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30. November 2025

Kneer veredelt phänomenales Jahr

"World-Games"-Gewinnerin erteilt der Nummer zwei der Weltrangliste im WM-Finale von Kairo eine Lehrstunde und beendet den Gold-Kampf vorzeitig. Die 27-Jährige ist die erste deutsche Weltmeisterin seit 23 Jahren.

Das WM-Podium mit einer strahlenden Ravensburgerin (Zweite von links) und DKV-Präsident Wolfgang Weigert, der in seiner Funktion als WKF-"Vize" die Medaillen überreichte
Das WM-Podium mit einer strahlenden Ravensburgerin (Zweite von links) und DKV-Präsident Wolfgang Weigert, der in seiner Funktion als WKF-"Vize" die Medaillen überreichte

23 Jahre nach dem Gewinn des WM-Titels durch Kora Knühmann (-53 Kilogramm) in Madrid hat Karate-Deutschland wieder eine Weltmeisterin. Ihr Name: Johanna Kneer. Die 27-Jährige hatte bei den Einzel-Weltmeisterschaften in Kairo überzeugt und in allen sieben Kämpfen eine unfassbare Nervenstärke bewiesen. Nicht nur, weil sie gleich viermal "auf den letzten Drücker" einen Kampf zu ihren Gunsten entschied.

Vielmehr hatte die "World-Games"-Gewinnerin von Chengdu im Halbfinale gegen die Griechin Kyriaki Kydonaki eine taktische Meisterleistung abgeliefert und im Gold-Duell der Weltranglisten-Zweite Sofya Berlutseva eine Lehrstunde erteilt.

Finale gegen Sofya Berlutseva

Wer gedacht hatte, dass es zwischen den beiden Kontrahentinnen, die sich in diesem Jahr zweimal bei Premier-League-Events gegenüberstanden und jeweils einmal gewannen (wobei die Duelle in Hangzhou und Kairo 2:2 und 0:0 ausgingen), bis zum Schluss spannend zugehen würde, sah sich getäuscht.

Nach einer Phase des Abwartens konterte Kneer einen Angriff von Berlutseva in meisterlicher Manier und ging mit 3:0 in Führung. Gerade einmal vier Sekunden später - bei einer noch verbleibenden Kampfzeit von 1:44 Minuten - stellte die Deutsche auf 4:0.

"Game over" nach nur zwei Minuten

Es folgten intensive Attacken der Kasachin, die nun unbedingt punkten musste, um "im Spiel" zu bleiben. Doch Kneer, die von Beginn an konzentriert und fokussiert unterwegs war, ließ sich nicht beirren, konterte weiter clever und beendete das einseitige Aufeinandertreffen exakt 60 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 8:0 vorzeitig.

Johanna Kneer
Johanna Kneer

"Auf Augenhöhe mit der Weltspitze"

"Johanna hat zweifelsohne für ein Ausrufezeichen gesorgt und die Vorfreude auf unsere Heim-Europameisterschaften im kommenden Jahr in Frankfurt weiter steigen lassen", kommentierte DKV-Präsident Wolfgang Weigert das Kneer'sche Abschneiden.

Es war das letzte Gold, was ihr in der umfangreichen Medaillen-Sammlung noch gefehlt hatte
Es war das letzte Gold, was ihr in der umfangreichen Medaillen-Sammlung noch gefehlt hatte

Und weiter: "Darüber hinaus waren auch die anderen DKV-Athletinnen und Athleten allesamt auf Augenhöhe mit der Weltspitze – was die drei Achtelfinal-Teilnahmen durch Hannah Riedel, Shara Hubrich und Muhammed Özdemir unterstreichen."

Auch Noah Bitsch zeigte sich "mit der Art und Weise", wie seine Kumite-Schützlinge aufgetreten sind, "sehr zufrieden" - zumal vier von sechs aus dem Vorrunden-Pool herausgekommen seien.

Jeder Sieg und jede Niederlage habe eine eigene Geschichte gehabt, so der Bundestrainer weiter, der auch die beiden Athletinnen hervorgehoben wissen wollte, die es nicht in die K.o.-Runde geschafft hatten. 

Allerdings war Reem Khamis aus einer größeren und Mia Bitsch aus einer kleineren Verletzung zurückgekommen und hatten dementsprechend Trainings-Rückstand.

Phänomenales Jahr

Für Johanna Kneer geht somit ein phänomenales Jahr zu Ende: Nachdem die zweimalige Einzel- und Mannschafts-Europameisterin (2023 in Guadalajara / 2024 in Zadar) im Mai dieses Jahres mit dem deutschen Team Gold bei der EM in Jerewan (Armenien) geholt hatte, war die "European-Games"-Siegerin von 2023 (Krakau) im August in Chengdu (China) erstmals "World-Games"-Champion geworden.

"Eine absolute Meisterleistung"

"Der Weltmeister-Titel überstrahlt alles - obschon es zwischenzeitlich immer mal ein bisschen knapp war. Uns war aber klar, dass die meisten Kämpfe eng ausgehen würden. Allerdings haben wir nicht mit einem 8:0 im Finale gerechnet. Das war eine absolute Meisterleistung. 

Ihre Coolness, auf den Punkt abzuliefern, hat sie sich über mehrere Jahre erarbeitet. Sie ist gereift und so stabil, dass sie ihr hohes Niveau und ihr Potential jederzeit abrufen kann. Dieses Wissen sorgt für das entsprechende Selbstbewusstsein - sowohl bei Rückständen als auch bei Führungen."
Noah Bitsch (Bundestrainer)

Die Bilder des Tages - von Brigitte Kraußer

Para-Karate: "Beeindruckend hohes Niveau"

Neben der Goldmedaille gab es weiteres Edelmetall durch die beiden Para-Karateka Mike Richter und Albert Singer, die sich für ihre couragierten Vorstellungen der K21-Klassifizierung ("Menschen mit geistiger Beeinträchtigung / IQ weniger als 75") mit Bronze belohnten.

Obwohl die Athletinnen und Athleten erstmals fast einen gesamten Tag Teil dieser WM gewesen seien, sei das Niveau beeindruckend hoch gewesen, befand Wolfgang Weigert, der "allen Verantwortlichen für diese Mannschafts-Leistung und das Top-Auftreten des gesamten Teams" dankte.

Dirk Kaiser

Wolfgang Weigert mit Para-Karate-Bundestrainer Heiko Kuppi und Albert Singer
Wolfgang Weigert mit Para-Karate-Bundestrainer Heiko Kuppi und Albert Singer