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Wie die erblindete Helga Balkie eine Kata einstudiert

Die mehrmalige Welt- und Europameisterin im Para-Karate hat erstmals auch einen virtuellen Vergleichs-Wettkampf gewonnen. Das Erlernen von Techniken erfolgt taktil mithilfe eines Trainers.

Wie die erblindete Helga Balkie eine Kata einstudiert

Für die 62-Jährige stellt die Konzentration die größte Herausforderung dar

Für Helga Balkie war 2020 kein einfaches Jahr. Durch die Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich gebracht hat und noch immer mit sich bringt, konnte die mehrmalige Welt- und Europameisterin im Para-Karate nicht so trainieren, wie es notwendig gewesen wäre. Für sie, die aufgrund von Multipler Sklerose, dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, 1997 erblindete, ist jedoch Training vor Ort eminent wichtig, um gesundheitlich nicht zurückgeworfen zu werden.

Umso bemerkenswerter ist indes die Tatsache, dass die Berlinerin das erste eTournament im Para-Karate gewonnen hat. Nach drei virtuellen Veranstaltungen hatte Helga Balkie die junge Russin Aleksandra Meteleva auf Rang zwei verwiesen. Im folgenden Interview spricht die 62-Jährige über das Erlernen der Techniken und ihre nächsten Ziele.

Wie bewerten Sie die erste Auflage des eTournaments im Para-Karate?
Helga Balkie: "Ich konnte mich auf diese Art und Weise mit anderen Para-Karateka messen und sehen, wo ich stehe."

Hat sich die Vorbereitung grundsätzlich von Ihrer sonstigen Vorbereitung auf einen Wettkampf unterschieden?
Helga Balkie: "Das hat sie in der Tat. Denn beim ersten Lockdown hatte ich überhaupt nicht die Möglichkeit, weiter zu trainieren. Zwar war ein Training zuhause möglich, aber das ist nicht vergleichbar mit einem Gruppentraining. Beim zweiten Lockdown war hingegen wieder ein Einzel-Training mit einem Trainer möglich.

Wie erlernen Sie die Karate-spezifischen Techniken?
Helga Balkie: "Zunächst taktil. Ich werde angefasst und führe dann die Bewegungen aus. Wie der Ablauf der Schrittfolgen bei einer Kata ist, erfahre ich über das 'Aufzeichnen' auf meiner Hand. Während des Laufens werde ich dann von meinem zuständigen Trainer korrigiert."

Wie sieht eine Trainingseinheit von Ihnen aus?
Helga Balkie: "Die unterscheidet sich nicht von den Einheiten der Sehenden. Darüber hinaus mache ich zusätzlich noch zweimal in der Woche Kraft- und Ausdauertraining. Jede Einheit dauert circa zwei Stunden."

Verließ Hamburg als Deutsche Meisterin: Helga Balkie
Verließ Hamburg als Deutsche Meisterin: Helga Balkie

Was sind die größten Herausforderungen dabei?
Helga Balkie: "Die Konzentration. Schließlich muss ich mich neben der Ausführung der Kata auf mein Umfeld achten, das links, rechts, vor und hinter mir ist, und dabei die Richtung beibehalten."

Merken Sie bereits während der Ausführung einer Technik, ob diese gelungen ist oder nicht?
Helga Balkie: "Bedauerlicherweise leider selten, weil meine Erkrankung meine Körper-Empfindung stört."

Was sind Ihre nächsten Ziele?
Helga Balkie: "Gesund zu bleiben sowie bei der nächsten Europameisterschaft und Weltmeisterschaft wieder antreten zu können und dabei die Leistung zu zeigen, die das Para-Karate durch die Unterstützung der anderen ermöglicht."

Was fasziniert Sie an der Sportart?
Helga Balkie: "Dass durch Konzentration und Koordination Muskeln und Gelenke in Bewegung sind."

Das Interview führte Kathrin Brachwitz
Aufgezeichnet von Dirk Kaiser

Traben-Trarbach in Gesamtwertung auf Platz eins

Die Sensation gleich vorab: Die Para-Karateka vom VfL 1861 Traben-Trarbach gewannen bei der virtuellen Turnier-Serie "International Para-Karate eTournament by Tervel Sport Events"  fünf Medaillen und teilen sich somit in der Gesamtwertung den ersten Platz mit dem russischen Verein Schoolkonas. Insgesamt hatten sich 17 Vereine aus zehn Nationen an der eSerie beteiligt.

Nina Fell schaffte es mit ihrer Kata Ji‘in im dritten und damit letzten Teil-Turnier bis ins Finale. Dort musste sie sich jedoch mit 21,6 Punkten der  ägyptischen Meisterin Salma Alaaeldin Ebrahim (22,7 Punkte) geschlagen geben. Fells Team-Kollege Matthias Bernahrndt kämpfte sich mit der von ihm gezeigten Kata Kanku Sho ebenfalls bis zum Finale vor, in dem er auf den Ägypter Mostafa Aboelfotuh traf. Diesen verwies er mit 0,4 Punkten Vorsprung auf Platz zwei und sicherte sich so die Goldmedaille.

Tom Schary setzte sich im Viertelfinale deutlich mit 21,6 Punkten zu 18,7 Punkten gegen Ilia Stets aus Russland durch. Im Halbfinale traf er auf seinen Teamkollegen Matthias Bernahrndt, der um 0,7 Punkte besser gewesen war. 

Die erfolgreichen Traben-Trarbacher: Nina Fell (Erste von oben), Matthias Bernahrndt (Zweiter von oben), Tom Schary (unten links) und Christian Fechler (unten rechts) 
Die erfolgreichen Traben-Trarbacher: Nina Fell (Erste von oben), Matthias Bernahrndt (Zweiter von oben), Tom Schary (unten links) und Christian Fechler (unten rechts)

Somit ging Bronze an Schary. Christian Fechler verlor in der Vorrunde gegen seinen russischen Kontrahenten und späteren Drittplatzierten Nikolai Polikarpov und erreichte in der Gesamtwertung Platz fünf.

Carmen Kittelberger

 

"Es war ein grandioses Erlebnis"

Sven Baum hat das Wettkampf-Jahr 2020 beendet. Der Rollstuhlfahrer und Aktivensprecher der deutschen Para-Karate-Nationalmannschaft hatte an sechs Wettkämpfen teilgenommen - von denen drei zur virtuellen eTournament-Serie gehörten. Von diesem neuen Format zeigte sich Baum, der trotz des Teil-Lockdowns in Eisleben weiter trainiert, begeistert: "Mir hat es richtig viel Spaß gemacht. Es war ein grandioses Erlebnis. Mein Problem war, dass wir alle so eng beieinander lagen und ich bei den Turnieren nicht über das Halbfinale hinausgekommen bin", wie er es gegenüber der Thüringischen Landeszeitung zu Protokoll gegeben hatte.

Improvisation war in diesem Jahr gefragt 
Improvisation war in diesem Jahr gefragt

Am Ende stand für Baum im Gesamtklassement ein dritter Platz zu Buche. Auch, weil Nationen wie Russland, Indien oder Kuba aufgeholt hätten, wie er bemerkte. Generell, so sein Eindruck, sei das Para-Karate professioneller geworden.

Wie es im kommenden Jahr für ihn und seine Mitstreiter und Mitstreiterinnen weitergeht, ist offen. In diesen Zeiten sei es eben schwierig, etwas vernünftig zu planen. Gleichwohl habe ihm die Corona-Zeit vor Augen geführt, "dass man viel hinnimmt und zur Improvisation gezwungen ist".

Dirk Kaiser

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