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Angebote für Ukraine-Flüchtlinge: "Best Practices" gesucht

Wie es Tenno-Karate-Do Chemnitz gelungen ist, in kürzester Zeit die Trainings-Gruppen auf gut das Doppelte anwachsen zu lassen.

Angebote für Ukraine-Flüchtlinge: "Best Practices" gesucht

Seit Februar 2022 befinden sich Menschen aus der Ukraine auf der Flucht vor dem Krieg in ihrem Land. Zumeist ausgestattet nur mit dem Nötigsten, verlassen sie ihre Heimat, um in anderen europäischen Ländern, darunter Deutschland, Schutz vor den Auswirkungen der Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine zu finden.

Neben der Bereitstellung von Unterkünften oder Dingen des täglichen Gebrauchs geht es auch darum, die Kinder, Jugendlichen und Frauen, die in der Mehrzahl die Ukraine verlassen, in die Gemeinschaft zu integrieren. Sportliche Angebote sind dabei nur ein Teil einer Vielzahl von Maßnahmen.

Dass sich zahlreiche DKV-Vereine diesbezüglich engagieren und spezielle Angebote für Flüchtlinge auf den Weg gebracht haben, unterstreichen die Rückmeldungen, die in der DKV-Zentrale eingehen. Dabei sind die jeweiligen Maßnahmen unterschiedlich und von Regionalitäten geprägt – wie das Beispiel aus Chemnitz dokumentiert (siehe Artikel unten).

Um nach Möglichkeit noch mehr Vereine dazu zu bewegen, ein diversifiziertes Angebot für Ukraine-Flüchtlinge anzubieten beziehungsweise das bereits bestehende Angebot auszubauen, stellen wir an dieser Stelle in unregelmäßigen Abständen "Best-Practice"-Beispiele vor.

Dazu bedarf es jedoch Ihres Mitwirkens! Schicken Sie uns Ihre Aktivitäten und Erfahrungen als Text (mit Bild-Motiven) oder in Form eines kommentierten Video-Clips (kann mit dem Smartphone erstellt werden) unter der Angabe des Vereins-Namens und eines Ansprechpartners, einer Ansprechpartnerin (mit Mail-Adresse und / oder Mobilnummer) per Mail zu. Ansprechpartner ist Dirk Kaiser (dirk.kaiser@karate.de).


Tenno-Karate-Do Chemnitz

"Einfach machen!"

Es fing im März 2022 an: Wenige Tage nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine tauchten die ersten blau-gelben Autokennzeichen in den Straßen von Chemnitz auf - und wir erhielten erste Anfragen ukrainischer Eltern, die einen sportlichen Ausgleich für ihre Kinder suchten.

Im Frühjahr entwickelten wir schließlich das Projekt, Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine ein niederschwelliges und zunächst kostenfreies Karate-Training in ihrer Landessprache anzubieten. Da wir nicht auf Förderprojekte zurückgegriffen haben, konnten wir gleich loslegen. Unser Credo lautete: "Einfach machen!"

Zweisprachiges Kindertraining
auf Deutsch und Russisch


Das Projekt startete schließlich im Mai mit Plakaten in Chemnitz und einer Werbe-Kampagne auf Facebook. Das Ergebnis war überwältigend: Innerhalb kürzester Zeit waren unsere Trainings-Gruppen auf gut das Doppelte angewachsen. Während das Kindertraining mittlerweile zweisprachig auf Deutsch und Russisch stattfindet, wird das Jugendtraining überwiegend auf Englisch abgehalten.

Gut ein Drittel der neuen ukrainischen Mitglieder hat selbst Karate-Erfahrung. Sie übten in ihrer Heimat den Stil Kyokushin, der in der Ukraine in etwa so stark verbreitet ist wie das Shotokan in Deutschland.

Da alle unsere Mitglieder aus der Ukraine einerseits auf eine – zumindest mittelfristige – Rückkehr in ihre Heimat hoffen und andererseits oft von staatlichen Leistungen leben müssen, haben wir ein niederschwelliges, zweisprachiges Aufnahmeformular entwickelt, das beim Amt vorgelegt werden kann. Eine kurze Kündigungsfrist trägt ihrer unsicheren Lebenssituation ebenso Rechnung wie ein vergünstigter Mitgliedsbeitrag.

In den Schulferien bieten wir zudem Sondertrainings-Einheiten im Freien und ein Trainingscamp an, an dem deutsche und ukrainische Kinder und Jugendliche gemeinsam teilnehmen.

Wir glauben, dieses Projekt ist nicht nur eine Chance für eine unkomplizierte Integrationsarbeit, sondern auch eine willkommene Abwechslung zum vergleichsweise "tristen" und spannungsgeladenen Lebensalltag der Kriegsflüchtlinge.

Für den Herbst haben wir eine große Kyu-Prüfung geplant, bei der auch die ukrainischen Kinder und Jugendliche teilnehmen werden. Ein Ziel, auf das es sich zu trainieren lohnt!

Ähnlichen Projekten innerhalb des DKV stehen wir gern mit Rat zur Seite.

Benjamin Jahn Zschocke (4. DAN)
Dojo-Leiter Tenno-Karate-Do Chemnitz

tenno-karate-do@gmx.de

 

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