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Mega-Meisterschaft in lockerer Atmosphäre

Aufmacher Jugend vk

Es ist ein reges Treiben, das sich bei angenehmen Temperaturen und einem Sonne-Wolken-Mix auf dem großen Sport-Areal direkt am Steigerwald-Stadion, in denen der Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Erfurt seine Heimspiele austrägt, beobachten lässt.

Rund 800 Talente aus dem deutschen Karate-Nachwuchs haben sich in der thüringischen Landeshauptstadt eingefunden, um ihre Titelträger in den Altersklassen Jugend, Junioren und U21 zu ermitteln.

Während sich vor der Leichtathletik-Halle, in der die Mega-Meisterschaft stattfindet, ein Teil der über 100 ehrenamtlichen Helfer, die der Ausrichter USV Erfurt rekrutiert hat, um die Verpflegung der Sportler und Zuschauer kümmert, geht es im Inneren sportlich zu. Auf acht Wettkampf-Matten wird gleichzeitig gekämpft; 61 Kampfrichter sind dabei von morgens 9.00 Uhr bis abends 18.00 Uhr fast ununterbrochen im Einsatz – der Zeitplan ist bis zum frühen Sonntagabend eng gestrickt und straff getaktet.

Dennoch herrscht eine lockere, gelöste Atmosphäre. Auf den Rängen werden die Athletinnen und Athleten des eigenen Landesverbandes oder des eigenen Vereins angefeuert; Smartphones und Video-Kameras sind auf den Tribünen und am Rande der Matten im Dauereinsatz und dokumentieren das Geschehen. Diejenigen, die noch nicht an der Reihe sind, bereiten sich im abgesperrten Bereich auf der Tartanbahn auf ihren Wettkampf vor – zu zweit oder allein.

Kapazitätsgrenze erreicht, aber Erfurt ist 2020 erneut Gastgeber

Falk Neumann, Vize-Präsident des Deutschen Karate Verbandes und Organisator der Wettkämpfe in Erfurt, ist ein erfahrener Mann, wenn es um die Ausrichtung der Deutschen Jugend-Meisterschaften geht: Bereits zum 15. Mal in Folge ist der USV Erfurt Gastgeber dieser Veranstaltung. Doch nicht nur Neumann sieht angesichts der stetig steigenden Teilnehmerzahlen die Kapazitätsgrenze dessen, was mach- und umsetzbar ist, erreicht. Sieger-Ehrungen, die am Sonntag zur Tatort-Zeit stattfinden müssen, sind sicher nicht im Interesse aller Beteiligten und sollten die Ausnahme bleiben. Deswegen wurden vor Ort in verschiedenen personellen Konstellationen und unter Beteiligung der Präsidialen und der Referenten mögliche Szenarien durchgespielt. Am Sonntag steht schließlich fest, dass der USV Erfurt auch 2020 wieder Gastgeber dieses Events sein wird.

Unter sportlichen Gesichtspunkten haben die Titelkämpfe das gehalten, was man sich von ihnen versprochen hatte: Es wurde hochklassiges, attraktives und spannendes Karate geboten. So setzte sich im Kumite der Altersklasse U21 bei den Damen in der Gewichtsklasse -55 Kilogramm die Favoritin Jil Augel (Sen5 Karate) im Finale mit 5:0 gegen Meike Drexhage (Shotokan KD Bad Salzuflen) durch. Augel hatte bereits im April an den Deutschen Meisterschaften in der Leistungsklasse teilgenommen und dort auf sich aufmerksam gemacht. Auch Madeleine Schröter (Musashi Weimar), die ebenfalls in Chemnitz an den Start gegangen war, wurde in der Klasse -68 Kilogramm ihrer Favoritenrolle gerecht: Schröter gewann mit 3:0 gegen Martina Reil (Karate-Dojo Straubing). Nach ihrem Titelgewinn bei der Leistungsklasse im Frühjahr ließ Selin Isik (SC Banzai Berlin) nun auch bei den U21-Damen (-61 Kilogramm) DM-Gold folgen.

Jil Augel 19.05.19'
Wurde ihrer Favoritenrolle gerecht: Jil Augel (links) Foto-Credit: Brigitte Kraußer

Seden Bugur, Hannah Hennig und Noah Tönnis werden ihrer Favoritenrolle gerecht

Bei den U21-Herren gab es in der Klasse -67 Kilogramm kein Vorbeikommen an Albert Heinz. Der Nationalmannschafts-Athlet vom Karate und Sportverein Trier besiegte im finalen Kampf Tim Steiner vom VfL Mainhardt mit 2:0. Auch für Stanislav Littich (Bushido Verden), der ebenfalls dem Nationalkader angehört, endeten die Meisterschaften in der Klasse -84 Kilogramm mit dem Titel. Nach dem 0:0 gegen Etemi Jeronim (Shotokan Esslingen) fiel der Kampfrichter-Entscheid zu Gunsten von Littich aus.

Bei den Juniorinnen sicherte sich Seden Bugur (SC Banzai Berlin) in der Klasse -48 Kilogramm den Titel durch den Kampfrichter-Entscheid beim Stand von 1:1 über Olympiada Tzoufos (Sen5 Karate); in der Klasse -59 Kilogramm war Hannah Henning vom Team Fightclub Westerwald die Beste ihrer Zunft – gefolgt von Amelie Lücke (Sportcenter Bushido Waltershausen), die sich Henning mit 1:3 geschlagen geben musste. Für den zum Nationalkader gehörenden Noah Tönnis (Karate Dojo Kempen) lief in der Klasse -61 Kilogramm alles nach Plan: Im Finale gegen Tim Graefe (Sport- und Karateclub Stassfurt) war es jedoch beim Stand von 0:0 der Kampfrichter-Entscheid, der Tönnis zum Champion kürte.

In der leichtesten Gewichtsklasse der männlichen Jugend (-52 Kilogramm) gelang Muhammed Özdemir (Turn- und Sportgemeinschaft Wiesloch) der Sprung auf den obersten Podestplatz. Özdemirs Nationalmannschafts-Kollege Maxim Schneider (Sportcenter Bushido Waltershausen) landete auf dem dritten Rang. In der Klasse -57 Kilogramm gab es ebenfalls einen Triumph für einen Favoriten, der zum Nationalkader gehört: Rami Mustafa Alastal (Budokan Bochum) verwies im finalen Kampf Melvin Thran (Team Fightclub Westerwald) auf den zweiten Platz.

Rami Alastal rechts vs. Melvin Thran neu
Hielt sich im Finale schadlos: Rami Mustafa Alastal (rechts) Foto-Credit: Brigitte Kraußer

Morris Tellocke veredelt seine grandiose Saison

In der weiblichen Jugend gingen – mit Ausnahme in der Klasse +54 Kilogramm – Gold und Silber an Athletinnen aus dem DKV-Kader: In der Klasse -54 Kilogramm hieß die Siegerin Renee Stein (Sportcenter Bushido Waltershausen); auf Rang zwar wurde Mia Bitsch (ebenfalls Sportcenter Bushido Waltershausen) gelistet. In der Klasse +54 Kilogramm war Charlotte Rühlmann (Karate Centrum Hersbruck) nicht zu bezwingen. Mit Rang zwei überraschte hingegen Alina Preisel (Karate Schule Nippon Bremerhaven). In der leichtesten Klasse (-47 Kilogramm) machten Michelle-Sidney Ott (Nippon Gotha) und Chiara Wetzel (KD Chikara-Club Erfurt) die Plätze eins (Ott) und zwei (Wetzel) unter sich aus.

Für Kata-Spezialist Morris Tellocke (Dokan in Berlin) endete die Meisterschaft mit einem weiteren Triumph: Nachdem Tellocke bereits Deutscher Meister in der Leistungsklasse geworden war, fügte der Berliner jetzt noch den Titel des U21-Champions hinzu. Titelträger im Mannschafts-Wettbewerb wurde Gastgeber USV Erfurt. Bei den U21-Damen hieß die Gewinnerin Umay Demirkan von den Sportfreunden Sennestadt/Karate Origins Bielefeld; der Team-Wettbewerb ging an die KD Straubing.

Nordrhein-Westfalen stellt den erfolgreichsten Landesverband

Bei den Junioren wurde Randall Aidan Lück (Karate Schule Nippon Bremerhaven) seiner Favoritenrolle als Mitglied der Nationalmannschaft gerecht; gleiches galt bei den Juniorinnen für Nele Hesse (Sportivo Emden). In den Team-Wettbewerben gingen die ersten Plätze an den SC Judokan Frankfurt (männlich) und KD Lich (weiblich). Grund zum Jubeln hatten in der Jugendklasse Liam Aaric Lück (Karate Schule Nippon Bremerhaven) und Rita Siebert (Okinawa Karate TuS Alztal Garching).

Erfolgreichster Landesverband war Nordrhein-Westfalen mit acht Gold-, zwei Silber- und zehn Bronze-Medaillen. Rheinland-Pfalz (sieben, sechs, neun) und Baden-Württemberg (vier, sechs, elf) landeten auf den Plätzen zwei und drei.

Hier geht es zu den Ergebnislisten. Hier geht es zum Medaillenspiegel. Hier geht es zur Bildergalerie.

Der MDR war mit einem Kamera-Team vor Ort und widmete sich insbesondere den Athletinnen und Athleten des heimischen Landesverbandes. Zu sehen ist der Bericht im Thüringen Journal. Auch die Thüringer Allgemeine berichtet über die Meisterschaften. Allerdings befindet sich der gesamte Artikel hinter der Bezahlschranke.         

Dirk Kaiser

 


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