"Der Kampfrichter ist nicht der alleinige Entscheider"

Im zweiten Teil des Interviews spricht Roland Lowinger über seine Beweggründe, den Job des Kampfrichters auszuüben - und die Zusammenarbeit mit seinem Team und den Coaches. Aufgezeichnet von Dirk Kaiser.

"Der Kampfrichter ist nicht der alleinige Entscheider"

Zurück in die Vergangenheit: Roland Lowinger (links) mit einem Mawashi-Geri gegen Peter Betz - den langjährigen Bundessportwart und Sportdirektor des DKB und DKV

Im ersten Teil des großen Interviews hat Roland Lowinger seinen schwierigsten Europameisterschafts-Kampf noch einmal Revue passieren lassen und Auskunft darüber gegeben, welche Voraussetzungen für einen Kampfrichter beziehungsweise Kampfrichterin elementar sind. Nun spricht der der 71-Jährige über seine Anfänge, seine Zukunft und das Zusammenwirken mit den Trainern.

Sind Sie jemals in die Situation geraten, dass Ihnen am Kampf Beteiligte oder Coaches Parteilichkeit unterstellt haben?

"Ich kann mich nicht erinnern, dass mir das jemals vorgeworfen wurde. Es ist jedoch normal und legitim, dass bestimmte Situation anders bewertet und dadurch äußerst emotional kritisiert werden. Mit den Coaches hatte ich bislang nur ganz selten Probleme. Grundsätzlich vertrete ich die Ansicht, dass die Coaches und die Kampfrichter beziehungsweise Kampfrichterinnen zusammenarbeiten sollten. Es wäre meines Erachtens verkehrt, wenn zwischen uns eine Mauer bestünde. Der Kampfrichter, der früher deutlich häufiger das Zünglein an der Waage war, ist nach dem bestehenden Regelwerk nicht mehr der alleinige Entscheider, sondern das Kampfrichter-Team."

Sieht seine Gilde und die Zunft der Trainer gemeinsam im Boot sitzen: Roland Lowinger
Sieht seine Gilde und die Zunft der Trainer gemeinsam im Boot sitzen: Roland Lowinger

Was hat Sie bewogen, Kampfrichter zu werden?
"Gegen Ende meiner aktiven Zeit hatte ich mich mit dieser Aufgabe bereits gedanklich auseinandergesetzt. Letztlich war es der damalige Bundeskampfrichter-Referent Franz Bork, einer der deutschen Größen, mit dem ich auf den Bundesbesten-Lehrgängen und in der Nationalmannschaft häufig trainiert hatte, der mich nach zahlreichen Gesprächen gefragt hat, ob ich nicht Kampfrichter werden wolle. So hat sich das Ganze vor ungefähr 40 Jahren entwickelt."
Wie sehen Ihre Pläne für die Zeit nach Beendigung der Kampfrichter-Tätigkeit aus?

"Ich habe bereits signalisiert, dass ich den Posten des Bundeskampfrichter-Referenten abgeben möchte. Das hätte eigentlich schon im März dieses Jahres im Rahmen der Deutschen Meisterschaft geschehen sollen. Für die Übergabe und die Einarbeitungszeit hätte ich natürlich zur Verfügung gestanden – schließlich gibt es in diesem Referat viele Feinheiten zu beachten. Aufgrund der COVID-19-Ausbreitung habe ich diesen Posten noch immer inne. Möglicherweise sogar bis Anfang 2021. Insofern gibt es noch keine konkreten Pläne für die 'Zeit danach' – zumal ich die nationale und die internationale Lizenz behalten möchte. Es sei denn, ich merke, dass ich nicht mehr meinen und den allgemeinen Ansprüchen in der Kampfrichterei genüge."

 
 

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