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Im Juli 2025 absolvierten 15 engagierte Karateka die Trainer/innen-Ausbildung Gewaltschutz Modul II des Deutschen Karate Verbandes. Im zweiten intensiven Gewaltschutz-Modul ging es weniger um Schlagtechniken – sondern vielmehr um das, was davor passiert: die Eskalationsdynamik vor dem eigentlichen Angriff, Motive für Gewalt sowie Gewaltdynamiken.
"Beste Möglichkeit, Schlag zu entkommen? Nicht da sein!“ – das berühmte Filmzitat aus Karate Kid zog sich sinngemäß wie ein roter Faden durch die Weiterbildung. Dabei wurde schnell klar: Wer Gewalt verhindern will, muss nicht nur Techniken beherrschen, sondern vor allem Ursprung und ihre Gestalt (er-)kennen, Wahrnehmung und Kommunikation schulen.
Dieses zweite Modul fokussiert sich auf Gewaltkontexte im Berufsalltag Erwachsener – etwa im Gesundheitswesen, im öffentlichen Nahverkehr oder in Behörden. Neben Täterprofile und Angriffstypen wurden Strategien zur Selbst- und Fremdsicherung geübt.
Im Karatetraining liegt der Fokus häufig auf dem kämpferischen Moment: Angriff, Abwehr, Konter. Doch Gewalt beginnt selten aus dem Nichts. Sie kündigt sich an – durch Körpersprache, Worte, Spannungen. Diese frühen Phasen zu erkennen, Verhaltensweisen einzuordnen und professionell damit umzugehen, war das zentrale Anliegen dieser Fortbildung.
Prüfungen mit Kreativität und Praxisbezug. Die Teilnehmenden – viele von ihnen beruflich mit Gewalt- oder Krisensituationen konfrontiert – brachten eigene Erfahrungen in die Fortbildung ein. Das bereicherte die Diskussionen ebenso wie die Prüfungen am Ende der Ausbildung sehr. In den Lehrproben zur B-Lizenz präsentierten die vier Kandidat/innen kreative und praxisnahe Konzepte, wie man effektiven Gewaltschutz unterschiedlichen Zielgruppen vermitteln kann.
Karate zeitgemäß gestalten. Die Ausbildung zeigt: Wer Karate anwendungsorientiert und realitätsnah versteht, sei die Frage nach wirksamen Gewaltschutz ans Herz gelegt. Die Phase vor dem körperlichen Übergriff beeinflusst die Chancen entscheidend – ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder auf der Straße.
Die Trainer/innen-Ausbildung zur B-Lizenz im Gewaltschutz ist daher nicht nur ein fachliches Upgrade, sondern auch ein wichtiger Beitrag für mehr Sicherheit im (beruflichen) Alltag – und ein wertvoller Baustein zur zeitgemäßen Interpretation und Ausgestaltung unserer Kampfkunst.
Herzlichen Dank an das Ausbilderteam Wiebke, Sven und Willm sowie alle engagierten Teilnehmenden!
Dr. Lena Steidtmann
Dr. Susanne Laumann
