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Mehr an den Erfordernissen der internationalen Meisterschaften orientieren

Klaus BitschAm 18. und 19. Mai finden im thüringischen Erfurt die Deutschen Meisterschaften der Nachwuchs-Karateka statt.

In den Altersklassen Jugend (Jahrgänge 2004 und 2005, Graduierung ab 5. Kyu), Junioren (Jahrgänge 2002 und 2003, Graduierung ab 4. Kyu) und U21 (Jahrgänge 1999 bis 2001, Graduierung ab 3. Kyu) ermitteln die Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Kumite und Kata sowohl im Einzel als auch in den Mannschafts-Wettbewerben ihre Titelträger.
Ausrichter ist, zum 15. Mal in Serie, der USV Erfurt mit Torsten Wolf und Andreas Kolleck an der Spitze.

Madeleine Schroeter
Leistet ihren Beitrag zum beachtlichen Abschneiden: Madeleine Schröter Foto-Credit: DKV / Brigitte Kraußer


Im folgenden Interview gibt Klaus Bitsch, verantwortlicher Bundestrainer für den Nachwuchs-Sektor, Auskunft über die Ziele seiner Arbeit, die Herausforderungen und die Schwerpunkte des Trainings.

Herr Bitsch, ab welchem Alter beziehungsweise in welcher Altersklasse lässt sich verlässlich vorhersagen, ob ein Talent das Potential zum Spitzen-Karateka auch im Senioren-Bereich hat?

Klaus Bitsch: „Frühestens ab einem Alter von neun Jahren lässt sich in etwa prognostizieren, wohin der Weg führen könnte.“

Wie und woran erkennen Sie, ob ein Nachwuchs-Karateka über besondere Fähigkeiten verfügt und wie wird dieser weiter gefördert?

Klaus Bitsch: „Das entscheidende Kriterium ist die Konzentrationsfähigkeit. Und wenn die vorhanden ist, dann wird diese Fähigkeit durch entsprechende Übungen weiter verbessert.“

Welche Fertigkeiten sollte ein Karateka besitzen, um in den erweiterten Nationalkader aufgenommen zu werden?

Klaus Bitsch: „Das Beherrschen von Arm- und Fußtechniken in allen Variationen, der Angriff, das Kontern in Druck-Situationen und die Kampfstrategie sind elementare Voraussetzungen, um es in die DKV-Auswahl zu schaffen.“

„Kombination aus Talent und Durchhaltevermögen ist wichtig“

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Heimtrainern aus?

Klaus Bitsch: „Wir telefonieren regelmäßig miteinander und nutzen natürlich die Titelkämpfe, um uns über die Entwicklungen auszutauschen.“

Wie viel Prozent der Talente schaffen es bis nach ganz oben – in die Förderkader oder die Nationalkader?

Klaus Bitsch: „Das kommt darauf an, wie man den Begriff Talent definiert. Nur talentiert zu sein, reicht in der Regel nicht aus. Wichtig ist die Kombination von Talent und Durchhaltevermögen. Dadurch reduziert sich der Kreis der Kandidaten.“

Welche Schwerpunkte werden in den jeweiligen Altersklassen trainiert?

Klaus Bitsch: „Bei den Schülern steht das Technik-Training im Mittelpunkt; in der Jugend wird zudem die Taktik geschult. Bei den Junioren kommt schließlich die Kampf-Erfahrung hinzu.“

„Stehen in Europa sehr gut da“

Tauschen Sie sich regelmäßig mit Kollegen aus anderen Ländern über das Thema „Nachwuchs-Entwicklung“ und „Trainings-Didaktik und -Methodik“ aus?

Klaus Bitsch: „Natürlich. Schließlich geht es darum, dass wir uns stetig weiterentwickeln und verbessern wollen. Dazu gehört auch das Lernen von anderen Nationen.“

Wo steht das deutsche Jugend-Karate in Europa?

Klaus Bitsch: „Wir stehen in Europa sehr gut da. Bei der vergangenen Europameisterschaft haben unsere acht Teilnehmer drei Medaillen geholt. Zudem gab es einen fünften Platz und eine Viertelfinal-Teilnahme. Das ist in Europa spitze.“

 Wie bewerten Sie das Abschneiden der deutschen Talente bei der Youth League Anfang Mai im zyprischen Limassol?

Klaus Bitsch: „Insgesamt gesehen war das ein recht gutes Ergebnis. Ich würde mir aber wünschen, dass wir uns in der Breite und der Spitze noch besser positionieren.“

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Wie würde der lauten?

Klaus Bitsch: „Dass sich alle Leistungssport-Trainer mehr an den Erfordernissen der internationalen Meisterschaften orientieren sollten. Bislang zeichnen nur sechs nationale Dojos für internationale Erfolge verantwortlich. Das ist zwar ordentlich, allerdings auch ausbaufähig.“                                                                                           

Die Fragen stellte Dirk Kaiser


Über Klaus Bitsch

Seit 1993 zeichnet der 55-Jährige in Thüringen als Landestrainer im Bereich Kumite verantwortlich; seit 2007 ist er Bundestrainer für alle Kader bis 18 Jahre. Klaus Bitsch ist verheiratet, hat drei Kinder, die ebenfalls sehr erfolgreich Karate betreiben, und ist im Besitz des 6. Dan. Der gebürtige Bensheimer betreibt seit 1976 Karate und ist in seiner Freizeit ebenfalls begeisterter Sportler (Snowboarden, Fahrradfahren).


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