Mit Google Translate kann diese Webseite in andere Sprachen übersetzt werden. Wenn Sie eine Sprache auswählen, rufen Sie Inhalte auf Google-Servern ab. Der Webseitenbetreiber hat keinen Einfluss auf die Verarbeitung Ihrer Daten durch Google. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Daten an Google übermittelt werden, schließen Sie dieses Fenster mit einem Klick auf "X".
14. Juni 2026
Premier League in Rabat: Hannah Riedel verliert im Viertelfinale knapp gegen den "DKV-Schreck". Johanna Kneer, Amelie Lücke, Selina Stamer, Madeleine Schröter, Cristina Fratila, Anastasiia Semenenko und Janne Haubold werden Vorrunden-Zweite.

Die drei deutschen Starterinnen, die für das letzte Premier-League-Events des Jahres in Rabat (Marokko) in der Gewichtsklasse -68 Kilogramm gemeldet hatten, waren in ihren Gruppen recht erfolgreich unterwegs gewesen: So hatte sich Hannah Riedel in ihrem Dreier-Pool mit zwei Siegen, darunter ein 3:3 gegen die Nummer eins der Welt, Thalya Sombe, fürs Viertelfinale qualifiziert - und sich somit für die 0:5-Niederlage im Europameisterschafts-Viertelfinale von Frankfurt rehabilitiert.
In der K.o.-Runde hatte es die Thüringerin dann mit Elina Sieliemienieva zu tun bekommen. Die Ukrainerin wiederum hatte Madeleine Schröter, die ihre ersten beiden Duelle dank Senshu gewonnen hatte, im entscheidenden Kampf um den Gruppen-Sieg mit 5:2 bezwungen und somit ein deutsch-deutsches Duell verhindert.

Und Sieliemienieva, die bereits im Bronze-Duell von Frankfurt mit 4:3 das bessere Ende für sich gehabt hatte, hatte sich an diesem Tag nicht nur als "DKV-Schreck" erwiesen, sondern Riedel zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit knapp besiegt - diesmal mit 3:2. Da für die Nummer sechs der Welt im Halbfinale Endstation gewesen war, hatte es für die EM-Fünfte aus Erfurt keinen weiteren Auftritt mehr gegeben.
Auch Cristina Fratila hatte - genau wie Schröter - den zweiten Vorrunden-Platz belegt und sich dabei gegen die Weltranglisten-Zweite und spätere Finalistin aus Aserbaidschan, Iryna Zaretska, beachtlich aus der Affäre gezogen.

Einen hitzigen Auftakt hatten sich Emina Sipovic und Douaa Rabhi in der Gewichtsklasse -61 Kilogramm geliefert: Nachdem Rabhi nach positiv beschiedenem Video-Review etwas mehr als eine Minute vor dem Ende mit 1:0 in Führung gegangen und es Sipovic sechs Sekunden vor Schluss gelungen war, auf 1:1 zu stellen, war die Weltrangliste-Neunte zweimal zu früh wieder in den Kampf gestartet - was ihr zwei Verwarnungen des Kampfrichters eingebracht hatte.
Indes: Zum Sieg hatte es für Sipovic, die Rabhi im April dieses Jahres in Leshan in der Vorrunde noch mit 3:2 bezwungen hatte, nicht mehr gereicht.
Gegen Veronika Kostovska war es weitaus weniger emotional zugegangen, da Rabhi das Duell nach früher 3:0-Führung, für die der Video-Beweis verantwortlich gewesen war, stets unter Kontrolle gehabt hatte und über 3:1, 3:2, 4:2 und 4:3 zum End-Ergebnis von 5:3 gelangt war.
Angesichts der vorherigen Resultate hatte sich herauskristallisiert, dass der finale Kampf gegen Barbara Huaiquiman für das Weiterkommen entscheidend sein sollte - weil sowohl Rabhi als auch die Chilenin zweimal triumphiert hatten.
Und die 21-jährige Deutsche hatte von Beginn an keinen Zweifel daran gelassen, dass sie diejenige sein würde, die in die nächste Runde einzieht. Entschlossen, mutig und mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet, hatte sie mit einer Ippon-Wertung nach 60 Sekunden den Grundstein für den Einzug ins Viertelfinale gelegt.
In der K.o.-Runde, die Rabhi zum ersten Mal in diesem Jahr erreicht hatte, war Wafa Mahjoub aus Tunesien allerdings eine nicht zu überwindende Hürde gewesen. Gleichwohl war es für Rabhi das bestes Abschneiden auf der diesjährigen Tour gewesen.

Die zweite Deutsche in dieser Gewichtsklasse, Anastasiia Semenenko, war ebenfalls erfolgreich in ihren Wettkampf gestartet: Gegen Katarzyna Lewandowska hatte das DKV-Talent mit ihrem zweiten Punkt (16 Sekunden vor Schluss) den "Deckel drauf" auf einen abgeklärt geführten Kampf gemacht.
Gegen Sydney Yvon, die in der Weltrangliste eine Position besser platziert ist als die Deutsche Meisterin, war Semenenko ebenfalls über die gesamte Zeit die aktivere Athletin gewesen. Jedoch hatte der Französin, die zumeist auf eine Konter-Aktion gewartet hatte, eine Ippon-Wertung gereicht, um den Kampf nach 3:0-Führung mit 3:1 über die Ziellinie zu bringen.
Der letzte Vorrunden-Kampf gegen Merel Landman war schließlich eine Kopie des Lewandowska-Duells gewesen - nicht nur vom Ergebnis her, sondern auch vom Verlauf. Allerdings hatte sich Yvon gegen die beiden anderen Konkurrentinnen keine Blöße gegeben und war ins Viertelfinale eingezogen.

Die deutschen Kampfrichterinnen und Kampfrichter hatten nicht nur besondere Aufgaben gehabt - so hatte Eva Mona Altmann als "Chief Referee" das Turnier geleitet, war Friederike Dinger als "Tatami Manager Assistent" im Einsatz gewesen und hatte Uwe Portugall als "Appeals Jury Member No. 1" fungiert. Vielmehr das DKV-Sextett mit einer Ausnahme für die Final-Entscheidungen nominiert worden.
Amelie Lücke dürfte sich über die verpasste Chance vermutlich ziemlich geärgert haben: Nachdem sie im entscheidenden Kampf um den Gruppen-Sieg gegen Rochelle Walters aus einem 0:2 ein 5:2 gemacht hatte, hatte es den Anschein gehabt, als sollte Lücke erstmals in diesem Jahr in ein Premier-League-Viertelfinale einziehen - zumal nur noch neun Sekunden auf der digitalen Anzeige-Tafel zu sehen gewesen waren.
Doch Walters hatte noch ein "Ass im Ärmel" gehabt und mit einer Ippon-Wertung zum 5:5 ausgeglichen. Ein Ergebnis, das bis zum Schluss Bestand haben und die Engländerin mit vier Punkten in die K.o.-Runde führen sollte.

Ähnlich knapp gescheitert war auf derselben Tatami Selina Stamer (Stamer), die sich nach dem überraschend deutlichen 6:1-Auftakt-Triumph gegen die Vize-Europameisterin Clemence Pea aus Frankreich Asia Pergolesi (Italien) knapp mit 0:1 geschlagen geben musste. Da sich Pergolesi auch gegen Pea durchgesetzt hatte, war Stamer ebenfalls Vorrunden-Zweite geworden.

Die dritte zweite Vorrunden-Platz in einer Dreier-Gruppe war schließlich an Johanna Kneer gegangen. Wie schon in Frankfurt hatte die EM-Dritte gegen Clio Ferracuti das Nachsehen gehabt.
Über 1:0, 2:0 und 3:0 hatte sich die italienische Europameisterin ein Polster erkämpft, das nicht kleiner werden sollte - trotz intensiver Bemühungen der deutschen Weltmeisterin.
Dass Yuliia Ruso bei der 0:8-Niederlage gegen Kneer chancenlos geblieben war, hatte indes keinen Einfluss auf die Tabelle gehabt, da auch Ferracuti die Ukrainerin deutlich distanziert hatte.
Gleich zweimal war Charlotte Rühlmann zum gleichen Zeitpunkt mit 0:1 in Rückstand geraten: zunächst gegen Menna Shaaban Okila, danach gegen Brenda Pereira.
2:17 Minuten waren bis dahin absolviert worden - und die Fünfte der Deutschen Meisterschaften in der Gewichtsklasse +68 Kilogramm hatte gegen beide Gegnerinnen eine couragierte Vorstellung gezeigt, ohne sich allerdings dafür zu belohnt zu haben.
Gegen Ingrid Creemers, gegen die Rühlmann im Rahmen der Bundesliga bereits gekämpft hatte, war ihr dann der erste Sieg und somit ein zufriedenstellender Abschluss gelungen.
Dirk Kaiser
KUMITE
Anastasiia Semenenko (-61 Kilogramm) / WKF-Ranking 25
2:0 gegen Katarzyna Lewandowska (Polen) / 50
1:3 gegen Sydney Yvon (Frankreich) / 24
2:0 gegen Merel Landman (Niederlande) / 52
Douaa Rabhi (-61 Kilogramm) / WKF-Ranking 22
1:1 gegen Emina Sipovic (Bosnien-Herzegowina) / 9
5:3 gegen Veronika Kostovska (Mazedonien) / 36
4:0 gegen Barbara Huaiquiman (Chile) / 15
Viertelfinale: 0:8 gegen Wafa Mahjoub (Tunesien) / 4
Madeleine Schröter (-68 Kilogramm) / WKF-Ranking 36
2:2 gegen Maria Isabel Nieto Mejias (Spanien) / 18
5:5 gegen Kanna Nagai (Japan) / 38
2:5 gegen Elina Sieliemienieva (Ukraine) / 6
Hannah Riedel (-68 Kilogramm) / WKF-Ranking 8
5:2 gegen Anastasiia Velozo (Chile) / 9
3:3 gegen Thalya Sombe (Frankreich) / 1
Viertelfinale: 2:3 gegen Elina Sieliemienieva (Ukraine) / 6
Cristina Fratila (-68 Kilogramm) / WKF-Ranking 95
3:0 gegen Djihane Menacer (Frankreich) / 35
0:2 gegen Iryna Zaretska (Aserbadischan) / 2

KUMITE
Johanna Kneer (+68 Kilogramm) / WKF-Ranking 2
0:3 gegen Clio Ferracuti (Italien) / 8
8:0 gegen Yuliia Rusu (Ukraine) / 40
Amelie Lücke (+68 Kilogramm) / WKF-Ranking 42
6:1 gegen Jihane Bahajjou (Marokko) / 63
5:5 gegen Rochelle Walters (England) / 5
Charlotte Rühlmann (+68 Kilogramm) / WKF-Ranking 52
0:1 gegen Menna Shaaban Okila (Ägypten) / 13
0:4 gegen Brenda Pereira (Brasilien) / 28
2:1 gegen Ingrid Creemers (Niederlande) / 17
Wer Janne Haubold in Aktion sehen möchte, der kann garantiert ein Spektakel erwarten. Nachdem dem EM-Fünften zum Auftakt ein fulminantes 5:5 (mit dem Vorteil des Senshu) gegen den Lokal-Matador Salah-Eddine Koubidy gelungen war und er danach einen eher unspektakulären 2:1-Erfolg gegen Rayane Deghali hatte folgen lassen, war das Aufeinandertreffen mit dem EM-Champion Eduard Gasparian ein ständiges "punkten wollen" gewesen.

Gasparian, der zuvor gegen Koubidy mit 7:10 verloren hatte, musste gewinnen, um sich das Viertelfinal-Ticket zu sichern. Haubold hingegen hätte ein Remis gereicht. Entsprechend stürmisch war Gasparian sein Unterfangen angegangen und hatte bereits nach 38 Sekunden mit drei Yuko-Wertungen eine 3:0-Führung erzielt.
Wer jedoch Janne Haubold kennt, der weiß, dass Mutlosigkeit nicht zu seinen Charakter-Eigenschaften zählt - und so hatte sich der Niedersachse bis eine Minute vor Schluss auf 4:5 herangepunktet.
Die Chance aufs Weiterkommen war keine Utopie gewesen. Jedoch hatte Gasparian nach diesem "Weckruf" den Derwisch in sich geweckt und mit sieben weiteren Punkten das Duell vorzeitig für sich entschieden.
Janne Haubold (-84 Kilogramm) / WKF-Ranking 42
5:5 gegen Salah-Eddine Koubidy (Marokko) / 41
2:1 gegen Rayane Deghali (Belgien) / 59
4:12 gegen Eduard Gasparian (Neutraler Athlet) / 1
Nikolai Sekot (+84 Kilogramm) / WKF-Ranking 27
2:0 gegen Kentaro Yamauchi (Japan) / 9
2:2 gegen Greg Anderson (Schottland) / 46
0:4 gegen Simone Marino (Italien) / 32

Es war ein schmerzhaftes Aus gewesen, das Nikolai in seinem dritten und letzten Vorrunden-Kampf ereilt hatte: Nachdem der Italiener Simone Marino zunächst mit einer Ippon-Wertung aus einem 1:2-Rückstand ein 4:2 gemacht hatte, hatte er 56 Sekunden vor dem Ende einen weiteren "Dreier" folgen lassen, der allerdings nicht folgenlos geblieben war.
Denn der Ludwigsburger hatte bei dieser Aktion sichtlich etwas abbekommen und musste behandelt werden. Mit Eiswürfeln im Nacken war der DKV-Youngster nach längerer Unterbrechung zumindest wieder so weit hergestellt worden, dass er, gestützt durch zwei Personen des medizinischen Personals, die Matte verlassen konnte.
Im Anschluss daran waren die Kampfrichter zusammengekommen - um zu beraten, wie die Wertung auszusehen habe. Und die hatte, weil Sekot nicht mehr in der Lage gewesen war, das Aufeinandertreffen fortzusetzen, 4:0 für Marino gelautet.
Dirk Kaiser