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Zweimal Bronze in Minsk: Jonathan Horne und Jana Bitsch auf dem Treppchen

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Mit zwei Bronze-Medaillen ist das Sextett des Deutschen Karate Verbandes (DKV) von den European Games in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zurückgekehrt.

Neben Welt- und Europameister Jonathan Horne, der seinen Halbfinal-Kampf gegen Andjelo Kvesic nur knapp mit 0:1 verloren hatte, war es Jana Bitsch, die für das zweite deutsche Edel-Metall bei den Wettkämpfen im Kumite verantwortlich gezeichnet hatte. Im Gegensatz zu Horne musste Bitsch jedoch in ihrem Halbfinale gegen die Ukrainerin Anzhelika Terliuga eine 2:8-Niederlage hinnehmen – wobei das Resultat nur unzureichend den Kampf-Verlauf widergibt: So kassierte Jana Bitsch, die zweimal in Führung gelegen hatte, die entscheidenden Wertungen erst in der Schluss-Phase.

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Mit Bronze dekoriert: Welt- und Europameister Jonathan Horne     Foto-Credit: "DKV"

Nur knapp an Podest-Plätzen vorbeigeschrammt waren Noah Bitsch und Shara Hubrich sowie Ilja Smorguner im Kata der Herren.

„Alle deutschen Athletinnen und Athleten haben im Starterfeld mit insgesamt acht amtierenden Welt- und Europameistern überzeugende Leistungen gezeigt“, bilanzierte DKV-Sport-Direktor Christian Grüner. Jedoch seien einige Titel-Gelegenheiten leider knapp verpasst worden. „Die zwei Bronze-Medaillen und das Auftreten des Teams lassen mich durchaus zuversichtlich auf die weitere Olympia-Qualifikation blicken.“

Die ambivalente Gefühlslage einer Medaillen-Gewinnerin

Dass sich Jana Bitsch derzeit in guter Verfassung befindet, hatten die Ergebnisse der vergangenen Woche deutlich gemacht. Und auch in Minsk lieferte die 28-Jährige in ihrem Vorrunden-Pool, den sie als Erste beendet hatte, eine bemerkenswerte Vorstellung ab: Dem 0:0 zum Auftakt gegen die Luxemburgerin Jennifer Warling ließ sie einen deutlichen 5:2-Erfolg über Irina Sharykhina (Weißrussland) folgen. Mit einem weiteren 0:0 gegen die Polin Dorota Banaszczyk sicherte sich Bitsch die Pool Position in der Klasse -55 Kilogramm. In der Vorschluss-Runde hatte jedoch die Ukrainerin Terliuga das bessere Ende für sich, sodass sich Jana Bitsch mit Bronze zufriedengeben musste. Nach dem Kampf hatte diese zu Protokoll gegeben, dass sie sich einerseits über die Medaille freue, andererseits aber auch nicht. Ihr Ziel sei es gewesen, ins Finale einzuziehen – und das habe sie leider nicht geschafft.

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Gruppenbild mit Jana: Sportdirektor Christian Grüner, Präsident Wolfgang Weigert, Jana Bitsch und Bundestrainer Thomas Nitschmann (von links)    Foto-Credit: "DKV"

Trotz zweier Siege in ihrem Vorrunden-Pool hatte es für Shara Hubrich in der Klasse -50 Kilogramm nicht zum Einzug ins Halbfinale gereicht – weil neben Hubrich auch die Weißrussin Mariya Koulinkovitch und die Türkin Serap Arapoglu Ozcelik nach Abschluss der Vorrunde jeweils zwei Erfolge und eine Niederlage auf ihrem Konto verbucht hatten. Und in der Unter-Bewertung hatte Hubrich, die nach dem 0:3 gegen Koulinkovitch zweimal knapp gewonnen hatte (2:1 gegen die Aserbaidschanerin Nurana Aliyeva und 1:0 gegen Ozcelik), gegenüber der Weißrussin den Kürzeren gezogen.

Unglückliches Vorrunden-Aus für Noah Bitsch

Ebenfalls Bronze ging an Jonathan Horne. Nachdem der Welt- und Europameister in seinem Vorrunden-Pool hinter dem späteren Gold-Medaillen-Gewinner, Asiman Gurbanli aus Aserbaidschan, durch einen 4:0-Erfolg über Alparslan Yamanoglu (Türkei) und zwei punktlose Remis gegen Gurbanli und den Niederländer Darnell Tyron Lardy Zweiter geworden war, musste Horne im Halbfinale der Klasse +84 Kilogramm gegen den Kroaten Andjelo Kvesic eine unglückliche 0:1-Niederlage hinnehmen.

Obwohl mit Edel-Metall dekoriert, hatte sich Horne nach dem verlorenen Semi-Finale selbstkritisch gegeben: „Ich war nicht in der Lage, das zu zeigen, was ich tatsächlich kann.“ Als Grund hatte Horne unter anderem die Reise-Strapazen der vergangenen Wochen genannt. Er sei, so Horne weiter, nicht zu 100 Prozent fit gewesen. Dennoch habe es unter den Umständen für Bronze gereicht.

Genauso unglücklich wie für Shara Hubrich war die Vorrunde für Noah Bitsch in der Klasse -75 Kilogramm verlaufen: Nachdem der Deutsche seinen Auftakt-Wettkampf mit 4:0 gegen den Weißrussen Ivan Korabau zu seinen Gunsten entschieden hatte, folgte ein 0:0 gegen den Esten Pavel Artamonov. Mit einem weiteren Remis hätte Bitsch das Halbfinale sicher gehabt, doch der Kampf gegen den Ukrainer Stanislav Horuna endete 0:1 – und so war es der Este Artamonov, der bei Punktgleichheit, aber mit der besseren Unter-Bewertung gegenüber Bitsch, das Semi-Finale erreichte.

Starker Wettkampf: Ilja Smorguner verpasst Bronze nur knapp

Im Kata-Einzel hatte Ilja Smorguner nur äußerst knapp die Bronze-Medaille verpasst. Nachdem der 34-Jährige in seinem Vorrunden-Pool hinter dem Spanier Hugo Damian Capdevila Quintero mit 24,66 Punkten den zweiten Platz belegt hatte, lief es auch in der Zwischenrunde für Smorguner richtig gut: Mit 24,96 Punkten hatte der Deutsche seine Leistung aus der Vorrunde überboten – was erneut zu Platz zwei hinter dem bärenstarken Spanier geführt hatte. Im Kampf um Bronze lieferte das DKV-„Leichtgewicht“ (62 Kilogramm) schließlich erneut eine bemerkenswerte Vorstellung ab (24,54 Punkte). Allerdings war sein Kontrahent aus Aserbaidschan, Roman Hydarov, um 0,92 Punkte besser als der Idsteiner, sodass dieser mit Platz fünf vorliebnehmen musste.

Weniger erfolgreich verlief hingegen der Wettkampf für Jasmin Jüttner, die mit 23,43 Punkten in ihrem Vorrunden-Pool den vierten Platz belegt hatte.  

In der Spitze sehen 150.000 Zuschauer die Wettkämpfe bei SPORT1

Zufrieden dürfte auch SPORT1 mit den Quoten der Karate-Übertragung am Sonntag gewesen sein. In der Zeit von 9.00 bis 12.00 Uhr wurden die Wettkämpfe insgesamt 75 Minuten lang übertragen. Dabei sahen im Schnitt 90.000 Zuschauer ab 3 Jahren zu; in der Spitze waren es gar 150.000 Zuschauer.                                         

Dirk Kaiser


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