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11. April 2026
Premier League in Leshan: 1:2 im Viertelfinale gegen die Weltranglisten-Erste. Cristina Fratila behauptet sich gegen namhafte Konkurrenz. Auch Charlotte Rühlmann zeigt einen couragierten Wettkampf.

Am zweiten Tag des Premier-League-Events von Leshan hatte es mit Selina Stamer ("Stamer") lediglich eine deutsche Athletin in die K.o.-Runde geschafft. Nach zwei Siegen (1:0 gegen die Schweizerin Shania Bonny und 13:3 gegen die Ungarin Dora Fleischer) und einer Niederlage (0:4 gegen Clio Ferracuti aus Italien) hatte Stamer das Viertelfinale erreicht und dieses gegen die spätere Siegerin und Weltranglisten-Erste, Sofya Berlutseva (Kasachstan), nur denkbar knapp mit 1:2 verloren.

Dicht vor einem Coup hatte die dritte DKV-Athletin in der Gewichtsklasse -68 Kilogramm gestanden: Mit zwei Siegen (2:2 gegen Daiyana Darenskaya aus Kasachstan und 6:0 gegen Eda Eltemur aus der Türkei) und einem Remis (2:2 gegen Tsubasa Kama aus Japan) hatte sich Cristina Fratila (Bayerischer Karate Bund) gegen namhafte Konkurrenz, die allesamt in den "Top 15" zu finden ist, behauptet.
Da nach Fratila und Kama nach drei Kämpfen punktgleich gewesen waren, hatte die höchste Wertung in den jeweiligen anderen Duellen den Ausschlag über das Weiterkommen gegeben. Und da die Nummer fünf der Welt eine Ippon-Wertung erhalten hatte, war sie anstelle von Fratila ins Viertelfinale eingezogen.
Für Hannah Riedel hatte es ebenfalls zu Rang zwei in ihrer Vorrunden-Gruppe gereicht - weil sich ihre japanische Kontrahentin Mashiro Ikeda für die in Rom erlittene Vorrunden-Niederlage (1:2) mit 4:0 rehabilitiert und damit den Grundstein für den Einzug in die K.o.-Runde gelegt hatte.
Madeleine Schröter hatte hingegen den Wettbewerb nach einer Verletzung im zweiten Kampf, ihre Gegnerin war Elina Sieliemienieva aus der Ukraine gewesen, vorzeitig beenden müssen.
"Wir müssen abwarten, ob es eine muskuläre Sache ist, weil die Gegnerin Madeleine getroffen hat, oder ob das Knie selbst betroffen ist", äußerte sich DKV-Leistungssport-Referent Thomas Nitschmann zurückhaltend.
Genau wie Cristina Fratila hatte Charlotte Rühlmann (Bayerischer Karate Bund) einen couragierten Wettkampf abgeliefert und sich mit zwei Erfolgen (4:2 gegen Dariya Pipko / Neutrale Athletin und 2:2 gegen Sevinch Egamberdiyeva / Usbekistan) ins finale Vorrunden-Duell mit Maria Torres Garcia begeben.
In dem hatte sich Rühlmann erneut kämpferisch präsentiert und der Nummer vier der Weltrangliste alles abverlangt. Am Ende hatte sich jedoch die erfahrene Spanierin mit 4:2 durchgesetzt.
Auf zwei Siege und eine Niederlage gekommen war zudem Johanna Kneer. Die Weltmeisterin war dabei erfolgreich in den Wettbewerb gestartet und hatte, nach einem weiteren Sieg, das finale Duell um den Einzug ins Viertelfinale zu bestreiten gehabt.
Gegen Arika Gurung aus Nepal, die später die Silbermedaille gewinnen sollte, war die Premier-League-Dritte von Rom allerdings mit 0:1 in Rückstand geraten und hatte diesen - nachdem beiden Athletinnen gleichzeitig ein Punkt zuerkannt worden war - nicht mehr in einen Erfolg ummünzen können.
Für Amelie Lücke hatte es indes kein Erfolgs-Erlebnis gegeben: Obwohl sie im letzten Kampf gegen die Jordanierin Yara Naser mit 3:1 in Führung gelegen hatte, hatte am Ende eine 3:5-Niederlage zu Buche gestanden.
Denkbar ungünstig hatte der Wettbewerb für Anastasiia Semenenko und Douaa Rabhi begonnen - weil beide DKV-Athletinnen den Auftakt-Kampf in ihrer Dreier-Gruppe verloren hatten: Rabhi mit 2:3 gegen Emina Sipovic (Bosnien-Herzegowina), Semenenko gegen die in der Weltrangliste eine Position schlechter platzierte Türkin Fatma Naz Yenen (1:3).
Im Gegensatz zu Rabhi, die auch gegen Oleksandra Sholokhova aus der Ukraine sieglos geblieben war, hatte Semenenko gegen Sevinch Otaboyeva (Usbekistan) ein 8:0 folgen lassen - wodurch sie ihre Chancen auf ein Weiterkommen gewahrt hatte. Doch Yenen hatte sich zum Vorrunden-Abschluss keine Blöße gegeben und die Usbekin ebenfalls deutlich mit 5:1 besiegt.
KUMITE
Anastasiia Semenenko (-61 Kilogramm) / WKF-Ranking: 14
1:3 gegen Fatma Naz Yenen (Türkei) / 15
8:0 gegen Sevinch Otaboyeva (Usbekistan) / 7
Douaa Rabhi (-61 Kilogramm) / WKF-Ranking: 35
2:3 gegen Emina Sipovic (Bosnien-Herzegowina) / 13
0:2 gegen Oleksandra Sholokhova (Ukraine) / 3
Hannah Riedel (-68 Kilogramm) / WKF-Ranking: 6
0:4 gegen Mashiro Ikeda (Japan) / 15
2:1 gegen Elizabeta Molnar (Slowenien) / 37
6:3 gegen Lubis Leica Al Humaira (Indonesien) / 75
Dass es für Janne Haubold nach langer Verletzungs-Pause nicht leicht werden würde, auf internationalem Top-Niveau sofort wieder zu glänzen, dürfte ihm, aber auch den Bundestrainern klar gewesen sein.
Vielmehr war es bei seinem Comeback darum gegangen, notwendige und wichtige Wettkampf-Praxis im Hinblick auf die Europameisterschaften zu sammeln - und zwar gegen Konkurrenten aus Europa, mit denen er es in Frankfurt möglicherweise zu tun bekommen könnte.

Insofern hatten die drei Kämpfe, obwohl sie allesamt verloren gegangen waren, ihren Zweck erfüllt.
Einen gebrauchten Tag hatte Nikolai Sekot erwischt: Gegen die Nummer 73 der Welt hatte der Deutsche Meister gleich zu Beginn eine 0:8-Niederlage hinnehmen müssen. Mit dem gleichen Ergebnis hatte er auch gegen den Chilenen Rodrigo Rojas verloren.
Johanna Kneer (+68 Kilogramm) / WKF-Ranking: 2
1:0 gegen Maryia Malakhava (Neutrale Athletin) / 52
4:0 gegen Jovana Damjanovic (Montenegro) / 19
1:2 gegen Arika Gurung (Nepal) / 11
Amelie Lücke (+68 Kilogramm) / WKF-Ranking: 61
3:6 gegen Zeyna Gaballa (Türkei) / 20
2:2 gegen Theodosia Giamouki (Zypern) / 14
3:5 gegen Yara Naser (Jordanien) / 63
Janne Haubold (-84 Kilogramm) / WKF-Ranking: 57
2:4 gegen Bjorn Kulovouri (Finnland) / 41
0:1 gegen Issa Lardjoum (Frankreich) / 64
2:7 gegen Valerii Chobotar (Ukraine) / 10
Nikolai Sekot (+84 Kilogramm) / WKF-Ranking: 19
0:8 gegen Ang Zhai (China) / 73
0:8 gegen Rodrigo Rojas (Chile) / 3