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Ein Karatelehrer-Seminar der besonderen Art

Dr. Henner NordmannEs war ein Event der besonderen Art: 15 hochrangige Experten waren der Einladung von Dr. Axel Binhack nach Maintal bei Frankfurt gefolgt, um für knapp 50 Karatelehrer/Innen ein Kampfkunst-Ereignis zu gestalten, das es in dieser Form noch nicht gegeben hatte.

Anlass war das 20-jährige Jubi-läum der von Binhack konzipierten Karatelehrer-Ausbildung des DKV. Für DKV-Ehrenpräsident Roland Hantzsche Grund genug, Binhack bei der festlichen Abendveranstaltung mit der DKV-Ehrennadel in Platin auszuzeichnen.

Zu Beginn der zweitägigen Veranstaltung stellte der Yoga- und Karatelehrer Dr. Henner Nordmann, 80, anhand von Hilfsmitteln wie Karategürtel und Hallenbänken Yoga-Übungen vor, die generell auch zur Lösung von schmerzhaften Muskel-Verspannungen im Rumpf- und Beinbereich eingesetzt werden können. Anschließend führte Binhack, 6. Dan Shotokan, anhand von unterschiedlich ausge-führten Karate-Techniken in sein Konzept der europäisch-asiatischen Elemente Erde, Wasser, Feuer, Wind ein, dem ein fünftes Element, die Leere (Kara), zugrunde liegt.

 Aikido und Jiu Jitsu auf dem Lehrgangs-Programm

Im weiteren Verlauf stand ein interessanter Einblick in Aikido auf dem Programm. Manfred Jennewein, 7. Dan, war zusammen mit vier weiteren hochgraduierten Aikidoka gekommen, um Prinzipien, Be-wegungen und Techniken zu vermitteln. Die Nähe der spiraligen Bewegungen zum Wind-Element war nachvollziehbar, manche Drehungen und Hebel konnte man im Kata-Bunkai wiederfinden.

Silvia Pellegrini Carlos MolinaAnschließend folgte eine Einführung ins Shito-Ryu-Karate durch einen der weltweit profilierten Groß-meister dieser Stilrichtung: Shihan Carlos Molina, 8. Dan. Molina (Foto) demonstrierte zu Beginn, wie direkte Aktionen aus dem ernsthaften Budo-Karate gegnerische Angriffe neutralisieren Danach widmete er sich den Hebel-Dreh- und Wurfbewegungen des Shito-Ryu-Karate.

Nach der Konzentration war eine kleine Auflockerung angesagt: Sie kam in Form einer Einführung in das Jiu Jitsu durch Stefan Wolf, 7. Dan. Da viele Hebel-, Würge- und Fixierungs-Techniken des Jiu Jitsu sich dem Erd-Element zuordnen lassen, ging es in einige Beispiele aus dem Bodenkampf.

Ki-Karate und die „dunkle Seite der Macht“

Der Abschluss des ersten Seminartages war einer Karatelegende vorbehalten. Der 83-jährige Altmeister Fritz Nöpel, 10. Dan Goju-Ryu, ließ es sich nicht nehmen, beim Jubiläums-Seminar mitzuwirken. Anhand eines bebilderten Vortrags ging Shihan Fritz auf die Rolle des mehrere Jahrhunderte alten historischen Kampfkunstwerkes Bubishi in der Entwicklungsgeschichte des Karate ein.

Mit Qi-Gong-Übungen unter Anleitung von Angelo Ottaviano, 5. Dan Shotokan, wurde der zweite Tag begonnen. Ottaviano konnte körperliche Fehlbelastungen, die zu Dysbalancen bis hin zu Band-scheibenvorfällen führten, komplett ausgleichen. Auf diese Weise sehr gut vorbereitet, konnte Dr. Petra Schmidt, 5. Dan Shotokan, mit einem kurzen Einblick in ihr Konzept des Ki-Karate anknüpfen. Darunter ist in erster Linie eine Fülle von feinkoordinierten, genau ausgerichteten und sehr bewusst ausgeführten Bewegungen zu verstehen, die ihrer speziellen wellen- und spiral-dynamischen Kara-temotorik zugrunde liegen.

Für die „dunkle Seite der Macht“ war der Vitalpunkt- und Kata-Experte Achim Keller, unter anderem 8. Dan stil-offenes Karate und 8. Dan Kyusho Jitsu, zuständig. Keller klärte zunächst über verschiedene Bereiche und Ebenen des Kyusho Jitsu auf. Danach demonstrierte er verblüffende, sofortige Wirkun-gen von einfachen Vitalpunkt-Manipulationen. Eine kurze Einführung von weiteren Kyusho Wirkun-gen unter Einbeziehung des „Small-Circle Jiu Jitsu“ rundete den Vortrag ab.

Selbstverteidigung und der philippinische Stockkampf

Mit der nächsten Einheit begab man sich ansatzweise in einen Bereich, der den reglementierten und geschützten Rahmen eines Dojos übersteigt: Der polizeiliche SV-Ausbilder Jürgen Kestner, 7. Dan (SOK) Karate, gab eine kurze Einführung zum praktischen Mitmachen in einige Bereiche der waffen-losen Selbstverteidigung. Eine große Rolle spielte dabei die dazugehörige Aufmerksamkeitshaltung in potenziell unklaren und gefährlichen Situationen.

Den Abschluss bildete ein kurzer Einblick in den philippinischen Stockkampf durch den Escrima- und Karatepraktiker Holger Fritz, 5. Antas Escrima, 4. Dan Karate, Bundestrainer im Deutschen Kobudo-Verband. Auch hier wird der Kanon der klassischen japanischen Budokünste überstiegen, obwohl die Entwicklung des Karate auf Okinawa neben chinesischen Grundlagen auch viele Einflüsse der Philippinen und der pazifischen Nachbarregionen aufgenommen hat, wie man in diversen Kata-Bewegungen erkennen kann.

Dr. Axel Binhack


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