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17.09.2019

Japanische Leidenschaft in Ludwigsburg

Es ist ein perfekter Sommertag mitten im September. Die Sonne hat noch Kraft und treibt das Thermometer auf 25 Grad in die Höhe.

Deutlich wärmer und weniger sauerstoff-haltig ist es unterdessen im Inneren der Ludwigsburger Rundsporthalle: Über 300 Karateka aus der gesamten Republik, darunter 50 A-Trainer, verwandeln die Sportstätte, in denen in früheren Zeiten die Ludwigsburger Bundesliga-Basketballer ihre Heimspiele ausgetragen haben, in ein riesiges Dojo.

Sie alle sind an diesem Tag in die Barockstadt gekommen, um sich im Rahmen des jährlich stattfindenden DKV-Tages in das traditionelle Okinawa-Karate einweisen zu lassen – eine anspruchsvolle und zugleich schweißtreibende Angelegenheit. Denn die Riege der Okinawa-Meister, die erstmals zu Gast in Deutschland ist, fordert den Teilnehmern und Teilnehmerinnen so manches ab. Und dabei sind die Koryphäen aus der japanischen Präfektur alle jenseits der 70: Mit seinen 79 Jahren ist Naonobu Ahagon (10. DAN) der Älteste des Quintetts, und seine Ausführungen sind nach wie vor präzise, schnell und kraftvoll – eine Augenweide.

Karamitsos und Measara als „Kommunikatoren“

Für die Kommunikation zwischen der japanischen Delegation und den Aktiven sind Kata-Bundestrainer Efthimios Karamitsos und Jamal Measara zuständig – wobei Letzterer als Moderator und Dolmetscher fungiert.

Das Programm des DKV-Tages hat jedoch weit mehr zu bieten als das Okinawa-Karate: In zwei weiteren Hallen, in unmittelbarer Nähe der Rundsporthalle gelegen, geben Kumite-Bundestrainer Thomas Nitschmann, DKV-Sportdirektor Christian Grüner und Köksal Cakir (Landestrainer Baden-Württemberg) praktische Einblicke in ihre Arbeit. Auch diese Einheiten sind gut besucht.

Darüber hinaus finden im Rahmen dieser Veranstaltung diverse Sitzungen statt. So werden unter der Regie von Marlis Gebbing und Vico Köhler der Bundesfrauen- und der Bundesjugend-Tag abgehalten. Die Tagungen der Lehr- und Schulsport-Referenten unter der Leitung von Elmar Griesbauer (Lehrreferent) und Ralf Brünig stehen ebenso auf dem Programm wie die Zusammenkünfte der Leistungssport- und Gesundheitssport-Referenten der Länder. Diesbezüglich sind Christian Grüner und erneut Vico Köhler federführend.

„Erneut ein hervorragendes Breitensport-Event“

Nach rund sechs Stunden ist die Veranstaltung vorbei – und DKV-Präsident Wolfgang Weigert zieht ein positives Fazit: „Das war erneut ein hervorragendes Breitensport-Event – sowohl von der Teilnehmerzahl her als auch von der Organisation. Mein ganz spezieller Dank gilt jedoch unseren Gästen aus Okinawa, die nicht nur zu jeder Zeit mit Leidenschaft und Freude bei der Sache waren, sondern diesem DKV-Tag eine besondere Note verliehen haben.“

Bereits am Abend zuvor war dies deutlich geworden: Im Rahmen eines gemeinsamen Essens hatte sich die Okinawa-Abordnung nahbar und locker gegeben. Ein Vertreter der Präfektur Okinawa hatte sich sogar so weit aus dem Fenster gelehnt, indem er betonte, dass er sich eine „sehr, sehr lange Zusammenarbeit“ mit dem DKV wünsche. Mit der Ende Februar geplanten Trainingsgruppen-Reise nach Okinawa wird ein erster, gleichwohl sehr wichtiger Schritt in dieser Richtung erfolgen.

Dirk Kaiser

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