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02. April 2026

"Es hat sich gelohnt"

In Osterburg fand die erste Ausbildung in diesem Jahr zur "Guardian-Girls-Karate-Trainerin im DKV" statt. Am Ende der drei Tage übergab Ulrike Maaß zwölf Diplome.

Die neu Diplomierten mit Ulrike Maaß (vorne - Zweite von rechts)
Die neu Diplomierten mit Ulrike Maaß (vorne - Zweite von rechts)

Unter der Leitung von Ulrike Maaß, die als "Guardian Girls Karate Instructor" der World Karate Federation für die Ausbildungs-Inhalte in Deutschland verantwortlich ist, war in Osterburg (Sachsen-Anhalt) das gesamte Spektrum der "Selbstbehauptung und Selbstermächtigung" in der Theorie erörtert und in der Praxis umgesetzt worden.

Am Ende der drei Tage hatten zwölf Teilnehmerinnen das Diplom "Guardian-Girls-Karate-Trainerin im DKV" erhalten. Der zweite Ausbildungs-Termin in diesem Jahr findet im Zeitraum 10. bis 13. September im ostwestfälischen Bad Salzuflen statt.

Dirk Kaiser

Ein Erfahrungs-Bericht - von Yvonne St.

Dass das Programm von Frauen für Frauen entwickelt wurde und gezielt auf die Herausforderungen im Bereich der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen eingegangen werden sollte, hat mich überzeugt, die weite Anreise aus Bayern anzutreten. Und was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt!

Trotz meiner gemischten Erfahrungen aus vorherigen Selbstverteidigungs-Kursen bin ich unvoreingenommen in diese Ausbildung gestartet. Nachdem wir bereits im Vorfeld unseren Ausbildungs-Plan erhalten haben, dachte ich mir schon, es wird herausfordernd. Und so war es dann auch.

Gewalt-Begriff: unterschiedliche Auffassungen

In einer Vorstellungs-Runde mit interaktiven Übungen haben wir Teilnehmerinnen uns untereinander besser kennengelernt und die Weichen für das lange Wochenende gestellt. 

Im theoretischen Teil haben wie die verschiedenen Aspekte von Gewalt, Bedürfnissen, Konflikt-Situationen und die verschiedenen Konflikt-Typen betrachtet. 

Erstaunlich dabei war für mich, wie unterschiedlich allein in unserer Gruppe von zwölf Teilnehmerinnen die Auffassungen darüber waren, was für jede einzelne Gewalt beziehungsweise geschlechtsspezifische Gewalt bedeutet.

Die Teilnehmerinnen zusammen mit Ulrike Maaß (rechts) vor der Praxis-Einheit
Die Teilnehmerinnen zusammen mit Ulrike Maaß (rechts) vor der Praxis-Einheit

Herausforderung durch steigende Intensität 

Im praktischen Teil wurden die Intensität und das Stress-Level sukzessive erhöht
Im praktischen Teil wurden die Intensität und das Stress-Level sukzessive erhöht

Der praktische Teil startete mit einfachen Übungen zur Körperspannung. "Wie halte ich den Augenkontakt?" "Wie nutze ich meine Stimme?" Was ist meine Sicherheits-Distanz?" "Wie nehme ich die richtige Schutzhaltung ein?" 

Wir wurden dabei immer wieder dafür sensibilisiert, dass wir nicht unsere Reaktionen als Kampfsportlerinnen mit Reaktionen von Frauen ohne Kampfsport-Erfahrung vergleichen können.

Die steigende Intensität, der zunehmende Stress- und Druck-Aufbau  durch Ulrike forderte uns zunehmend heraus.

Praxisnahe Übungen mit Alltags-Gegenständen

Mit unterschiedlichen Trainings-Partnerinnen wurden verschiedene Situationen durchgespielt und geübt
Mit unterschiedlichen Trainings-Partnerinnen wurden verschiedene Situationen durchgespielt und geübt

Super fand ich, dass Ulrike darauf geachtet hat, dass wir immer mit wechselnden Trainings-Partnerinnen geübt haben. 

Besonders lehrreich war für mich auch, dass sie uns zu Beginn eines neuen Trainings-Abschnitts nie Übungen vorgegeben hat, sondern uns immer erst selbst probieren lassen hat, was funktioniert und was nicht funktioniert - sei es bei Techniken zum Befreien aus Handgelenks-Umklammerungen, bei Techniken zum Befreien aus Würgegriffen und aus der Bodenlage.

Interessant und praxisnah waren zudem die Übungen mit Alltags-Gegenständen. Es ist doch Wahnsinn, was ein Handy, eine Handtasche aber auch eine Zeitung alles anrichten kann...!

Adrenalin-Schub unter extremem Stress

Zum Abschluss des langen und intensiven Samstags hat uns Ulrike noch einem besonderen Stress-Training unterzogen. Hierzu hat sie einen Parcours aus sechs Stationen aufgebaut, in dem wir die Techniken unter extremen Stress anwenden sollten. 

Und das haben wir! Das Adrenalin ist hochgeschossen. Mädels ich bin stolz auf Euch! Wir haben uns im Parcours gegenseitig nichts geschenkt! Wir haben jede Einzelne an ihre Grenzen und darüber hinaus gebracht! Aber wir haben trotz Erschöpfung alle durchgehalten und bis zum Ende gekämpft!

Der Samstagabend und der Sonntagvormittag dienten der Ausarbeitung des Konzeptes für einen dreimonatigen Selbstverteidigungs-Kurses für Frauen. Die rechtlichen Aspekte der Selbstverteidigung wurden ebenfalls diskutiert.

"Körperlich und mental intensive Ausbildung"

"Es war eine körperlich und mental intensive Ausbildung. Mir persönlich hat sie viel gebracht. Ich habe einiges Neues mitgenommen, was ich mit Sicherheit bei uns im Dojo ins Training einbringen werde. 

Wenn wir das Selbstvertrauen beziehungsweise die Selbstachtung nur einzelner Mädchen oder Frauen stärken und ihnen den Mut und 'Werkzeuge' geben, sich zu verteidigen, ist der erste Schritt getan."

Gemeinsam stark!
Gemeinsam stark!

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