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09. August 2025

Johanna Kneers meisterliche Final-Leistung

"World Games" in Chengdu: Die "European-Games"-Gewinnerin von 2023 setzt sich gegen Maria Torres Garcia durch. Die Weltranglisten-Erste wird 36 Sekunden vor Schluss aufgrund von fünf Verwarnungen disqualifiziert.

Johanna Kneer (Mitte) mit der Zweitplatzierten, Maria Torres Garcia (links), und Clio Ferracuti nach der Siegerehrung - Copyright: Team D
Johanna Kneer (Mitte) mit der Zweitplatzierten, Maria Torres Garcia (links), und Clio Ferracuti nach der Siegerehrung - Copyright: Team D

Update
Nach dem Gewinn der "European Games" vor zwei Jahren in Krakau hat sich Johanna Kneer nun auch die Goldmedaille bei den "World Games" geholt. Im Jianyang Cultural Sports Centre von Chengdu hatte die 27-Jährige eine Meisterleistung abgeliefert und das Finale beim Stand von 3:0 vorzeitig beendet - weil ihre Kontrahentin, die Spanierin Maria Torres Garcia, gegen die sie in der Vorrunde noch verloren hatte, aufgrund von Hansoku (fünf Verwarnungen) disqualifiziert worden war.

"Ein toller Mensch, ein Vorbild"

"Manchmal könnte man weinen, obwohl man sich unglaublich freut. Das waren meine Gefühle, als ich von weit weg gespannt jeden Augenblick ihrer Kämpfe verfolgt habe. Hinter all den Entbehrungen, all dem Trainingsfleiß ist nicht nur der Erfolg, der zählt, ist nicht nur Johanna, die 'World-Games'-Siegerin, sondern auch ein toller Mensch, ein Vorbild. Jojo auf ihrem Weg begleiten zu dürfen, ist daher etwas ganz Besonderes für mich."
Prof. Dr. Lazar Boskovic (Heim-Trainer von Johanna Kneer)

Für den DKV hätten die "World Games" somit nicht besser laufen können. Denn sowohl Mia Bitsch als auch Johanna Kneer waren mit der Goldmedaille bedacht worden. Johanna Kneer ist zudem die zehnte "World-Games"-Siegerin aus Deutschland (und die vierte Frau) seit der Premiere der Multisport-Veranstaltung im Jahr 1981 in den USA (Santa Clara).

Zweimal "World-Games"-Gold hatte es zuletzt 2005 in Duisburg gegeben: Damals waren Köksal Cakir (-75 Kilogramm) und Nadine Ziemer (+60 Kilogramm) erfolgreich gewesen.

Das Objekt der Begierde
Das Objekt der Begierde

Johanna Kneer - Maria Torres Garcia (Spanien)

Johanna Kneer (rechts) hatte sich optimal auf die Weltbeste vorbereitet und den Final-Kampf jederzeit kontrolliert - Copyright: Team D
Johanna Kneer (rechts) hatte sich optimal auf die Weltbeste vorbereitet und den Final-Kampf jederzeit kontrolliert - Copyright: Team D

Bereits 36 Sekunden vor dem Ende des Finales hatte die Siegerin festgestanden - und die hatte Johanna Kneer geheißen. Nachdem Kneer einen taktisch brillanten Kampf abgeliefert hatte und unmittelbar nach der gleichzeitigen Verwarnung wegen Passivität nach 45 Sekunden mit 2:0 in Führung gegangen war und diese auf 3:0 ausgebaut hatte (1:40 Minuten), hatte Maria Torres Garcia 36 Sekunden vor Schluss ihre fünfte Verwarnung erhalten und war disqualifiziert worden.

Allein diese Tatsache hatte gezeigt, dass die Weltranglisten-Erste und nun zweimalige "World-Games"-Zweite nicht in der Lage gewesen war, gegen die Kneer'sche Dominanz eine Lösung zu finden.

Die 27-jährige Ravensburgerin hatte bereits bei der Vorstellung locker und gelöst gewirkt und diese positive Energie in das Gold-Duell übertragen. Nachdem der Triumph festgestanden hatte, hatten sowohl Kneer als auch Bundestrainer Noah Bitsch in die Kamera gejubelt. Und nicht nur das: Noah Bitsch hatte seinem Schützling symbolisch eine Krone aufgesetzt.

Update
Nachdem Mia Bitsch am Freitag die Goldmedaille bei den "World Games" in Chengdu gewonnen hatte, kann es Johanna Kneer ihrer Team-Kollegin heute gleichtun: Nach dem 5:4-Halbfinal-Erfolg über Clio Ferracuti aus Italien steht die 27-Jährige im Finale und trifft in dem auf Maria Torres Garcia aus Spanien. Garcia hatte sich im zweiten Semifinale gegen die Titelverteidigerin Sofya Berlutseva aus Kasachstan mit 2:1 durchgesetzt.

Ungeachtet vom Ausgang des Gold-Duells kehrt der DKV mit zwei Medaillen aus China zurück. Dies war zuletzt vor zwölf Jahren bei den "World Games" in Cali (Kolumbien) der Fall gewesen. Damals hatten Jonathan Horn (Gold) und Noah Bitsch (Silber) an der Siegerehrung teilgenommen.

Die Bilder des Tages von "Team D"

Johanna Kneer - Clio Ferracuti (Italien)

Dramatischer und nervenzerfetzender hätte das Halbfinale nicht verlaufen können: 0:3 hatte die Deutsche bereits zurückgelegen - und sich dann mit einem Ippon wieder zurückgemeldet (3:3). Doch die Italienerin, die in den vergangenen fünf Jahren nicht einmal gegen Kneer gewinnen können, hatte sich vom Ausgleich nicht beeindrucken lassen und war erneut in Führung (4:3) gegangen.

Somit hatte Johanna Kneer zwingend noch zwei Punkte gebraucht, um das Duell zu zu ihren Gunsten zu entscheiden - und diese beiden Punkte waren ihr tatsächlich auch gelungen. "Selbst nach dem 0:3-Rückstand ist Johanna kämpferisch geblieben und hat das Ding mit einem Siegeswillen noch gedreht", fasste Martin das Geschehen kurz und knapp zusammen.

Viel zu tun für Eva Mona Altmann

Eva Mona Altmann (vorne, Dritte von links) mit ihren Kamprichterinnen- und Kampfrichter-Kollegen, die in Chengdu im Einsatz waren
Eva Mona Altmann (vorne, Dritte von links) mit ihren Kamprichterinnen- und Kampfrichter-Kollegen, die in Chengdu im Einsatz waren

Für Eva Mona Altmann war die Teilnahme an den "World Games" nicht nur ein weiteres Highlight in ihrer internationalen Judges-Karriere. Vielmehr war sie als "Tatami Managerin" und Kampfrichterin quasi im "Dauer-Einsatz" gewesen.

So hatte Altmann nicht nur diverse Vorrunden-Kämpfe, sondern unter anderem auch das Finale in der Gewichtsklasse -50 Kilogramm geleitet. Zudem war sie Mitglied der Kata-Jury gewesen, die die beiden Final-Entscheidungen zu begutachten hatte. 

Dirk Kaiser

Johanna Kneer - Maria Torres Garcia (Spanien)

Konzentriert in der Coaching-Box während des Kneer'schen Kampfes gegen Maria Torres Garcia: Bundestrainer Noah Bitsch - Copyright: Team D
Konzentriert in der Coaching-Box während des Kneer'schen Kampfes gegen Maria Torres Garcia: Bundestrainer Noah Bitsch - Copyright: Team D

Aufgrund der Tatsache, dass die Weltranglisten-Erste aus Spanien vor dem letzten Vorrunden-Kampf ebenfalls zwei Siege auf ihrem Konto verbucht hatte, war es darum gegangen, wer als Erste beziehungsweise Zweite in die Vorschluss-Runde einziehen würde. 

Beide Kontrahentinnen hatten sich zunächst belauert, ehe Maria Torres Garcia der erste Punkt gelungen war. Zwar hatte Kneer den Rückstand postwendend egalisieren können. Doch weitere Aktionen, die Punkte hätten geben können, waren in dem "Kampf auf Augenhöhe" ausgeblieben.

Johanna Kneer - Hannah Sullivan (Australien)

Hatte gegen die Australierin Hannah Sullivan den Kampf bis auf eine kleine Unachtsamkeit unter Kontrolle: Johanna Kneer (links) - Copyright: Team D
Hatte gegen die Australierin Hannah Sullivan den Kampf bis auf eine kleine Unachtsamkeit unter Kontrolle: Johanna Kneer (links) - Copyright: Team D

Es war fast schon eine Kopie des ersten Kampfes gewesen: Erneut hatte Johanna Kneer eine frühe Führung erzielt (2:0) und diese bis auf 5:0 ausgebaut - und erneut war es der Gegnerin gelungen, das Duell wieder offener zu gestalten, weil Kneer "einen Moment lang unaufmerksam gewesen war", so Martin Weber.

Allerdings hatte sich Kneer durch das 5:3 nicht beeindrucken lassen und mit dem 6:3 - der Punkt war erneut kurz vor dem Ende zustande gekommen - den zweiten Sieg des Tages unter Dach und Fach gebracht. "Dank einer guten Taktik und kalkuliertem Risiko", wie es Weber formulierte.

Johanna Kneer - Menna Shaaban Okila (Ägypten)

Johanna Kneer (links) beeindruckte gegen Menna Shaaban Okila erneut mit ihrer famosen Bein-Technik - Copyright: Team D
Johanna Kneer (links) beeindruckte gegen Menna Shaaban Okila erneut mit ihrer famosen Bein-Technik - Copyright: Team D

Gegen die unmittelbare Weltranglisten-"Nachbarin" hatte die Weltranglisten-Dritte einen Start nach Maß erwischt: Nach zwei klasse Aktionen hatte es früh 6:0 für Johanna Kneer gestanden - und ihre Kontrahentin schien ob der Offensiv-Power nicht so recht zu wissen, wie sie darauf reagieren sollte.

Doch Menna Shaaban Okila hatte sich nach dem frühen "Schock" gefangen und war in der Folgezeit ebenfalls zu Punkten gekommen - über 1:6 auf 4:6. Und plötzlich war das Aufeinandertreffen wieder zu einer engen und nervenaufreibenden Angelegenheit für Kneer geworden.

Kurz vor Schluss den "Deckel drauf" gemacht

Mit einem Waza-ari kurz vor Schluss hatte die 27-Jährige, die zwischenzeitlich "etwas ihre Linie verloren hatte", wie Martin Weber befand, jedoch den "Deckel drauf" gemacht und mit dem 8:4 einen gelungenen Auftakt gefeiert.

Notiz am Rande: Mit 4:8 hatte Kneer das Halbfinale des Premier-League-Events in Kairo im April dieses Jahres gegen Okila verloren.

Dirk Kaiser

Johanna Kneer (+68 Kilogramm)

Vorrunden-Gruppe B
8:4 gegen Menna Shaaban Okila (Ägypten) / WKF-Ranking: 4
2:0 Hannah Sullivan (Australien) / WKF-Ranking: 34
1:1 Maria Torres Garcia (Spanien) / WKF-Ranking: 1
Halbfinale
5:4 gegen Clio Ferracuti (Italien) / WKF-Ranking 5
Finale
3:0 gegen Maria Torres Garcia (Spanien) / WKF-Ranking: 1 (Hansoku)

Johanna Kneer (links)
Johanna Kneer (links)

Gegen kaum eine andere Gegnerin hat Johanna Kneer in den vergangenen Jahren so häufig gekämpft, wie gegen die spanische Weltrangliste-Erste Maria Torres Garcia: Acht Mal standen sich die beiden Kontrahentinnen bei Groß-Veranstaltungen seit 2021 gegenüber - fünfmal verließ Kneer die Tatami als Siegerin, dreimal Torres.

In Chengdu kommt es am Samstag um 9.08 Uhr deutscher Zeit (15.08 Uhr Ortszeit) zum neunten Aufeinandertreffen: Zuvor ist Kneer in der Vorrunden-Gruppe B gegen Hannah Sullivan (Australien / 8.26 Uhr) und Menna Shaaban Okila (Ägypten / 7.56 Uhr) gefordert.

Sollte die 27-Jährige Platz eins oder zwei belegen, ginge es um 11.10 Uhr mit dem Halbfinale weiter. Das "kleine Finale" und das Gold-Duell sind für 12.15 Uhr und 13.50 Uhr terminiert.

In der anderen Gruppe befinden sich die Titelverteidigerin Sofya Berlutseva (Kasachstan / WKF-Ranking 2), Clio Ferracuti (Italien / 5), Nancy Garcia (Frankreich / 11) und QiQi Xu (China / nicht gelistet).

Dirk Kaiser

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