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23. Januar 2026
Premier League: Deutsche Meisterin präsentiert sich in ihren fünf Kämpfen abgeklärt und selbstbewusst. Alexandra Wolf mit tollem Debüt. Jasmin Bleul mit Ausrufezeichen gegen Tamara Lehner.

Shara Hubrich hatte sich am ersten Tag des Premier-League-Events von Istanbul in bestechender Form präsentiert: Nach einer verlustpunktfreien Vorrunde, einem knappen 3:2-Erfolg im Viertelfinale über Erminia Perfetto (Italien) und dem anschließenden souveränen 3:0-Sieg im Halbfinale über Ema Sgardelli (Kroatien) hatte sich die Deutsche Meisterin bis ins Finale gekämpft und kann ihre exzellenten Leistungen am Sonntag mit der Goldmedaille veredeln. Gegnerin um 9.45 Uhr deutscher Zeit ist die Schwedin Agnes Nyman.
"Das war eine Weltklasse-Leistung, die Shara zum Jahres-Auftakt gezeigt hat. Imponierend war die Art und Weise, wie sie jeden Kampf dominiert und damit ihre Gegnerinnen unter Druck gesetzt hat. Durch diese Präsenz in Kombination mit der cleveren Kampf-Führung ging kein Weg an ihr vorbei."
Noah Bitsch (Kumite-Bundestrainer)
Vor der taktischen Meisterleistung gegen Sgardelli, die sich 2025 und 2024 in Jerewan und Zadar zur Europameisterin gekrönt und dabei in Armenien Hubrich in der zweiten Runde durch Judges-Entscheid (0:0) in die Trostrunde geschickt hatte, hatte sich die 28-jährige Deutsche einen spannenden Schlag-Abtausch mit der Italienerin geliefert, die vergangenes Jahr im Premier-League-Viertelfinale von Rabat Hubrich mit 4:2 bezwungen hatte.
1:0, 2:1 und 3:1 hatte Hubrich in Führung gelegen, ehe Perfetto 16 Sekunden vor Schluss ihren zweiten Punkt erzielt und danach "Power pur" entfacht hatte. Doch die Münsterländerin war cool geblieben und den Attacken entweder ausgewichen oder selbst in die Offensive gegangen.
In der Vorrunde hatte Hubrich in den ersten beiden Kämpfen zweimal mit 0:1 zurückgelegen - und zweimal war es ihr gelungen, den Rückstand in einen Erfolg umzumünzen: Nachdem sie zunächst Muserref Özdemir aus der Türkei mit 4:1 bezwungen und dabei nach dem 1:1 mit einer Ippon-Wertung auf das End-Resultat gestellt hatte, hatte Hubrich ein 3:1 über Natalia Vargova folgen lassen.
Gegen die Slowakin, auf die sie zuletzt 2024 in der Vorrunde der Premier-League-Veranstaltung von Antalya getroffen war (das End-Ergebnis hatte damals 1:1 gelautet), war es wie gegen Özdemir gewesen: Nach dem Rückstand war Hubrich abgeklärt geblieben und hatte mit einem "Dreier" das Momentum auf ihre Seite gezogen.
Der abschließende 2:0-Erfolg über die Polin Zuzanna Bernaciak hatte schließlich die makellose Vorrunde perfekt gemacht.
Für die Debütantin Alexandra Wolf hatte es zwar nicht zum Einzug in die K.o.-Runde gereicht - was auch vermessen gewesen wäre, dies in Betracht zu ziehen angesichts ihres Alters und der "Hammer-Gruppe", in der sie sich befunden hatte.
Allerdings hatte sich die 18-Jährige in ihren drei Kämpfen unbekümmert und beherzt präsentiert - und damit vor allem die Nummer fünf der Weltrangliste, Shahmalarani Chandran aus Malaysia, überrascht.
Auch im abschließenden Aufeinandertreffen mit Yuliia Palashevska hatte die nationale U21-Meisterin und Vizemeisterin in der Leistungsklasse ihr Potential abgerufen - wohl wissend, dass selbst ein Erfolg über die Ukrainerin nicht zum Weiterkommen gereicht hätte.
Mit einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage hatte sich Mia Bitsch als Vorrunden-Dritte aus dem Wettbewerb verabschiedet.
Nach dem gelungenen Einstand gegen Ruth Vizcaino Calvo hatten sich die "World-Games"-Siegerin und die spätere Gruppen-Beste, Chaimae Elhayti aus Marokko, bis zum Schluss belauert - ohne jedoch zu punkten.
Angesichts der Tabellen-Konstellation und der letzten Gegnerin, hätte es gegen die Japanerin Ruan Mukai eines hohen Sieges bedurft, um sicher in die nächste Runde einzuziehen. Doch Mukai, die ebenfalls noch Chancen aufs Weiterkommen gehabt hatte, war ein 9:4-Triumph gelungen.
Trotz dieses Erfolges hatte auch sie, genau wie Bitsch, tatenlos mit ansehen müssen, wie Chaimae Elhayti im letzten Vorrunden-Kampf den Einzug ins Viertelfinale perfekt gemacht hatte.
Für eine positive Überraschung hatte Seden Bugur (SC Banzai Berlin) in der Gewichtsklasse -50 Kilogramm gesorgt. Die DKV-Kader-Athletin war in ihrer Vorrunden-Gruppe - nach Siegen gegen die Schweizerin Maya Schaerer (1:0) und die Italienerin Ludovica Legittimo (1:1) - Zweite hinter der Schwedin Agnes Nyman geworden. Das entscheidende Duell gegen Nymann hatte Bugur mit 0:3 verloren.
Ihre Schwester Gizem hatte in der Gewichtsklasse -55 Kilogramm mit einem Sieg und zwei Niederlagen den dritten Vorrunden-Platz belegt.

Sie hatten zeitgleich auf die Tatami gemusst - und sie waren am Ende ihrer ersten Duelle mit dem gleichen Ergebnis von der Tatami gegangen. Dass die Resultate zu Ungunsten von Jasmin Bleul und Rita Siebert ausgefallen waren, war indes wenig verwunderlich gewesen.
So hatte es Bleul mit der diesjährigen Serie-A-Gewinnerin von Tiflis, Nakaji Hisami (Japan), zu tun bekommen. Siebert hingegen hatte gleich zum Auftakt gegen die aufstrebende Asiatin Sze Man Wong aus Hongkong antreten müssen.

Durch die jeweiligen Auftakt-Niederlagen hatte früh festgestanden, dass es für die beiden DKV-Athletinnen nicht in die nächste Runde gehen würde - wobei die deutsche Nummer eins mit dem 5:2-Erfolg über Tamara Lehner (Österreich) für ein Ausrufezeichen gesorgt hatte.
Gegen die Portugiesin Ana Cruz, die Bleul 2024 im Viertelfinale der Europameisterschaften von Zadar bezwungen hatte, hatte es zum Abschluss des Wettkampfs schließlich die zweite Niederlage gegeben.
Dirk Kaiser
KATA
Jasmin Bleul / WKF-Ranking 25
1:6 gegen Nakaji Hisami (Japan) / 19 - Gojushiho Sho
5:2 gegen Tamara Lehner (Österreich) / 6 - Gojushiho Dai
2:5 gegen Ana Cruz (Portugal) / 11 - Suparinpei
Rita Siebert / WKF-Ranking 27
1:6 gegen Sze Man Wong (Hongkong) / 35 - Chatanyara Kushanku
0:7 gegen Paola Garcia Lozano (Spanien) / 10 - Anan Dai
0:7 gegen Kiri Mishima (Japan) / 5 - Ohan Dai

KUMITE
Florian Haas (-60 Kilogramm) / WKF-Ranking 32
2:7 gegen Burak Özdemir (Türkei) / 23
1:3 gegen Hiromo Hashimoto (Japan) / 2
Muhammed Özdemir (-67 Kilogramm) / WKF-Ranking 13
0:6 gegen Iurik Ogannisian (Neutraler Athlet) / 12
3:6 gegen Afeef Ghaith (Jordanien) / 3
0:1 gegen Adel Omara (Ägypten) / 17
Der zweite und zugleich letzte Kampf für Florian Haas dürfte ihn positiv gestimmt haben: Zwar hatte es gegen die Nummer zwei der Welt eine weitere Niederlage gegeben, doch im Gegensatz zur Auftakt-Niederlage hatte Haas diesmal das richtige Skill-Set parat gehabt - was sich unter anderem daran gezeigt hatte, dass der 25-Jährige gegen Hiromo Hashimoto mit 1:0 in Führung gegangen war.
Gegen Burak Özdemir hatten indes das Haas'sche Timing und die Distanz zum Kontrahenten nicht wirklich gepasst. Özdemir hingegen hatte seine wenigen Aktionen effizient "ins Ziel" gebracht und damit zu Punkten gemacht.

Auch für Muhammed Özdemir war es nicht so gelaufen, wie er es sich vorgestellt haben dürfte: So war das 0:6 gegen den quirligen und unbequem agierenden Iurik Ogannisian (Neutraler Athlet) ein Stimmungs-Dämpfer zum Auftakt.
Im zweiten Kampf, diesmal gegen Afeef Ghaith, hatte der Deutsche Meister erneut früh in Rückstand gelegen (0:3) und sich dann auf 2:3 herangekämpft.
Doch der Jordanier, der sein erstes Duell überraschend verloren hatte, hatte sich davon unbeeindruckt gezeigt und mit der zweiten Waza-Ari-Wertung wieder für klare Verhältnisse gesorgt.
Somit hatte vor dem abschließenden Aufeinandertreffen mit Adel Omara (Ägypten) festgestanden, dass es bei drei Özdemir-Kämpfen bleiben würde - wobei auch der letzte - und das in letzter Sekunde - mit 0:1 verloren gegangen war.
Shara Hubrich (-50 Kilogramm) / WKF-Ranking 18
4:1 gegen Muserref Özdemir (Türkei) / 34
3:1 gegen Natalia Vargova (Slowakei) / 17
2:0 gegen Zuzanna Bernaciak (Polen) / 32
Viertelfinale
3:2 gegen Erminia Perfetto (Italien) / 6
Halbfinale: 3:0 gegen Ema Sgardelli (Kroatien) / 8
Finale: 1:3 gegen Agnes Nyman (Schweden) / 11
Alexandra Wolf (-50 Kilogramm) / WKF-Ranking 25
3:1 gegen Shahmalarani Chandran (Malaysia) / 5
1:5 gegen Aika Okazaki (Japan) / 14
0:1 gegen Yuliia Palashevska (Ukraine) / 15
Mia Bitsch (-55 Kilogramm) / WKF-Ranking 7
3:1 gegen Ruth Vizcaino Calvo (Spanien) / 44
0:0 gegen Chaimae Elhayti (Marokko) / 65
4:9 gegen Ruan Mukai (Japan) / 27