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Bericht SV+GP-Fortbildung zum Thema Schnittstelle zwischen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung vom 19.-20.10.2024 in Hennef

Selbstbehauptung (SB) oder Selbstverteidigung (SV)? Wann endet SB, wann beginnt SV?
Kann man diese beiden Bereiche überhaupt trennen, oder ist der Übergang fließend? Wie erkennt man den Moment, in dem eine Situation von Selbstbehauptung in Selbstverteidigung umkippt, und was löst diesen Wechsel aus? Vor allem: Wie verteidige ich mich in diesem Moment am effektivsten?
Am 19. und 20. Oktober 2024 fand in der Sportschule Hennef bereits zum 8. Mal eine spannende Fortbildung zu diesem Thema statt. Neben etwas Theorie lag der Schwerpunkt vor allem auf praktischen Übungen. Mit Willm Wöllgens (DKV-Referent für Gewaltprävention und Selbstverteidigung) und Sven Burkard (DKV-Ausbilder für Gewaltprävention und Selbstverteidigung) standen uns zwei äußerst erfahrene Experten zur Seite, die ihr Wissen mit uns teilten und uns intensiv üben ließen.
Auch die Teilnehmerrunde war hochkarätig besetzt: Alle hatten mindestens einen SV-Lehrer-Kurs absolviert, einige zusätzlich den Gewaltschutz-Trainerkurs. Zudem waren mehrere zertifizierte B-Trainer und sogar vier der 2021 erstmals ausgebildeten A-Trainer in Selbstverteidigung dabei.
Die erste Theorieeinheit behandelte den Handlungsplan, den man in einer kritischen Situation „abarbeiten“ sollte. Dieser reicht von der Wahrnehmung einer potenziellen Gefahr über Vermeidung und verbale Strategien wie Deeskalation oder das Setzen von Grenzen bis hin zu körperlichen Maßnahmen wie Schützen, Gegenangriff, Flucht und dem Informieren der Polizei.
Zunächst übten wir rein verbal und mit Körpersprache, wie man einer Situation ausweichen und das Mittel der taktischen Entschuldigung einsetzen kann. Obwohl wir alle erfahrene SV-Lehrer waren, gab es hier noch viel zu lernen und zu verbessern. Doch bald kamen wir an den Punkt, an dem eine physische Reaktion erforderlich wurde. Willm und Sven hatten dafür wie immer reichlich Ausrüstung vorbereitet: Pratzen, Polster, Boxhandschuhe, Schutzwesten und sogar Helme, um Schläge auf den Kopf und ins Gesicht sicher zu trainieren.
Das Training umfasste Schläge wie Slaps, Handballenschläge, Hammerfäuste auf Pratzen, das Abwehren von Schwingerangriffen sowie das intensive Üben des Cover-Counter-Crashs auf die Schutzweste des Angreifers. Dabei versuchten wir immer wieder, zunächst die verbalen Deeskalationsstrategien anzuwenden, bevor wir zur körperlichen Verteidigung übergingen.
Sven hatte auch mehrere Videos aus realen Situationen mitgebracht, in denen wir die Körpersprache und Zeichen der Angreifer genau analysieren konnten.
Da wir nur 12 Teilnehmer waren, blieb viel Zeit für individuelle Betreuung und Korrekturen durch Sven und das Diskutieren von Fragen und Teilen von realen Erfahrungen der Teilnehmer. Auch die Gespräche in den Pausen und am Abend machten dieses Seminar wieder zu einem großartigen und lehrreichen Wochenende.
Trotz ein paar blauer Flecken, die wohl irgendwie dazugehören, fuhr ich hochmotiviert nach Hause. Schon auf der Rückfahrt überlegte ich, welche Elemente ich in mein eigenes Training einbauen werde.
Vielen Dank nochmals an das fantastische Referenten- und Trainerteam. Ich freue mich schon auf den nächsten Lehrgang im Rahmen der Gewaltschutz- und Selbstverteidigungsfortbildung.

Ulli Vauth, SV Böblingen
(SV-Lehrerin Platin & A-Trainerin SV)

Gruppenbild der SV-Fortbildung 19.-20.10.2024 in Hennef
Gruppenbild der SV-Fortbildung 19.-20.10.2024 in Hennef

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