trios hervorgehoben und das die beiden fünften Plätze die besten EM-Resultate gewesen seien.
9.45 Uhr: An der Unterstützung des Frankfurter Publikums hatte es sicherlich nicht gelegen, dass sich die deutschen Kata-Herren im Bronze-Duell gegen Portugal mit 0:7 hatten geschlagen geben müssen.
Vielmehr hatten die Portugiesen, die vorlegen mussten, eine nahezu tadellose Vorstellung in Sachen "Dynamik" und "Synchronität" gezeigt. Laurenz Berner, Mika Mathes und Nawapon Pattanasakoo hatten zwar ebenfalls stark performt, doch am Ende hatte das Gesamt-Paket der Portugiesen die Judges überzeugt.
So deutlich, wie es das End-Ergebnis aussagt, sei es aus seiner Sicht nicht gewesen", hatte das Fazit von Efthimios Karamitsos gelautet.
