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10. April 2026

Für Siebert und Hubrich geht es um Bronze

Premier League in Leshan: Deutsche Vizemeisterin feiert den größten Erfolg auf der Tour. Drittes Event - zweite Medaillen-Chance: Hubrich konstant stark. "Big surprise": Alexandra Wolf mit Courage ins Viertelfinale.

Hatte sich der Algerierin Cyla Ouikene knapp geschlagen geben müssen: Shara Hubrich (rechts)
Hatte sich der Algerierin Cyla Ouikene knapp geschlagen geben müssen: Shara Hubrich (rechts)

Dass Shara Hubrich stets eine Kandidatin für das Erreichen der K.o.-Runde ist: Davon war aufgrund ihrer Resultate, insbesondere in diesem Jahr, auszugehen gewesen. 

Dass es in Leshan jedoch auch Alexandra Wolf gelingen würde, erstmals ins Viertelfinale einer Premier-League-Veranstaltung einzuziehen: Das dürfte in die Kategorie "big surprise" fallen - zumal die 18-Jährige zum Auftakt eine 0:3-Niederlage gegen Hsin-Yu Chan aus Taipeh hatte hinnehmen müssen.

Doch nach dem 6:2 gegen die in der Weltrangliste drei Plätze besser positionierte Slowakin Natalia Vargova und dem 0:0 von Chan gegen Erminia Perfetto hatte sich ein kleiner Spalt aufgetan, der nach dem Erfolg von Vargova über Chan noch größer geworden war.

Beherzte Vorstellung gegen die Nummer drei der Welt

Aufgrund der neuen Konstellation hatte es Wolf im letzten Vorrunden-Kampf selbst in der Hand, den Viertelfinal-Einzug perfekt zu machen. Und die Deutsche Meisterin hatte gegen die Italienerin, immerhin die Nummer drei der Welt, eine beherzte Vorstellung gezeigt und bis fünf Sekunden vor dem Ende mit 5:1 in Führung gelegen. 

Dass Perfetto mit einer Ippon-Wertung noch auf 5:4 verkürzt hatte, sollte indes keine Auswirkungen auf das End-Ergebnis haben.

In der K.o.-Runde war dann jedoch Mizuki Ishihara aus Japan eine nicht zu überwindende Hürde.

Kann sich über das beste Abschneiden auf der Tour freuen: Alexandra Wolf (rechts)
Kann sich über das beste Abschneiden auf der Tour freuen: Alexandra Wolf (rechts)

Zum dritten Mal die Vorrunde überstanden

Ohne Niederlage hatte hingegen Shara Hubrich ihren Vorrunden-Pool überstanden - wobei das entscheidende Duell gegen die Japanerin Aika Okazaki 2:2 ausgegangen war. 

Zuvor hatte Hubrich die Spanierin Mireia Vizuete, gegen die sie sich 2025 und 2024, jeweils in Rabat, deutlich durchgesetzt hatte, und Muserref Özdemir (Türkei) bezwungen. 

Damit hatte Hubrich zum dritten Mal in diesem Jahr die Vorrunde einer Premier League überstanden.

Gehandicapt und späteres Glück

Eine weitere Top-Platzierung ist ihr sicher: Shara Hubrich (rechts)
Eine weitere Top-Platzierung ist ihr sicher: Shara Hubrich (rechts)

Im Viertelfinale hatte Hubrich allerdings gegen Cylia Ouikene aus Algerien knapp mit 1:2 den Kürzeren gezogen. Nach dem 0:2 und aufgrund einer Blutung mit einer Tamponade in der Nase weiter kämpfend, hatte die DKV-Athletin zwar noch den Anschluss hergestellt, doch Ouikene, die zuletzt im Rahmen der Weltmeisterschaft in Kairo das Vorrunden-Duell gegen Hubrich mit 0:1 verloren hatte, hatte den knappen Vorsprung über die Zeit gebracht.

Etwas später hatte Shara Hubrich dennoch Grund zur Freude gehabt: Da die Algerierin im Finale steht, bekommt Hubrich am Sonntag noch einen weiteren Kampf - und in dem geht es gegen Ema Sgardelli aus Kroatien um Bronze.

Nur zwei Europäerinnen in der K.o.-Runde

Ausdrucksstark und kraftvoll: Rita Siebert
Ausdrucksstark und kraftvoll: Rita Siebert

Über dieses Abschneiden hatte sich Rita Siebert zurecht gefreut: Nach drei Vorrunden-Erfolgen und der durchaus erwartbaren Viertelfinal-Niederlage gegen die Weltranglisten-Erste Grace Lau Mo Sheung aus Hongkong, bestreitet die 21-Jährige am kommenden Sonntag das "kleine Finale" und wird - unabhängig vom Ausgang des Aufeinandertreffen mit Kiri Mishima - ihr bestes Premier-League Abschneiden feiern.

Die zweite Europäerin neben Siebert, die Spanierin Paola Garcia Lozano, hatte sich im Viertelfinale aus dem Wettbewerb verabschiedet - gegen jene Japanerin, mit der es nun Rita Siebert zu tun bekommt.

Und wieder ist Maho Ono die Spielverderberin

Für Jasmin Bleul hatte es indes nicht zum Weiterkommen gereicht - weil es die 32-jährige Deutsche in ihrer Vorrunden-Gruppe mit der Weltranglisten-Zweiten Maho Ono zu tun bekommen und sich die Japanerin, wie schon im vergangenen Jahr in Kairo und Rabat, gegen Bleul durchgesetzt hatte.

Gegen die Österreicherin Tamara Lehner war Bleul mit einem glatten 7:0 in den Wettbewerb gestartet - und hatte damit die 2026er-Bilanz gegen Lehner auf 2:0 ausgebaut.

Karate One Premier League: Logo auf rotem Hintergrund
Belegte mit einer 1:1-Bilanz den zweiten Platz in ihrer Vorrunden-Gruppe: Jasmin Jüttner
Belegte mit einer 1:1-Bilanz den zweiten Platz in ihrer Vorrunden-Gruppe: Jasmin Jüttner

Zufriedenstellendes Comeback

Nachdem Mia Bitsch aus Verletzungs-Gründen in Rom nicht an den Start gegangen war, hatte sie in Leshan ihr Comeback gefeiert. Und obwohl es nicht zum Einzug in die nächste Runde gereicht hatte, dürfte die "World-Games"-Gewinnerin mit ihren Leistungen - gerade im Hinblick auf die Heim-Europameisterschaften - durchaus zufrieden gewesen sein.

Deutliches Statement zum Vorrunden-Abschluss

Kann mit ihrem Comeback zufrieden sein: Mia Bitsch
Kann mit ihrem Comeback zufrieden sein: Mia Bitsch

Vor allem der 6:2-Erfolg über Viallo Lallo, die in der Weltrangliste direkt hinter Bitsch notiert wird, dürfte ihr Auftrieb gegeben haben - zumal sie an die Italienerin keine gute Erinnerungen gehabt haben dürfte: 2024 hatte Lallo Bitsch im Duell um Bronze in Kairo mit 2:0 bezwungen.

Zuvor hatte die Thüringerin ein 1:1 gegen Bella Samasheva (Kasachstan) erzielt. Allerdings war der Ausgleich erst zehn Sekunden vor dem Ende zustande gekommen, so dass nicht mehr viel Zeit übriggeblieben war, um dem Kampf eine andere Wendung zu geben.

Dirk Kaiser

Die DKV-Ergebnisse vom 1. Tag

KATA
Jasmin Bleul / WKF-Ranking: 22
7:0 gegen Tamara Lehner (Österreich) / 59 (Suparinpei)
0:7 gegen Maho Ono (Japan) / 2 (Sansai)

Rita Siebert / WKF-Ranking: 24
4:3 gegen Wai Yee Shannon Leong (Singapur) / 50 (Papuren)
4:3 gegen Yiwei Tao (China) / 41 (Chatanyara Kushanku)
5:2 gegen Sze Man Wong (Hongkong) / 29 (Suparinpei)
Viertelfinale: 0:7 gegen Grace Lau Mo Sheung (Honkong) / 1 (Anan Dai)
Duell um Bronze: 0:7 gegen Kiri Mishima (Japan) / 7

KUMITE
Shara Hubrich (-50 Kilogramm) / WKF-Ranking: 11
4:0 gegen Mireia Vizuete (Spanien) / 37
1:0 gegen Muserref Özdemir (Türkei) / 26
2:2 gegen Aika Okazaki (Japan) / 14
Viertelfinale: 1:2 gegen Cylia Ouikene (Algerien) / 5
Duell um Bronze: 4:2 gegen Ema Sgardelli (Kroatien) / 6

Alexandra Wolf (-50 Kilogramm) / WKF-Ranking: 20
0:3 gegen Hsin-Yu Chan (Taipeh) / 22
6:2 gegen Natalia Vargova (Slowakei) / 17
5:4 gegen Erminia Perfetto (Italien) / 3
Viertelfinale: 0:5 gegen Mizuki Ishihara (Japan) / 66

Mia Bitsch (-55 Kilogramm) / WKF-Ranking: 12
1:1 gegen Bella Samasheva (Kasachstan) / 25
6:2 gegen Viola Lallo (Italien) / 13

Florian Haas mit positiver Bilanz

Zwei Siege und eine Niederlage: So hatte die respektable Bilanz von Florian Haas gelautet. Damit war der deutsche Vizemeister in seiner Vorrunden-Gruppe auf Platz zwei gelandet - hinter Enrique Villalon Ruiz, der ebenfalls eine 2:1-Bilanz aufzuweisen hatte. 

Allerdings hatte der Chilene, der 2025 in Kairo im Bronze-Duell gegen Haas mit 0:2 das Nachsehen gehabt hatte, das direkte Duell gegen den DKV-Athleten mit 6:3 zu seinen Gunsten entschieden - und war somit ins Viertelfinale eingezogen.

Verpasste das Weiterkommen aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs: Florian Haas (rechts)
Verpasste das Weiterkommen aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs: Florian Haas (rechts)

Senshu als "Zünglein an der Waage"

Hatte ebenfalls den direkten Vergleich verloren: Muhammed Özdemir (rechts)
Hatte ebenfalls den direkten Vergleich verloren: Muhammed Özdemir (rechts)
Karate One Premier League: Logo auf rotem Hintergrund

Auch Muhammed Özdemir hatte das Weiterkommen aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs gegenüber Vinicius Figueira knapp verpasst - und dabei hatte der Senshu zugunsten des Brasilianers das "Zünglein an der Waage" gespielt.

Zuvor und danach hatte Özdemir zwei souveräne Leistungen gezeigt und mit dem 9:1-Triumph gegen den Lokal-Matador Zitong Wang die Chance aufs Viertelfinale gewahrt.

Allerdings hätte Figueira, der den Deutschen Meister 2024 in Antalya mit 3:1 besiegt hatte, gegen den Italiener Alvise Toniolo verlieren müssen. Doch dieser Fall war nicht eingetreten.

Florian Haas (-60 Kilogramm) / WKF-Ranking: 35
2:1 gegen Nurassyl Mussa (Kasachstan) / 52
3:6 gegen Enrique Villalon Ruiz (Chile) / 18
2:1 gegen Anass Abdelmalki (Belgien) / 33

Muhammed Özdemir (-67 Kilogramm) / WKF-Ranking: 16
3:1 gegen Alvise Toniolo (Italien) / 19
1:1 gegen Vinicius Figueira (Brasilien) / 13
9:1 gegen Zitong Wang (China)

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