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28. November 2025

Kneer macht's dreimal dramatisch

Einzel-WM in Kairo: "World-Games"-Siegerin steht im Viertelfinale. Hannah Riedel im Achtelfinale ausgeschieden. Reem Khamis hält zu viel Distanz. Morris Tellockes "Wackler" zum falschen Zeitpunkt.

Geschafft: Noah Bitsch und Johanna Kneer freuen sich für das Erreichen des Viertelfinales
Geschafft: Noah Bitsch und Johanna Kneer freuen sich für das Erreichen des Viertelfinales

Johanna Kneer ist die einzig verbliebene DKV-Hoffnung auf den Gewinn einer WM-Medaille. Nach einem dramatischen 3:3 gegen Nancy Garcia aus Frankreich steht die 27-Jährige im Viertelfinale von Kairo und bekommt es in dem mit Guadalupe Quintal Catzin zu tun. Die Mexikanerin beförderte überraschend die Nummer eins der Weltrangliste, Maria Torres Garcia (Spanien), aus dem Wettbewerb.

Im Achtelfinale gegen Garcia, die von Kneer in diesem Jahr bereits dreimal bei Premier-League-Events besiegt wurde (5:3 / Paris, 7:3 / Hangzhou, 3:0 / Rabat), war die "World-Games"-Siegerin zunächst kein Risiko eingegangen. Da Garcia die gleiche Taktik verfolgte, holten sich beide Athletinnen bis zur Hälfte des Kampfes jeweils drei Verwarnungen wegen Passivität ab.

Danach war es Kneer, die mehr investierte und mit einer Ippon-Wertung auf 3:0 stellte. Gleichwohl forderte Bundestrainer Noah Bitsch dazu auf, "weiter beweglich" zu bleiben.

Was Kneer zwar tat, aber ihre Gegnerin nicht davon abhielt, mit einem Yuko und einem Waza-Ari zum 3:3 auszugleichen. Doch Kneer brachte das hauchdünne Ergebnis, wie zuvor zweimal in der Vorrunde, über die verbleibenden Sekunden.

Durchatmen und Freude herauslassen: Bundestrainer Noah Bitsch und Johanna Kneer
Durchatmen und Freude herauslassen: Bundestrainer Noah Bitsch und Johanna Kneer

Turnaround innerhalb von fünf Sekunden

Für Hannah Riedel hatte es im Achtelfinale gegen die Kasachin Daiyana Darenskaya lange Zeit gut ausgesehen. Nach einer längeren Periode des "Belauerns" war die 21-Jährige, die ihre Kontrahentin Anfang des Jahres beim Serie-A-Turnier in Tbilisi (Georgien) in der ersten Runde mit 2:1 bezwungen hatte, 41 Sekunden vor Schluss mit 1:0 in Führung gegangen.

Angesichts der vorherigen Vorstellungen schien Riedel alles unter Kontrolle zu haben. Doch Darenskaya war es innerhalb von fünf Sekunden gelungen, aus dem 0:1 ein 2:1 zu machen.

In den Bemühungen, in den verbleibenden zwölf Sekunden noch den Ausgleich zu erzielen, wurde Riedel zweimal "kalt erwischt", so dass am Ende eine 1:8-Niederlage vermerkt wurde, die nicht den Kampfverlauf spiegelte, den er gehabt hatte.

Nach Hannah Riedel hat auch Johanna Kneer das Achtelfinale der Einzel-Weltmeisterschaften erreicht. Während Doppel-Europameisterin Riedel sich keine Blöße gab und alle drei Vorrunden-Kämpfe mit "weißer Weste" zu ihren Gunsten entschied, sorgte Kneer in zwei von drei Duellen für großes Drama. Am Ende führten sie zwei Unentschieden und ein Sieg - verbunden mit Vorrunden-Platz zwei - in die K.o.-Runde.

Starker Start gegen Sugita

Mit einer starken Vorstellung gegen Sumire Sugita war Johanna Kneer in den Wettbewerb gestartet. Das deutliche 7:1 spiegelte die Überlegenheit der Ravensburger in jeder Hinsicht wider. Nach der Hälfte des Kampfes lag Kneer gegen die Japanerin, die in diesem Jahr an gleicher Stätte gegen Kneer mit 0:3 in der Vorrunde der Premier-League-Veranstaltung verloren hatte, mit 3:0 in Führung. Spätestens nach dem 6:0, 1:17 Minute vor dem Ende, hatte es keinen Zweifel mehr an der Siegerin dieses Aufeinandertreffens gegeben.

Die Bilder des Tages - von Brigitte Kraußer

Schnelle Wendungen und ein spektakuläres Ende

Der zweite Kampf gegen die Lokalmatadorin Menna Shaaban Okila hatte alles, was zu einem Thriller dazugehört: zwei offensiv ausgerichtete Athletinnen, die um die Bedeutung des Ausgangs wussten, schnelle Wendungen und ein spektakuläres Ende.

Der Spielfilm: Okila, die 2025 im Premier-League-Viertelfinale von Kairo gegen Kneer mit 8:4 gewonnen und in Chengdu bei den "World Games" in der Vorrunde mit 4:8 verloren hatte, war rund 90 Sekunden vor dem Ende mit 1:0 in Führung gegangen. Doch die Antwort der "World-Games"-Siegerin zum 1:1 folgte bereits neun Sekunden später.

Wie man sie kennt: Johanna Kneer mit ihrer bevorzugten Technik - hier im Duell mit Sumire Sugita
Wie man sie kennt: Johanna Kneer mit ihrer bevorzugten Technik - hier im Duell mit Sumire Sugita

Ein Thriller ohne Siegerin

In der Folgezeit schenkten sich die Kontrahentinnen nichts, wollten unbedingt den Sieg. Und der schien an die Ägypterin zu gehen, die bei noch drei Sekunden auf der Anzeige-Tafel das 2:1 erzielte. Doch Kneer hatte erneut, und diesmal umgehend, die passende Antwort parat und auf 2:2 gestellt. Bei diesem Ergebnis blieb es schließlich. Da Okila aufgrund von vier Verwarnungen den Senshu "verloren" hatte, kam es zum Remis.

Vermindertes Risiko

Aufgrund der vorherigen Resultate stand fest, dass Johanna Kneer zum Abschluss der Gruppen-Phase ein Unentschieden zum Einzug ins Achtelfinale reichen würde. Ihre Gegnerin jedoch, Nikolina Golombos aus Kroatien, musste gewinnen, um zusammen mit der Ägypterin weiterkommen.

Dementsprechend traute sich keine der beiden Kontrahentinnen, ein hohes Risiko einzugehen - wobei Golombos den Faktor "Zeit" berücksichtigen musste.

Eine Kopie des Okila-Kampfes

Als sich das Aufeinandertreffen dem Ende neigte, forcierte die Kroatin ihre Aktionen und wurde 15 Sekunden vor Schluss mit der Führung (1:0) belohnt. Kneer musste, wie schon gegen Okila, schnell "liefern", um nicht vorzeitig aus dem Wettbewerb auszuscheiden. 

Und sie "lieferte" - wiederum: Bei noch sieben Sekunden gelang ihr der Ausgleich, der letztlich erneut zum Remis führte, da Golombos vier Verwarnungen auf dem Konto hatte. 

Mit "weißer Weste" weiter

Hannah Riedel und Swen Sattler freuen sich über die drei makellosen Vorrunden-Kämpfe und den Einzug in die K.o.-Runde
Hannah Riedel und Swen Sattler freuen sich über die drei makellosen Vorrunden-Kämpfe und den Einzug in die K.o.-Runde

Hannah Riedel hat es ins WM-Achtelfinale geschafft und sich auf dem Weg dorthin keine Blöße gegeben. Den Grundstein für ihr Weiterkommen legte die 21-Jährige im ersten Kampf, den sie mit 1:0 gegen Sadea Becirovic aus Kroatien gewann. Allerdings war Geduld gefragt, denn Becirovic, die gegen Riedel im Viertelfinale der diesjährigen EM in Jerewan mit 1:3 das Nachsehen hatte, ist noch ein kleines bisschen länger als Riedel – und diese wenigen Zentimeter können mit Blick auf die Reichweite durchaus von Bedeutung sein.

Geduld gefragt

Nachdem Nachwuchs-Bundestrainer Swen Sattler, der Riedel vor Ort coacht, seinem Schützling zugerufen hatte, sie solle "aktiver und mutiger" kämpfen, wurde die Doppel-Europameisterin tatsächlich aktiver und mutiger. Lohn für das forschere Auftreten war das 1:0 – das zugleich das End-Ergebnis sein sollte – 21 Sekunden vor dem Ende.

Hannah Riedel (rechts) benötigte gegen Sadea Becirovic Geduld, um sich knapp mit 1:0 durchzusetzen
Hannah Riedel (rechts) benötigte gegen Sadea Becirovic Geduld, um sich knapp mit 1:0 durchzusetzen

Fast eine Duplizität der Ereignisse

Fast ein Duplikat des ersten Duells war der zweite Riedel'sche Kampf gegen Nisrine Brouk aus Marokko – mit dem Unterschied, dass die Thüringerin diesmal 22 Sekunden vor dem Ende den ersten und einzigen Punkt in diesem Aufeinandertreffen erzielte. Zuvor hatten es die beiden Kontrahentinnen vermieden, einen Fehler zu begehen.

Im Eil-Tempo zum 8:0

Der letzte Vorrunden-Auftritt von Riedel gegen Juliet McLachlan aus Neuseeland ist schnell erzählt. Nach 22 Sekunden lag Riedel mit 1:0 in Führung, nach 45 Sekunden 4:0. Nach dem 5:0 folgte fast genau eine Minute vor dem Ende das vorzeitige Ende des Kampfes, da Riedel mit ihrer zweiten Ippon-Wertung auf 8:0 erhöht hatte.

Reem Khamis (rechts) merkte man an, dass ihr das entsprechende "Wettkampf-Rüstzeug" fehlte
Reem Khamis (rechts) merkte man an, dass ihr das entsprechende "Wettkampf-Rüstzeug" fehlte

Webb hellwach bei den Kontern

Dass Reem Khamis nach ihrem im März dieses Jahres erlittenen Kreuzbandriss (im Rahmen des Premier-League-Events in Hangzhou) und der sich anschließenden Reha nicht die Zeit hatte, um sich das entsprechende "Wettkampf-Rüstzeug" für die WM zu holen, war offensichtlich.

Die 22-Jährige, die sich aufgrund ihrer 2024er-Platzierungen für Kairo qualifiziert und nach ihrer schweren Verletzung erst wieder im Oktober dieses Jahres in Kuala Lumpur (Malaysia) einen Wettkampf (Platz drei beim Serie-A-Turnier) bestritten hatte, wirkte bereits in ihrem Auftakt-Duell gegen Iris Webb gehemmt und zögerlich - was Köksal Cakir, der sie durch den Kampf "navigierte", dazu veranlasste, ihr zu sagen, dass sie doch ein bisschen näher rangehen solle.

Allerdings war Webb hellwach bei ihren Kontern und hatte aus dem 2:1 (1:22 Minuten vor dem Ende) ein 4:1 (33 Sekunden vor Schluss) gemacht.

Zu viel Distanz

Ein Spiegelbild des ersten Kampfes war das Aufeinandertreffen mit Zakiah Adnan aus Malaysia: Obwohl nur ein Sieg die Chance aufs Weiterkommen erhalten hätte, scheute Khamis das volle Risiko - und musste bei etwas mehr als einer Minute Restzeit eine Ippon-Wertung zum 0:3 hinnehmen. Die Entscheidung - obschon Khamis noch ein Punkt gelungen war.

Auch im abschließenden und für den Einzug ins Achtelfinale bedeutungslosen Duell gegen Lejla Topalovic (Österreich) war die zweimalige "Grand Winnerin" erneut zu weit weg von ihrer Kontrahentin, um eine Aktion ins Ziel zu bringen. Die Folge war eine 0:2-Niederlage und somit Platz vier in der Vorrunden-Gruppe.

Zwei Patzer in der "Lieblings-Kata"

Eine nicht perfekte Kata im Duell gegen den Algerier Youcef Ziad verhinderte Morris Tellockes Einzug ins Achtelfinale
Eine nicht perfekte Kata im Duell gegen den Algerier Youcef Ziad verhinderte Morris Tellockes Einzug ins Achtelfinale

Ob es Nervosität gewesen war - oder eine Unkonzentriertheit zum falschen Zeitpunkt? In jedem Fall hatte die zweite, nicht fehlerfreie Kata Morris Tellocke den Einzug ins Achtelfinale gekostet. "Dabei ist es seine Lieblings-Kata", bilanzierte Bundestrainer Efthimios Karamitsos. Aber die "zwei Wackler" hätten ihm die Kampfrichterinnen und Kampfrichter nicht "verziehen".

Nachdem der WM-Debütant zum Auftakt gegen den Kolumbianer Alejandro Ramirez mit 39,60 Punkten eine "Duftmarke" gesetzt hatte, war angesichts der Gruppen-Konstellation und des Ergebnisses zwischen Anthony Vu (Schweden) und Youcef Ziad (Algerien) klar gewesen, dass Tellocke das Duell gegen den Algerier gewinnen musste, um in der K.o.-Runde dabei zu sein. 

Allerdings hatten die "Wackler" in der "Anan" den Plan durchkreuzt und Tellocke musste sich mit 37,70 : 39,00 Punkten geschlagen geben.

Anthony Vu wird seiner Favoritenrolle gerecht

Um das Unmögliche doch noch möglich zu machen, hätte es eines deutlichen Erfolges zum Abschluss über Anthony Vu bedurft. Doch der Skandinavier hatte wiederum eine starke Vorstellung gezeigt und Tellocke auf Distanz gehalten, so dass der Berliner bei seiner ersten WM-Teilnahme mit dem dritten Platz in seinem Vorrunden-Pool Vorlieb nehmen musste.

Gleichwohl konnte Karamitsos die niedrigen Bewertungen für seinen Schützlingen nicht nachvollziehen: "Anthony erhält fast 40 Punkte und Morris bleibt unter 38 Punkten - das passt irgendwie nicht, zumal die Kata sauber gelaufen wurde."

Dirk Kaiser

Die Resultate vom 2. Tag

KATA
Morris Tellocke / WKF-Ranking: 122
39,60 : 38,10 Punkte (Ohan Dai) gegen Alejandro Ramirez (Kolumbien) / WKF-Ranking: nicht in den Top 300 gelistet
37,70 : 39,00 Punkte (Anan) gegen Youcef Ziad (Algerien) / WKF-Ranking: 81
37,90 : 39,70 Punkte (Suparinpei) gegen Anthony Vu (Schweden) / WKF-Ranking: 17

KUMITE
Reem Khamis (-61 Kilogramm) / WKF-Ranking: 9
1:4 gegen Iris Webb (Australien) / WKF-Ranking: 28
1:3 gegen Zakiah Adnan (Malaysia) / WKF-Ranking: 60
0:2 gegen Lejla Topalovic (Österreich) / WKF-Ranking: 22

KUMITE
Hannah Riedel (-68 Kilogramm) / WKF-Ranking: 5
1:0 gegen Sadea Becirovic (Kroatien) / WKF-Ranking: 21
1:0 gegen Nisrine Brouk (Marokko) / WKF-Ranking: 13
8:0 gegen Juliet McLachlan (Neuseeland) / WKF-Ranking: 19
Achtelfinale: 1:8 gegen Daiyana Darenskaya (Kasachstan) / WKF-Ranking: 20

KUMITE
Johanna Kneer (+68 Kilogramm) / WKF-Ranking: 3
7:1 gegen Sumire Sugita (Japan) / WKF-Ranking: 17
2:2 gegen Menna Shaaban Okila (Ägypten) / WKF-Ranking: 6
1:1 gegen Nikolina Golombos (Kroatien) / WKF-Ranking: 20
Achtelfinale: 3:3 gegen Nancy Garcia (Frankreich) / WKF-Ranking: 12
Viertelfinale: 4:3 gegen Guadalupe Quintal Catzin (Mexiko) / WKF-Ranking: 31
Halbfinale: 4:0 gegen Kyriaki Kydonaki (Griechenland) / WKF-Ranking: 4
Finale: 8:0 gegen Sofya Berlutseva (Kasaschstan) / WKF-Ranking: 2