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DKV-Team von Massenprotesten unmittelbar betroffen

Arena Chile vk

Überschattet wurden die Weltmeisterschaften der Nachwuchs-Karateka von den größten Massenprotesten, die das Land Chile bis dato erlebt hatte.

Allein am Freitag vergangener Woche waren in der Hauptstadt Santiago über 1,2 Millionen Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Politik des amtierenden Staatspräsidenten Sebastián Piñera zu protestieren. Von den Protesten und dem vorausgegangenen Generalstreik betroffen war auch das Team des Deutschen Karate Verbandes (DKV), das in einem Hotel in unmittelbarer Nähe der Haupt-Demonstrationen Quartier bezogen hatte.

Gruppenbild
Das DKV-Team erlebte Momente, die alles andere als alltäglich waren    Foto-Credit: DKV / Brigitte Kraußer


Nachdem die Situation von „Tag zu Tag angespannter geworden war“, so Christian Grüner, „haben wir uns dazu entschieden, in ein vier Kilometer vom Zentrum entferntes Hotel umzuziehen. Dort haben wir dann nichts mehr von den Protesten mitbekommen.“ Dass das Hotel gewechselt worden war, sei richtig gewesen, bekräftigte der DKV-Sportdirektor. Schließlich hätten Demonstranten am Donnerstagabend, in einem anderen Hotel, das nur 250 Meter entfernt gelegen war, die ersten beide Stockwerte in Beschlag genommen und diese verwüstet.

„Sicherheit der jungen Athleten und Athletinnen war stets gewährleistet“

Einige Teams hätten daraufhin evakuiert werden müssen; die Delegationen aus Luxemburg und der Schweiz seien aufgrund der prekären Sicherheits-lage sogar abgereist – ohne dass ein Sportler oder eine Sportlerin einen Kampf bestritten hätte. Auch andere Nationen, darunter Schweden, Japan und der Iran, seien den Titelkämpfen ferngeblieben – entweder, weil sie erst gar nicht angereist waren oder auf einen Start verzichtet hatten.

Innerhalb des deutschen Teams gab es einen ständigen, intensiven und engen Austausch zur aktuellen Lage. Dies habe maßgeblich dazu beigetragen, „dass die Sicherheit unserer jungen Athleten und Athletinnen stets gewährleistet war“, erklärte Christian Grüner. Als weitere Vorsichts-Maßnahme wurde, „um das Team nicht so groß zu halten“, der Kader verkleinert: Diejenigen Karateka, die im Jugend- und Junioren-Bereich ihre Wettkämpfe bereits absolviert hatten, waren bereits am Freitag mit zwei Betreuern vorzeitig nach Deutschland zurückgeflogen.

Muhammed Özdemir sorgt mit Silbermedaille für sportliches Glanzlicht

Die Situation sei insgesamt „schwierig“ gewesen, bilanzierte Grüner. So hatten die Massenproteste nicht nur erhebliche Auswirkungen auf den Zeit- und Terminplan, sondern auch auf die Stimmung in der Halle. Aus Sicherheitsgründen durften maximal zwei Betreuer mit in die Arena. Karateka, die keinen Wettkampf zu bestreiten hatten, wurden angewiesen, im Hotel zu bleiben.

Aus sportlicher Sicht hatte Muhammed Özdemir für das DKV-Glanzlicht der Veranstaltung gesorgt: Der junge Karateka von der TSG Wiesloch erreichte im Kumite-Wettbewerb in seiner Alters- (Jugend, 14/15 Jahre) und Gewichtsklasse (-52 Kilogramm) das Finale und musste sich erst dort dem Jordanier Saeed Najjar Al knapp mit 0:1 geschlagen geben. Für Özdemir, der von seinem Heim-Trainer Volker Harren betreut wird, ist es der bisher größte Erfolg in seiner noch jungen Laufbahn.

 

Muhammed Özdemirs Weg ins Finale

  1. Runde: 8:0 gegen Argandona Joaquin (Bolivien)
  2. Runde: 0:0 gegen Yassin Ghazouani (Belgien) / Kampfrichter-Entscheid

Viertelfinale: 3:1 gegen Amine Hellal (Frankreich)

Halbfinale: 3:0 gegen Afonso Azevedo (Portugal)

Finale: 0:1 gegen Saeed Najjar Al (Jordanien)       

 

Dirk Kaiser  


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