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  • Stefanie Nagl

    Stefanie Nagl

    Beauftragte Para-Karate

    Tel.: 0160-7879953

Konzept: Karate für Menschen mit Behinderung

Karate mit Behinderung

Vorbemerkungen

Dimensionen von Gesundheit:

In einem solchen Konzept sollte der Gesundheitsbegriff im Sinne der klassischen WHO-Definition auch körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden einschließen. Der Karatesport/ Die Kampfkunst Karate für Menschen mit Behinderung kann als Teil eines Gesamtkonzepts "Gesundheitsförderndes Karate" aufgefasst werden, wobei ein Gesundheitsbegriff gemeint ist, der somatisches, psychisches und soziales Wohlbefinden, individuelles Gesundheitsverhalten und strukturelle Dimensionen einschließt.
  1. Ziele des Karate (allgemeiner Karatesport oder Karate als Kampfkunst) für Menschen mit Behinderungen, das sich als Breitensport für alle versteht

    Der allgemeine Karatesport/die Kampfkunst Karate für Menschen mit Behinderung soll:

    • Einen Ausgleich schaffen zur Bewegungsarmut
    • Der Gesundheitsvorsorge (im o. g. Sinne: physisch, psychisch, sozial) dienen
    • Spiel und Spaß vermitteln
    • Soziale Kompetenz (z. B. Fairness, Empathie, Teamfähigkeit, Führungsqualitäten) fördern
    • Kommunikation zwischen Menschen mit und ohne Behinderung stärken
    • Gesellschaftlich benachteiligte Gruppen gezielt fördern und integrieren
    • Leistungsfähigkeit und Leistungsvergleich (Wettkämpfe) fördern
    • Den internationalen Austausch (z. B. internationale Wettkämpfe) fördern
    • Einen Beitrag zur Identifikation mit der Karatesport/Kunst leisten
    • Ein Anlass für innovatives konzeptionelles Arbeiten sein
    • Ein Übungsfeld zu sportwissenschaftlichen Forschungen sein
       
  2. Angebote des allgemeinen Karatesports / der Kampfkunst Karate

    Neben den klassischen Breiten- und Wettkampfsportarten beinhaltet Karate auch moderne Spiel- undBewegungsformen z. B. Sound Karate, aber auch Angebote, bei denen Bewegung nur ein Elementunter mehreren ist (z. B. Entspannungsübungen, Kata, Kihon), sowie gesundheitspädagogischgeprägte Angebote. Über Anschluss an den DSB bzw. durch die Organisationsstrukturen des DKV könnte an unterschiedlichen Wettkämpfen teilgenommen werden (z.B. eigene Wettkämpfe wie „Para Games“ für Kinder) es können Aus- und Fortbildungen als Übungsleiter, Trainer oder Prüfer angeboten werden. Man kann Lehrgänge für Menschen mit Behinderungen anbieten, z.B. beim DKVTag usw.
     

  3. Rahmenbedingungen

    1. Geplante Umsetzung des Konzepts

      Nach dem ersten Kontakt mit den Trainern und Interessierten für „Karate für Menschen mit Behinderung“ am 24.09.2005 anlässlich des DKV-Tages wurde folgendes festgelegt:
      • Es wurde ein Dreiergremium gewählt mit Ernes Erko Kalac als Vorsitzendem, Erika Seitz und Ilse Werner.
      • Das Gremium entwickelt E. Kalacs bereits vorliegendes Konzept weiter und übernimmt es.
      • Dieses Konzept soll dem DKV-Präsidium /bei der Bundesversammlung vorgestellt werden.
      • „Karate für Menschen mit Behinderung“ soll im Ressort „Breitensport“ angesiedelt werden.
      • Es soll ein fester Beauftragter installiert werden, der mit den Karate-Landesverbänden wegen Abteilungsaufbau in den Vereinen in Verbindung treten und weitere Informationen sammeln soll.
         
    2. Finanzierungsmöglichkeiten:

      Im Allgemeinen handelt es sich um eine Mischfinanzierung aus:
      • Haushaltsmitteln der Vereins - Abteilung
      • Haushaltsmitteln des Karate - Landesverbandes
      • Haushaltsmitteln des Karate - Bundesverbandes
      • Ggf. Entgelten der TeilnehmerInnen an Sportangeboten
      • Drittmitteln (z. B. Sponsoring von Sportveranstaltungen)
      • Zuschüssen aus speziellen Fördermitteln durch Verbände oder öffentlichen Mitteln
         
    3. Registrierung der derzeitigen Vereine und Abteilungen mit Angebot „Karate für Menschen mit Behinderung“

      1. Institutionalisierung beim DKV

        „Karate für Menschen mit Behinderung“ sollte nur anfänglich dem „Breitensport“ zugeordnet sein, zu einem späteren Zeitpunkt wäre zu prüfen, ob ein eigenes Referat darstellen kann.

      2. Institutionelle Verankerung innerhalb und außerhalb des DKV:

        • Zuordnung zum „Breitensport“ des DKV „Karate für Menschen mit Behinderung“
        • Kontakt mit DSB-LSB aufnehmen
        • Kontakt mit Behinderten - Bundes- und Landesverbänden aufnehmen
        • Abteilungen bei Karate-Landesverbänden gründen
        • Verbandsärzte kontaktieren
        • Trainer und Betreuer registrieren und aus- und weiterbilden.
        • Kampfrichter- und Wettkampfregeln bearbeiten
        • Rahmenprogramm für Prüfungen erstellen
        • Lehrgänge und Wettkämpfe planen
        • Kontakt mit WKF-EKF
        • Multimedia Sound-Karate als Reha-Sport
        • Projekte und Konzepte für „Selbstbewusstsein für Mädchen und Frauen mit Behinderung“
           
      3. Verantwortliche für Konzeption „Karate für Menschen mit Behinderung“:

        Arbeitsgruppe:

        Projektleiter„Karate für Menschen mit Behinderung“ Ernes Erko Kalac
        Erika Seitz und Ilse Werner

        DKV-Breitensportreferent Frank Sattler

        DKV-Schulsportreferent Ralf Brünig

        DKV-Jugendreferent Helmut Spitznagel

  4. Derzeitige Sportangebote der DKV-Vereine

    Uns sind ca. 15 Vereine aus verschiedenen Landesverbänden bekannt, in denen Menschen mitBehinderung trainieren. Ebenso sind einige Behinderteneinrichtungen bekannt, in denen Karate mit homogenen Behindertengruppen trainiert wird. In den Vereinen wurden integrative Gruppen geschaffen, in denen Sportler mit und ohne Behinderung zusammen trainieren. In manchen Vereinen werden vereinsindividuelle Wettkämpfe und Lehrgänge für diese Gruppe angeboten. Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass es noch weitere Vereine in den Landesverbänden gibt, die sich noch nicht gemeldet haben.

  5. Schlusswort

    Politische Ziele – Karate als (para) olympische Sportart:

    Als kurz- bis mittelfristiges Ziel wird angestrebt, Karate für Menschen mit Behinderungen im DKV und in den Landesverbänden personell, institutionell und satzungsmäßig zu verankern.Als langfristiges politisches Ziel kann angesehen werden, dass Karate den Status einer (para) olympischen Sportart erhält. Dieser Status hat für jede Sportart, die bis dahin lediglich als „Randsportart“ zu betrachten war, eine ganze Reihe erheblicher weiterer Auswirkungen zur Folge. Ein ganz wesentlicher Effekt wäre hier ein Mehr an Medienpräsenz. Da sich heute der „Marktwert“ einer Sportart großenteils an ihrer Medienpräsenz bemisst, hat dies enorme Auswirkungen in alle anderen Zielsetzungen hinein.

    Es kann erwartet werden, dass der Einzug von „Karate für Menschen mit Behinderung“ in DKV-EKFWKF zur Erhöhung der gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz von Karate beiträgt, was auch dabei hilft,(para) olympisch zu werden. Das wiederum könnte zur Folge haben, dass dann die Umsetzung von „Karate für Menschen mit Behinderung“ auch da eine Chance erhält, wo bislang Skepsis oder gar Ablehnung überwogen.


Januar 2006

Ernes Erko Kalac, DKV-Projektleiter „Karate für Menschen mit Behinderung“

Ralf Brünig, DKV-Schulsportreferent
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