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18. April 2025
Premier League in Kairo: Shara Hubrich und die verflixte Dreier-Konstellation. Mia Bitsch und die Achterbahn-Fahrt. Jasmin Jüttner und das große Pech mit den Auslosungen. Rita Siebert und das sehr ordentliche Debüt.
Update: Die Emotionen hatten heraus gemusst: Mit drei "Ur-Schreien" hatte Florian Haas den 2:0-Erfolg über seinen Kontrahenten aus Chile, Enrique Villalon Ruiz, und den damit verbundenen Gewinn der Bronzemedaille gefeiert. In einem extrem taktisch geprägten Kampf mit wenig Aktionen hatte Haas, der beim Premier-League-Event in Kairo seine bisher besten Auftritte in diesem Jahr gezeigt hatte, den ersten Punkt elf Sekunden vor dem Ende erzielt. Zwei Sekunden später war Punkt Nummer zwei hinzugekommen - weil er Ruiz' Offensiv-Bemühungen clever gekontert hatte. Der letzte Versuch von Ruiz und seinem Coach, mittels Video-Review das Ergebnis zu wenden, war für Haas folgenlos geblieben.
Die vier Erfolge und der damit verbundene Einzug ins Premier-League-Halbfinale von Kairo dürften Florian Haas richtig gutgetan haben: War Haas zuvor in Paris und Hangzhou nicht über seinen Vorrunden-Pool hinausgekommen, hatte der 25-Jährige in der ägyptischen Hauptstadt vor allem in seinen ersten beiden Vorrunden-Kämpfen Nervenstärke bewiesen und damit den Grundstein zum Einzug in die K.o.-Runde gelegt.
In der hatte Haas zunächst den Kasachen Darkhan Timraliyev, der sich in seiner Vorrunden-Gruppe gegen den Weltranglisten-Zweiten Christos-Stefanos Xenos aus Griechenland durchgesetzt hatte, mit 3:1 auf Distanz gehalten. Gegen Lokalmatador Zyad Ali hatte Haas schließlich seine erste Niederlage (0:4) hinnehmen müssen. Allerdings kann der Deutsche den Wettbewerb am Sonntag noch mit der Bronzemedaille veredeln. Dazu bedarf es eines Sieges gegen Enrique Villalon Ruiz aus Chile.
Das Viertelfinale im Blick hatte auch Shara Hubrich gehabt: Nach zwei Siegen, darunter dem knappen und sehr spät erzielten 1:0-Erfolg über Catarina Rodrigues (Portugal), hätte gegen die Bulgarin Teodora Tsaneva bereits ein Remis zum Weiterkommen gereicht. Indes: Hubrich hatte ihren letzten Kampf - trotz einer 1:0-Führung - mit 1:3 verloren und war dadurch in eine Dreier-Wertung mit Rodrigues und Tsaneva gekommen (alle drei Athletinnen hatten zweimal gewonnen und einmal verloren). Und in dieser Konstellation hatte Rodrigues Platz eins, Tsaneva Platz zwei und Hubrich Platz drei eingenommen.
Auch Seden Bugur (SC Banzai Berlin) hatte nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden den Einzug ins Viertelfinale verpasst.
Eine Achterbahn-Fahrt der Gefühle hatte Mia Bitsch erlebt: Gleich in ihrem Auftakt-Duell hatte der Deutschen Meisterin ein Fehlstart gedroht - weil sie vier Sekunden vor Schluss gegen Rezzan Im Zumra (Türkei) mit 1:2 im Rückstand gelegen hatte. Doch mit einem Ippon hatte Bitsch das Blatt noch zu ihren Gunsten wenden können.
Auch der zweite Kampf hatte eine Menge Spektakuläres zu bieten gehabt: Binnen 15 Sekunden hatte die Deutsche aus einem 0:1 ein 2:1 gemacht und diese knappe Führung bis zum 3:2 behauptet. Allerdings war Rina Kodo (Japan), bei noch 47 Sekunden auf der Uhr, in die Offensive gegangen und hatte ihrerseits innerhalb von drei Sekunden aus einem 3:3 ein 4:3 gemacht. Am Ende hatte es 6:3 für die Weltranglisten-Fünfte geheißen - was zugleich den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde bedeutet hatte. Unmittelbar dahinter war Mia Bitsch mit zwei Erfolgen notiert worden.
Mit einem Sieg und Platz drei in ihrer Vorrunden-Gruppe hatte sich Gizem Bugur (SC Banzai Berlin) aus Kairo verabschiedet.
Jasmin Jüttner ist bei den Auslosungen nicht unbedingt vom Glück verfolgt gewesen: Nachdem es die Europameisterschafts-Dritte von 2024 bei den Veranstaltungen in Paris und Hangzhou jeweils mit der derzeitigen Nummer eins der Weltrangliste, Mo Sheung Grace Lau aus Hongkong, zu tun bekommen hatte, war es in Kairo diesmal die Zweitbeste, Maho Ono aus Japan, an der es kein Vorbeikommen gegeben hatte.
Für die Premier-League-Debütantin Rita Siebert hatte der Wettbewerb zwar ohne Erfolgs-Erlebnis geendet. Gleichwohl hatte sich die 20-Jährige mehr als achtbar aus der Affäre gezogen - und war gleich dreimal von den Kampfrichterinnen und Kampfrichtern mit 38,30 Punkten bedacht worden.
Dirk Kaiser
KATA
Jasmin Jüttner / Weltranglisten-Position 26
38,80 : 37,50 Punkte (Gojushiho Sho) gegen Lila Ritz (Schweiz) / 218
39,90 : 41,90 Punkte (Sansai) / gegen Maho Ono (Japan) / 2
Rita Siebert / Weltranglisten-Position 39
38,30 : 38,70 Punkte (Ohan Dai) gegen Helvetia Taily (Frankreich) / 52
38,30 : 39,90 Punkte (Gojushiho Dai) gegen Asmaa Allam (Ägypten) / 74
38,30 : 39,60 Punkte (Chatanyara Kushanku) gegen Rita Marques (Portugal) / 9
KUMITE
Florian Haas (-60 Kilogramm) / Weltranglisten-Position 35
3:2 gegen Ali Alajmi (Kuwait) / 20
4:3 gegen Christian Sabatino (Italien) / 52
5:1 gegen Bogdan Gogolosi (Ägypten) / 25
Viertelfinale: 3:1 gegen Darkhan Timraliyev (Kasachstan) / 23
Halbfinale: 0:4 gegen Zyad Ali (Ägypten) / 31
Duell um Bronze: 2:0 gegen Enrique Villalon Ruiz (Chile) / 14
Shara Hubrich (-50 Kilogramm) / Weltranglisten-Position 25
4:1 gegen Samina Yalcin (Niederlande) / 61
1:0 gegen Catarina Rodrigues (Portugal) / 25
1:3 gegen Teodora Tsaneva (Bulgarien) / 82
Mia Bitsch (-55 Kilogramm) / Weltranglisten-Position 3
4:2 gegen Rezzan Im Zumra (Türkei) / 26
3:6 gegen Rina Kodo (Japan) / 5
6:0 gegen Sevinch Rakhimova (Usbekistan) / 31