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Wenn aus Befürchtung Gewissheit wird: "Wie ein Stich ins Herz"

Bei der Europameisterschaft wollte Kumite-Athletin Shara Hubrich, 22, noch einmal angreifen – um mit einem richtig guten Ergebnis möglicherweise noch auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Jetzt wird die Olympia-Teilnahme für Hubrich deutlich schwieriger.

Wenn aus Befürchtung Gewissheit wird: "Wie ein Stich ins Herz"

Vom Kopf her runterfahren, ohne das Training schleifen zu lassen: Shara Hubrich (rechts)

Shara Hubrich, was war Ihr erster Gedanke, als Sie von der EM-Absage erfahren haben?
Shara Hubrich: "Natürlich war es wie ein Schock, aber ich hatte es schon geahnt."

Wieso?
Shara Hubrich: "In unserer Whatts-App -Gruppe (zu der Jana Messerschmidt, Johanna Kneer, Anna Miggou und Silvia Sperner gehören, Anm. des Autors) hatten wir uns darüber schon ausgiebig ausgetauscht."

Welche Emotionen hat das Aus der kontinentalen Titelkämpfe in Ihnen ausgelöst?
Shara Hubrich: "Das war wie ein Stich ins Herz – zumal ich gerade dabei war, mich körperlich und mental intensiv auf die EM vorzubereiten. Für mich hätte Baku noch einmal ein Wendepunkt sein können, um wichtige Punkte für ein Olympia Ticket zu sammeln. Jetzt rückt Olympia weiter in die Ferne. Denn es ist nicht vorherzusagen, wie es weiter geht."

Inwiefern?
Shara Hubrich: "Weil die letztjährige EM für mich nicht optimal gelaufen ist und nun das 2019er-Ergebnis für das Olympia-Qualifikations-Ranking herangezogen wird. Mit einer guten Platzierung hätte ich möglicherweise bessere Chancen gehabt, auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Dennoch fände ich es klasse, wenn es wenigstens Jana schaffen würde."

Hat den Trainingsplan in diesen unwägbaren Zeiten angepasst: Karate-"Floh" Shara Hubrich 
Hat den Trainingsplan in diesen unwägbaren Zeiten angepasst: Karate-"Floh" Shara Hubrich

"JanA und ich standen nie in Konkurrenz zueinander"

Das müssten Sie bitte näher erläutern.
Shara Hubrich: "Sollte die Olympia-Qualifikation in Paris ebenfalls nicht ausgetragen werden können, dann könnte eventuell Jana einen Platz für Tokio bekommen – und wir hätten in unserer Gewichtsklasse -55 Kilogramm eine Deutsche Athletin dabei."

Daraus entnehme ich, dass Sie es Ihrer „internen DKV-Konkurrentin“ gönnen würden.
Shara Hubrich: "Auf jeden Fall – zumal Jana und ich nie in Konkurrenz zueinander standen. Sie hätte es absolut verdient. Außerdem liegt noch so viel vor mir."

Im März und April stehen für Sie und den DKV-Kader keine Wettkämpfe auf dem Programm. Was bedeutet das für Ihr Training bzw. ist in diesen Zeiten überhaupt Training möglich?
Shara Hubrich: "Natürlich werde ich den Umfang, den ich vergangene Woche hochgefahren habe, etwas reduzieren. Ich werde mich ganz normal weiter vorbereiten – man muss nach vorne schauen. Die Situation ist, wie sie ist – daran lässt sich nichts ändern."

Wird es hinsichtlich der Trainingssteuerung und der Trainingsbelastung Anpassungen geben?
Shara Hubrich: "Ich werde mein Training der Situation anpassen. Karate-, Kraft- und Maximalkraft-Training gehören weiter zu meinem Programm, mein spezifisches Schnellkrafttraining werde ich nun etwas aufschieben müssen, sodass ich mich perfekt für das nächste Turnier vorbereite – sofern dieses denn stattfindet. Außerdem habe ich nun etwas Zeit, weiter an meiner Ausdauer zu arbeiten." 

"Kann an der Situation nichts ändern" 
"Kann an der Situation nichts ändern"

"ich Lasse mich nicht verrückt machen"

Wie gehen Sie mental mit dieser Situation um, die keine belastbaren Vorhersagen ermöglicht?
Shara Hubrich: "Ich schaue nach vorne, denke von Etappe zu Etappe. Es macht keinen Sinn über den Ausfall der EM nachzudenken. Klar, war das im ersten Moment schmerzhaft. Aber es lässt sich eben nicht ändern."

Wie sehr beeinflusst Covid-19 Ihr sportliches, aber auch Ihr privates Leben?
Shara Hubrich: "Sportlich überhaupt nicht, allerdings bekomme ich durch mein Umfeld und das, was in den Medien zu lesen ist, schon so einiges mit. Allerdings lasse ich mich dadurch nicht verrückt machen – weil ich meinen Alltag, so, wie ich ihn lebe, weiterhin aufrechterhalten möchte. Was die Corona-Angst bei den Menschen auslösen kann, sieht man ja an den Hamsterkäufen."

Werden Sie sich in nächster Zeit wieder verstärkt Ihrem Studium widmen?
Shara Hubrich: "Das habe ich tatsächlich überlegt. Ich könnte einige Klausuren schreiben und Stoff nachholen. Derzeit plane ich aber weiterhin mit Karate als Schwerpunkt."

Sollte der Karate-Sportbetrieb noch länger ausgesetzt werden – was wäre Ihr nächstes großes Ziel?
Shara Hubrich: "Ganz klar die Weltmeisterschaft in Dubai im November. Da habe ich die Goldmedaille deutlich vor Augen."

Das Gespräch führte Dirk Kaiser

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